30.11.2021 | Sachsen-Anhalt am Morgen Corona: Kontaktnachverfolgung in Sachsen-Anhalt wird schwieriger

Mandy Ganske-Zapf
Bildrechte: MDR/André Plaul
Kathrin Albrecht telefoniert im Arbeitsraum der Kontaktnachverfolger mit Bürgern, die wegen der Corona-Schutzmaßnahmen in häuslicher Quarantäne bleiben müssen.
Gespräche mit Infizierten und möglichen Kontaktpersonen laufen oft per Telefon (Symbolbild). Bildrechte: dpa

Sachsen-Anhalt am Dienstagmorgen: Ich würde Ihnen gern etwas anderes schreiben, doch es hilft angesichts der aktuellen Corona-Lage nichts. Auch der Dienstag wird beherrscht von der drängenden Frage, wie sich die Politik dazu verhält. Die Spitzen von Bund und Ländern wollen sich nun doch schon heute über mögliche Schritte verständigen, um die Pandemie einzudämmen. Unterdessen ist es für viele Verwaltungen in Sachsen-Anhalt zum Kraftakt geworden, überhaupt noch die Kontaktverfolgung zu bewältigenpositiv PCR-Getestete können sich in Teilen des Landes daher nun auch selbst registrieren. Das Top-Thema zur Corona-Krise gleich ausführlich. Mein Name ist Mandy Ganske-Zapf und hier kommt Ihr Morgen-Update.


Neben einer Grafik mit der Aufschrift -Thema des Morgens- ist die Zeichnung einer Kaffeetasse zu sehen.
Bildrechte: MDR/Maximilian Schörm

Sachsen-Anhalt Sachsen-Anhalt am Morgen: Das Thema des Morgens

Sachsen-Anhalt am Morgen: Das Thema des Morgens

Corona: Kontaktnachverfolgung in Sachsen-Anhalt wird schwieriger

Bevor wir auf die immer erschwertere Lage bei der Kontaktnachverfolgung in dieser Corona-Pandemie schauen, geht der Blick in Richtung Bund. Denn heute nun – gestern angekündigt – wollen Angela Merkel (CDU) und Olaf Scholz (SPD) mit den Regierenden aus den Ländern über mögliche gemeinsame Schritte beraten.

Viel wird immer wieder auf den obersten politischen Ebenen angekündigt, gemahnt, gefordert – sowohl von der scheidenden Bundesregierung, als auch von der sich formierenden Ampel-Koalition. Allein: Einschneidende Beschränkungen, etwa bei den erlaubten Kontakten, gibt es trotz der hohen Zahlen bei den Corona-Neuinfektionen und den Krankenhauseinweisungen bislang nicht. Solche Vorschläge liegen seit dem Wochenende von der Nationalen Akademie der Wissenschaften, der Leopoldina, auf dem Tisch, etwa da, wo die Inzidenz besonders hoch ist. Es fühlt sich an wie der Elefant im Raum, von dem allen klar ist, dass er angehievt werden muss, aber noch immer sitzt er da und wartet.

Rufe nach einer gemeinsamen Linie werden auch aus Sachsen-Anhalt lauter. Der Harz-Landrat Thomas Balcerowski (CDU), der in seinem Kreis mit sehr hohen 7-Tages-Inzidenzen zu tun hat, zeitweilig mehr als 1.100, sagte etwa der "Volksstimme" (Print-Ausgabe) über einen möglichen Alleingang seines Kreises: "Wenn wir schließen, fahren die Leute in die Nachbarkreise – ich organisiere doch keinen Viren-Tourismus."

Die nun anberaumte Bund-Länder-Runde soll heute um 13 Uhr sein, und voraussichtlich um 16.30 Uhr will Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) über die Ergebnisse informieren – der sich zuvor auch mit seinem Kabinett über den weiteren Corona-Kurs beraten will. In Sachsen-Anhalt waren ja vergangene Woche neue Corona-Regeln mit 2G- und 3G-Modellen erlassen worden; seit Montag gilt zudem eine tägliche Corona-Testpflicht an Schulen.

Von einem Beschluss des Bundesverfassungsgerichts, der für heute erwartet wird, zur Bundesnotbremse vom Frühjahr erhofft sich die Politik dafür auch Orientierung. Darauf weist der ARD-Rechtsexperte Klaus Hempel bei tagesschau.de hin.

Kontaktnachverfolgung: Museumsmitarbeiter im Gesundheitsamt

Wie drängend die Frage wird, ob es am Ende doch Kontaktbeschränkungen sein müssen, zeigt der Blick in die Verwaltungen des Landes, die mit der Kontaktverfolgung bei den Infizierten beschäftigt sind. Dort haben sich viele Verwaltungen personell neu aufgestellt oder verstärkt, um die Lage zu bewältigen. Das haben Nachfragen meiner Kollegen ergeben, etwa beim Kreis Anhalt-Bitterfeld. Dort seien mittlerweile 32 so genannte Scouts des Robert Koch-Instituts im Einsatz, um Kontakte zu ermitteln und über Quarantäne-Fragen zu entscheiden. Einige Städte haben begonnen, Mitarbeiter aus anderen Bereichen einzusetzen. So helfen zum Beispiel sechs Museumsmitarbeiter der Lutherstadt Wittenberg im Gesundheitsamt aus. Weitere Hilfe kommt unter anderem von der Bundeswehr.

Einige Gesundheitsämter sind dazu übergegangen, nur noch positiv Getestete zu informieren und die Quarantäne anzuordnen, darunter der Kreis Wittenberg. Ähnlich ist es im Jerichower Land, wo sich den Angaben nach die Verfolgung der Kontakte nur noch auf Gemeinschaftseinrichtungen wie Pflegeheime und Kitas konzentriert. Betroffene würden gebeten, ihre Kontaktpersonen selbst zu informieren.

PCR-Getestete im Süden zur Selbstregistrierung gebeten

Wo die Inzidenzen besonders hoch sind, einige hatten die 1.000-Marke schon überschritten, kommen die Kreise aber nicht einmal damit hinterher. Einige sind daher dazu übergegangen, die Menschen darum zu bitten, sich mit ihrem positiven PCR-Test selbst zu registrieren. Auf der Webseite des Burgenlandkreises heißt es dazu:

Wie bereits in den letzten Wochen deutschlandweit festgestellt, machen es die stetig immer weiter steigenden hohen Infektionszahlen für die Gesundheitsämter unmöglich, diesem gestiegenen Bedarf an Registrierung und Erstellung von Quarantäne-Schreiben zeitnah nachzukommen. 

Mit solchen Formularen arbeitet inzwischen auch der Kreis Mansfeld-Südharz sowie die Stadt Halle.

Impfaktion in Stendal abgebrochen – Impfstoff alle

Der Kreis Stendal musste unterdessen am Montag eine Impfaktion vorzeitig beenden. Wie der Kreis weiter mitteilte, war die gelieferte Menge Impfstoff deutlich geringer als bestellt. Insgesamt hätten nur 400 Impfungen verabreicht werden können. Das ist angesichts der Pandemie-Lage naturgemäß wenig erfreulich.

Die weiteren Impfaktionen diese Woche sollen wie geplant laufen: in Tangerhütte, Bismarck, Seehausen und Osterburg.


Das war der Blick auf das Top-Thema am Dienstag. Und das sind die weiteren Themen dieses Morgens:

Neben einer Grafik mit der Aufschrift -Das Video des Morgens- ist die Zeichnung eines Monitors mit einem Start-Button zu sehen.
Bildrechte: MDR/Maximilian Schörm

Sachsen-Anhalt Sachsen-Anhalt am Morgen: Das Video des Morgens

Sachsen-Anhalt am Morgen: Das Video des Morgens

Video: Ein Schachbrett unter freiem Himmel – mit schicken Kostümen

Das Schachdorf Ströbeck will es wissen. Der dortige Schachverein schneidert gerade hochwertige Kostüme, um genügend Spieler für eine Partie Lebend-Kurierschach auszustatten. Jens Müller, Ortsbürgermeister und vom Schachverein Ströbeck selbst, erzählte uns, welche Hoffnungen an das dahinter stehende Vorhaben geknüpft sind: "Es soll die Eintrittskarte für die internationale Unesco-Liste des immateriellen Kulturerbes werden." Das Lebend-Kurierschach – das anderen Regeln folgt als klassisches Schach – soll am 14. Mai nächsten Jahres Premiere feiern.

Mein Kollege Swen Wudtke hat Schneiderin Carmen Wilke für MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE über die Schulter geschaut:


Neben einer Grafik mit der Aufschrift -#MDRklärt, Schlauer in einer Minute- ist die Zeichnung eines Luftstoßes zu sehen, der aus einem gezeichneten Kopf ausstößt.
Bildrechte: MDR/Maximilian Schörm

Sachsen-Anhalt Sachsen-Anhalt am Morgen: #MDRklärt - Schlauer in einer Minute

Sachsen-Anhalt am Morgen: #MDRklärt - Schlauer in einer Minute

#MDRklärt: Die neue Omikron-Variante – was wir wissen und was nicht

Die neue Omikron-Variante des Sars-CoV2-Virus ist ständiges Thema – und was über die neue Variante bekannt ist, ist bisher nicht viel. Erste Fälle davon wurden mittlerweile auch in Deutschland in Bayern, Hessen, außerdem in Leipzig nachgewiesen. Hier der Kurz-Überblick in unserem #mdrklärt, welche Eigenschaften der neuen Variante bisher bekannt sind:

In diesem Zusammenhang möchte ich Ihnen gern den aktuellen MDR-Corona-Newsletter ans Herz legen. Darin trägt meine Kollegin Sarah-Maria Köpf alles zusammen, was auch Experten bisher zum Virus einschätzen, darunter Christian Drosten. Er geht nach ersten Einschätzungen davon aus, dass es sich um eine mögliche Immunflucht-Variante handeln könnte.

Coronamodelle und ein Stempel mit Omikron Schriftzug liegen nebeneinander. mit Audio
Bildrechte: Imago
mit Audio

Corona-Daten-Newsletter | Montag, 29. November 2021 Wie gefährlich ist die Omikron-Variante?

Wie gefährlich ist die Omikron-Variante?

mehr
Neben einer Grafik mit der Aufschrift -Die Medienschau- ist die Zeichnung einer Tageszeitung zu sehen.
Bildrechte: MDR/Maximilian Schörm

Sachsen-Anhalt Sachsen-Anhalt am Morgen: Die Medienschau

Sachsen-Anhalt am Morgen: Die Medienschau

Medienschau: Was andere schreiben

  • "Lockdown naht" – in der Volksstimme zeigt sich Reporter Jens Schmidt sehr pessimistisch in Sachen Corona-Kurs. In seinem Kommentar vor der Bund-Länder-Runde heute meint er: "Sollte sich die Corona-Lage in den nächsten zehn Tagen nicht entspannen, werden wir wohl leider in den nächsten Lockdown rauschen."
  • "Lücken im Stundenplan" – die Mitteldeutsche Zeitung schaut auf den Lehrermangel. Demnach meldet gut jede zweite der 148 Sekundar- und Gemeinschaftsschulen im Land eine Unterrichtsversorgung von unter 90 Prozent.


Neben einer Grafik mit der Aufschrift -Tipp am Morgen- ist die Zeichnung eines Fingers zu sehen, der auf ein Smartphone zeigt.
Bildrechte: MDR/Maximilian Schörm

Sachsen-Anhalt Sachsen-Anhalt am Morgen: Tipp am Morgen

Sachsen-Anhalt am Morgen: Tipp am Morgen

Tipp: Medikamenten-Knappheit in Sachsen-Anhalt – Bremst Corona die Globalisierung aus?

Wenn ich Mercedes fahren, aber nicht Mercedes bezahlen möchte, naja dann reicht es halt nicht. Wir brauchen uns nicht wundern, dass Tabletten fehlen, weil Firmen hier in Deutschland ganz einfach auch schauen, dass sie rentabel arbeiten.

Der Hexal-Betriebsrat zeigt sich im Gespräch mit Reporter Uli Wittstock besorgt, wenn es um die Frage geht, ob man hierzulande mit Lieferengpässen bei Medikamenten rechnen müsse. Die Erfahrung der vergangenen zwei Jahre hat ja gezeigt, dass Lieferketten schnell durcheinanderkommen können, wenn es global bei Grenzschließungen, Lockdowns, Flugeinschränkungen oder höheren Frachttransportpreisen irgendwo hakt. Und viele Anbieter von notwendigen Grundstoffen sitzen in Indien oder China, schreibt Uli. Hier die ganze lesenswerte Recherche:

Neben einer Grafik mit der Aufschrift -Was außerdem wichtig wird- ist die Zeichnung einer Person zu sehen, die durch ein Fernglas sieht.
Bildrechte: MDR/Maximilian Schörm

Sachsen-Anhalt Sachsen-Anhalt am Morgen: Was heute außerdem wichtig wird

Sachsen-Anhalt am Morgen: Was heute außerdem wichtig wird

Was heute außerdem wichtig wird

  • 🌲 Vor langer Zeit (d.h. bis 1926) stand vor der Halberstädter Martinikirche eine Fichte, die jährlich zu Weihnachten geschmückt wurde. Nach genau 95 Jahren, und zwar heute, kehrt sie an ihren Ursprungsort zurück. Am Nachmittag um 15:30 Uhr wird der Baum eingepflanzt. Am Mittwoch soll er öffentlich eingeweiht werden.

  • Prozessbeginn wegen versuchten Mordes in Magdeburg: Dem Angeklagten wird vorgeworfen, eine von ihm betriebene Shisha-Bar in der Halberstädter Straße angezündet zu haben.

  • 💻 Politische Gremien und Ausschüsse dürfen ab sofort wieder digital tagen. Das hat das Landesverwaltungsamt bekannt gegeben.

  • 💨 Der Deutsche Wetterdienst warnt heute für den Oberharz vor Orkanböen der Stufe drei von vier. Oberhalb von 1.000 Meter werden demnach Windgeschwindigkeiten von bis zu 120 Kilometer pro Stunde erwartet. Es bestehe Gefahr durch entwurzelte Bäume, herabstürzenden Dachziegel, Äste und andere Gegenstände. Diese amtliche Unwetterwarnung gilt für die Zeit von 6 bis 22 Uhr.

Ich wünsche Ihnen einen guten Dienstag! Für die Ergebnisse der Bund-Länder-Runde und zu den Informationen aus der geplanten Pressekonferenz der Landesregierung halten Sie sich hier gern auf dem Laufenden. Bis morgen, gern auf Wiederlesen!

Über Themen aus "Sachsen-Anhalt am Morgen" berichtet MDR SACHSEN-ANHALT... ...im Hörfunk | MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | ab 05:00 Uhr
...im Fernsehen | MDR um 11 | 11:00 Uhr
...im Fernsehen | MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 19:00 Uhr

Quelle: MDR SACHSEN-ANHALT, mit Material der dpa

0 Kommentare

Mehr aus Sachsen-Anhalt