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Achtung, Fälschung: Wegen immer mehr gefälschter Impfzertifikate verlangt Sachsen-Anhalts Justizministerin Franziska Weidinger härtere Strafen. Bildrechte: IMAGO / Bihlmayerfotografie

11.11.2021 | Sachsen-Anhalt am MorgenGefälschte Impfzertifikate: Sachsen-Anhalt will härtere Strafen

von Luca Deutschländer, MDR SACHSEN-ANHALT

Stand: 11. November 2021, 08:00 Uhr

Sachsen-Anhalt am Donnerstagmorgen: Guten Morgen – oder besser. Helau? Heute ist der 11.11. und ab 11:11 Uhr wird wieder Karneval gefeiert. Weil die Session aber auch in diesem Jahr von der Corona-Pandemie bestimmt wird, blicken wir in unserem Top-Thema gleich erst einmal auf die neuesten Entwicklungen der Pandemie. Dabei wichtig: Künftig soll mehr getan werden, wenn Impfunwillige das Impfpass-Heft oder ein Impfzertifikat fälschen. Die Details dazu gleich. Ich bin Luca Deutschländer – und hier kommt Ihr Morgen-Update.

Notrufe 110 und 112 in Sachsen-Anhalt ausgefallen

In Sachsen-Anhalt sind am frühen Donnerstagmorgen landesweit die Notrufnummern 110 und 112 ausgefallen. Das Lagezentrum der Landesregierung gab eine Gefahrenmitteilung heraus, die bis 7:45 Uhr galt.

Impfzertifikat gefälscht: Sachsen-Anhalt verlangt höhere Strafen

500 gefälschte Impfzertifikate innerhalb eines Monats – verkauft für jeweils 350 Euro im Internet. Die Vorwürfe gegen die Mitarbeiterin einer Münchner Apotheke machten im Oktober Schlagzeilen in ganz Deutschland. Auch wegen Fällen wie diesem will Sachsen-Anhalt in Zukunft härtere Strafen für Fälscher von Impfpässen. Das hat Sachsen-Anhalts neue Justizministerin Franziska Weidinger (CDU) angekündigt.

Vor der heute beginnenden Konferenz der Justizminister der Länder sagte sie: "Wer Impfpässe oder Testnachweise fälscht, muss härter bestraft werden als bislang möglich, schließlich wird durch solche Handlungen die Gesundheit von Menschen gefährdet."

Bildrechte: dpa

Die Änderung des Strafrechts ist hier dringend nötig.

Franziska Weidinger (CDU) | Justizministerin von Sachsen-Anhalt

Dass das Thema akut ist, ergibt sich von selbst: Schließlich wird in Zeiten steigender Corona-Infektionszahlen überall von 2G, 3G und Co. gesprochen, einige Bundesländer – darunter unsere Nachbarn in Sachsen – haben 2G für öffentliche Einrichtungen zur Pflicht gemacht. Bedeutet: Wer nicht genesen oder geimpft ist, muss draußen bleiben (lesen Sie hier, warum 2G in Sachsen-Anhalt aller Voraussicht nach nicht kommen wird). Dass das für Fälscher nahezu eine Einladung ist, versteht sich von selbst – gerade angesichts der hohen Zahl von nicht-geimpften Menschen (die natürlich nicht automatisch zu Kunden von Fälschern werden).

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Aber es gibt die Fälle dann eben doch: In Rheinland-Pfalz berichtete ein Apotheker neulich, innerhalb von vier Wochen hätten seine Beschäftigten fast 30 gefälschte Impfzertifikate aus dem Verkehr gezogen. Bundesweit laufen nach Informationen der Tagesschau Tausende Ermittlungsverfahren im Zusammenhang mit gefälschten Zertifikaten.

Sachsen-Anhalts Justizministerin Franziska Weidinger schlägt deshalb vor, das Delikt strafrechtlich in Zukunft als Urkundenfälschung zu werten. Darauf stehen Strafen von bis zu fünf Jahren Gefängnis. Der Versuch ist strafbar. Wer aktuell ein Impfzertifikat fälscht und erwischt wird, wird wegen des Fälschens von "Gesundheitszeugnissen" mit einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr bestraft – oder einer Geldstrafe.

Treffen der Justizminister: Das steht außerdem auf der Tagesordnung

Neben härteren Strafen für Impfpassfälscher und Cyberkriminelle wollen die Justizministerinnen und -minister der Länder bei ihrem Treffen in Berlin über die Weiterentwicklung der Videoübertragung in Gerichtsverfahren sprechen. Diskutiert werden soll auch über eine Pflichtversicherung für Elementarschäden. Das Thema war nach der Hochwasser-Katastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz wieder aktuell geworden.

Die Corona-Lage insgesamt entwickelt sich weiterhin alles andere als rosig: Bundesweit wurden nach Zahlen des Robert Koch-Institutes mehr als 50.000 Neuinfektionen gemeldet. Das sind so viele wie noch nie. Die bundesweite Inzidenz steigt damit auf 249,1. In Sachsen-Anhalt steigt die Inzidenz auf jetzt 232,5.

11.11. – Sachsen-Anhalts Narren übernehmen das Kommando

Und dann ist ja heute ein besonderer Tag für alle Karnevalsfreunde in Sachsen-Anhalt. Der 11.11. markiert traditionell den Auftakt ins närrische Treiben. Später um 11:11 Uhr werden in den Karnevalshochburgen unseres Bundeslandes wieder zahlreiche Rathäuser "gestürmt" und die Schlüssel in die Hände Närrinnen und Narren gegeben – ein symbolischer Akt dafür, dass die Karnevalisten jetzt die Macht übernehmen.

Auch in diesem Jahr geschieht das unter dem Eindruck der Corona-Pandemie. Und während sich im nordrhein-westfälischen Köln der doppelt geimpfte Karnevalsprinz das Virus eingefangen hat, setzen die Narren in Sachsen-Anhalt darauf, dass es unter Einhaltung der Corona-Regeln und mit ganz viel Vorsicht schon gut gehen wird.

Die Vereine haben sich mittlerweile auf die Situation eingestellt und werden auch unter Corona-Bedingungen feiern.

Dirk Vater | Präsident des Landesverbandes Karneval in Sachsen-Anhalt

Richtig spannend wird es ohnehin ja erst in Richtung des Rosenmontags. Bis dahin, so der Karnevalsverband, wolle man die aktuelle Entwicklung abwarten. In unserem Überblick können Sie schon jetzt sehen, wo heute die Rathäuser in Narren-Hände gehen.

Soweit unser Top-Themen am Donnerstag. Wichtig bleibt heute außerdem eine tragische Meldung aus Aschersleben: Dort hatten Polizisten gestern eine seit knapp einer Woche vermisste 14-Jährige tot aufgefunden. Die Polizei geht von einem Verbrechen aus, wird heute weiter ermitteln. Bei "Sachsen-Anhalt am Morgen" kümmern wir uns außerdem eine aufrüttelnde Kampagne aus dem Harz und haben später Tipps für einen gelungenen Laternenumzug am Martinstag für Sie.


Video: Preisgekrönte Kampagne gegen Alkohol am Steuer

Coolness, Selbstüberschätzung, Leichtsinnigkeit: Wenn Philipp Wöpke heute darüber erzählt, warum er sich alkoholisiert ans Steuer gesetzt und einen Unfall gebaut hat, fallen diese drei Worte. Und dass er gelernt hat. Das ist gut. Und offenbar auch nötig. Denn die Zahl der durch Alkohol verursachten Verkehrsunfälle in Sachsen-Anhalt bewegt sich seit Jahren rund um 1.000, die der Unfälle im Drogenrausch steigt sogar. Die Harzer Blitzergruppe hat eine Online-Kampagne gegen das Fahren im Alkohol- und Drogenrausch gestartet – und dafür jetzt einen Präventionspreis vom Land Sachsen-Anhalt bekommen.

Ich will schocken. Das ist die Botschaft des Fotos.

Denny Behrendt | Harzer Blitzergruppe

Mit welchen Bildern die Blitzergruppe das macht, zeigt Ihnen in unserem Video des Morgens unser Harz-Reporter Swen Wudtke:


#MDRklärt: Antworten auf (Falsch)behauptungen zu Corona

Die Corona-Pandemie ist eine emotionale Sache – und das Impfen erst recht. Und wenn es emotional wird, sind schnell auch falsche Behauptungen im Umlauf. Kein Wunder, dass es beim Impfen genauso ist. Mein Kollege Maximilian Fürstenberg hat sich für unser heutiges #MDRklärt einige dieser Behauptungen angesehen – die zum Beispiel, wonach ein gutes Immunsystem auch ohne Impfung vor einer Infektion mit Corona schützt (was falsch ist). Die Antworten auf gängige Falschbehauptungen haben wir für Sie vorbereitet.

#MDRklärt Impfen und Co.: Meinungen von Nutzerinnen und Nutzern zu Corona im Check

Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK/IMAGO / Bihlmayerfotografie
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MDR/Maximilian Fürstenberg

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE am 10.11.2021 | 19:00 Uhr
Bildrechte: MDR/Max Schörm

Medienschau: Was andere schreiben

  • "Kliniken stehen vor Überlastung" – die Volksstimme blickt in ihrer Print-Ausgabe heute auf die Corona-Lage und hat mit Krankenhäusern in Sachsen-Anhalt gesprochen. Ergebnis: Vor allem im Altmarkkreis Salzwedel, dem Salzlandkreis, in Anhalt-Bitterfeld und dem Burgenlandkreis sind die Kapazitäten in den Kliniken zunehmend ausgeschöpft. In dem Bericht kommt auch Dirk Burkhard von der Krankenhausgesellschaft zu Wort. Er sagt: "Die Lage entwickelt sich dramatisch, von Tag zu Tag."

  • "Ein Land im Glück" – die Mitteldeutsche Zeitung hat den gestern veröffentlichten "Glücksatlas" zum Anlass für einen Aufmacher ihrer Print-Ausgabe genommen, der Mut macht. Sachsen-Anhalts erster Platz in dem Ranking veranlasst Ministerpräsident Haseloff zu den Worten, in Sachsen-Anhalt lasse es sich gut leben. Zu Wort kommt auch der Magdeburger Glücksforscher Jan Delhey. Er sagt: "Die Lebenszufriedenheit ist vor allem aufgrund der Pandemie überall gesunken, in Sachsen-Anhalt nur weniger als in anderen Bundesländern."


Tipp: Plaudern übers Brauen

Schlechte Nachrichten haben wir aktuell wieder in ausreichender Zahl. Deshalb kommt an dieser Stelle ein schönes Thema: Sprechen wir über Bier. Mein Kollege Fabian Frenzel hat in den vergangenen Tagen recherchiert, warum besonders Craftbeer – also lokal hergestellter Gerstensaft – in Magdeburg aktuell im Trend ist. Sein Befund: Vielen, die mit eigenen Bier-Kreationen aufwarten, ist das industriell hergestellte Bier oft zu langweilig.

Bei der Recherche ist mein Kollege auch auf den Bierstammtisch aufmerksam geworden, der sich in Magdeburg regelmäßig trifft und Tipps übers Brauen austauscht. Entstanden ist dieses Interview:


Was heute außerdem wichtig wird

  • 🚔 Ermittlungen: Nachdem die Polizei gestern eine vermisste 14-Jährige in Aschersleben tot aufgefunden hatte, stehen heute weitere Ermittlungen an. Gestern Abend teilte die Polizei mit, dass Spuren rund um den Fundort der Leiche gesichert werden sollen. Man gehe von einem Verbrechen aus. Weitere Angaben wollen die Beamten unter Verweis auf laufende Ermittlungen bislang nicht machen. Das Mädchen war seit Donnerstag vergangener Woche vermisst worden und gestern in einem Garagenkomplex tot aufgefunden worden.
  • 🌝 Laternen an: In mehreren Städten Sachsen-Anhalts werden heute Martinsfeiern mit Laternenumzügen gefeiert, etwa in Salzwedel, Wernigerode, Bad Schmiedeberg oder Lutherstadt Eisleben. Fast überall wird die Legende des Heiligen Martin erzählt, anschließend das Brot geteilt. Was Sie in Corona-Zeiten bei den Umzügen beachten sollten, haben wir Ihnen hier zusammengefasst.

  • 🌵 Willkommen zurück: Die Gruson-Gewächshäuser in Magdeburg sind nach anderthalbjähriger Sanierung wieder für Gäste geöffnet – täglich außer montags von 9 Uhr bis 17 Uhr. In den vergangenen Monaten waren gleich drei große Häuser neu gebaut worden. Dabei wurden Wege und Beete neu angelegt. Gekostet hat die Sanierung rund drei Millionen Euro. Sie dauerte etwa ein halbes Jahr länger als ursprünglich geplant.
  • 🛣 Straßenbelag aus nachwachsenden Rohstoffen: In Oranienbaum-Wörlitz wollen testen Wissenschaftler der Hochschule Anhalt einen neuartigen Straßenbelag aus nachwachsenden Rohstoffen. Am Campus Dessau war nach zahlreichen Testreihen eine Rezeptur für ein Versiegelungsmittel von Straßenoberflächen entwickelt worden.
  • 🏆 Sieger: Wer wird Lesekönigin oder Lesekönig von Sachsen-Anhalt? Das entscheidet sich heute Nachmittag im MDR-Landesfunkhaus. Meine Radio-Kollegin Antonia Kaloff begrüßt die besten Vorleser der 4. Klassen aller Kreise und Städte. Eine Jury muss schließlich entscheiden.


Damit sind wir für heute auch schon wieder am Ende unseres morgendlichen Überblicks. Fast. Denn eine Info fehlt noch: Der Astronaut Matthias Maurer ist seit heute Nacht unserer Zeit auf dem Weg zur internationalen Raumstation ISS. Der Start seiner Mission war zuletzt mehrfach verschoben worden. Warum Maurer eine Replik der Himmelsscheibe von Nebra im Gepäck hat, hat er MDR WISSEN erzählt.

Sie wissen nun über alles Wichtige in Sachsen-Anhalt Bescheid und können hoffentlich den Donnerstag genießen. Machen Sie was draus, bleiben Sie gesund. Bis morgen früh!

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Über Themen aus "Sachsen-Anhalt am Morgen" berichtet MDR SACHSEN-ANHALT......im Hörfunk | MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | ab 05:00 Uhr
...im Fernsehen | MDR um 11 | 11:00 Uhr
...im Fernsehen | MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 19:00 Uhr

Quelle: MDR SACHSEN-ANHALT

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