Hochwasser in Westdeutschland THW und Feuerwehren aus Sachsen-Anhalt stehen für Hilfe bereit

Die Unwetter und Überschwemmungen in Westdeutschland haben bislang mehr als 100 Todesopfer gefordert. Für Hilfseinsätze sind auch Rettungskräfte aus Sachsen-Anhalt bereit. Bislang liegen aber noch keine Anfragen vor.

Feuerwehrleute pumpen Wasser von überschwemmter Straße
Nach den Überschwemmungen in Westdeutschland bereiten sich auch die Hilfskräfe in Sachsen-Anhalt auf Einsätze vor. (Symbolbild) Bildrechte: TeleNewsNetwork

Hilfskräfte aus Sachsen-Anhalt stehen für den Einsatz in den Hochwassergebieten in Westdeutschland bereit. Daniel Freyer-Gottschalk vom Technischen Hilfswerk Dessau sagte am Freitag MDR SACHSEN-ANHALT, noch sei aber keine Anfrage durch die Behörden in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz erfolgt. "Ich gehe davon aus, dass die Krisenstäbe sich heute einen genauen Überblick über die Lage verschaffen, das Ausmaß der Schäden sondieren und dann in Ruhe und sachlich entscheiden, mit welchen Mitteln man das bewerkstelligen kann", so Freyer-Gottschalk.

Sachsen-Anhalt liege 500 Kilometer weit von den Schadensorten entfernt, da müsse man auch abwägen, ob die lange Anfahrt gerechtfertigt sei oder lokale Kräfte ausreichten. Unabhängig davon bereite man sich auf einen Einsatz vor.

Vor allem die Räumgruppe mit dem Bagger sei eine mögliche Option und werde für die lange Fahrt vorbereitet, um kurzfristig zum Einsatz fahren zu können. Die Deutsche Lebensrettungs-Gesellschaft könne außerdem mit Tauchern und Booten helfen.

Innenministerium: Feuerwehren stehen bereit

Wie eine Sprecherin des Innenministeriums mitteilte, stehen in Sachsen-Anhalt außerdem Einsatzkräfte verschiedener Feuerwehren aus Magdeburg, den Landkreisen Wittenberg und Stendal sowie aus dem Salzlandkreis bereit. Sie seien unter anderem auf die Bereitstellung von sauberem Trinkwasser in Katastrophengebieten spezialisiert. Auch könnten Kräfte der Bereitschaftspolizei sofort abgerufen werden.

Am Donnerstag hatte Sachsen-Anhalts Innenminister Michael Richter (CDU) den betroffenen Ländern und Regionen Hilfe bei der Bewältigung der Unwetterfolgen zugesichert. Die Unterstützung wird über das Gemeinsame Melde- und Lagezentrum von Bund und Ländern koordiniert.

Mehr als 100 Tote nach Unwettern

Die Hochwasserkatastrophe im Westen Deutschlands hat inzwischen mehr als 100 Todesopfer gefordert. Die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer, sagte, dass es in ihrem Land inzwischen 60 Todesopfer gebe. Darunter sollen zwölf Bewohner einer Behinderteneinrichtung sein. Das Innenministerium von Nordrhein-Westfalen meldete zuletzt mindestens 43 Tote.

In beiden Bundesländern laufen die Rettungsarbeiten weiter auf Hochtouren. Vor allem in Erftstadt westlich von Bonn spitzt sich die Lage derzeit zu. Dort sind unterspülte Häuser eingestürzt. Kritisch ist auch die Lage für die Gemeinden unterhalb der überlaufenden Rurtalsperre in der Eifel.

MDR/Martin Krause, Oliver Leiste, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 16. Juli 2021 | 15:00 Uhr

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