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Feuerwehreinsatz – dürfen nur noch Geimpfte und Genesene ausrücken? Bildrechte: MDR/Tom Wunderlich

17.12.2021 | Sachsen-Anhalt am Morgen2G und 3G bei der Feuerwehr – das sind die Regeln

von Julia Heundorf, MDR SACHSEN-ANHALT

Stand: 17. Dezember 2021, 06:46 Uhr

Sachsen-Anhalt am Freitagmorgen: Es gibt Diskussionen bei den Feuerwehren im Land. In Klötze sollen Einsatzkräfte nur noch ausrücken, wenn sie genesen oder geimpft sind – zumindest, wenn sie als erste am Einsatzort sind. Es scheint allerdings Missverständnisse über Versicherungsfragen zu geben, die zu dieser Entscheidung geführt haben. Mehr zum Thema erfahren Sie heute von mir, Julia Heundorf. Guten Morgen!


2G-Pflicht für Feuerwehrleute in Klötze

In Klötze in der Altmark ist bei der Freiwilligen Feuerwehr die 2G-Regel für zuerst ausrückende Einsatzkräfte eingeführt worden – auf Empfehlung der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung, dem Dachverband unter anderem für die Feuerwehr-Unfallkassen. Zuerst hatte die Altmark-Zeitung darüber berichtet.

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung hatte als Spitzenverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften und der Unfallkassen den Freiwilligen Feuerwehren empfohlen, nach Möglichkeit die 2G-Regel durchzusetzen.

Heißt das nun, dass nur noch geimpfte und genesene Feuerwehrleute ausrücken dürfen? Mehr dazu im Audio und im Folgenden.

Empfehlung der Unfallversicherung

Laut Empfehlung der Unfallversicherung sollten Feuerwehrleute grundsätzlich genesen oder geimpft sein. Wer sich nicht impfen lasse, müsse zum Einsatz einen negativen Corona-Test vorlegen. Das hatte bei den Feuerwehren in Sachsen-Anhalt zu kontroversen Diskussionen geführt.

Reporter Carsten Rochow hat mit Verantwortlichen in Klötze darüber gesprochen. Clemens-Paul Berlin, der Klötzer Sachgebietsleiter für Ordnung und Sicherheit, sagte ihm, es gehe um den Versicherungsschutz der ehrenamtlichen Feuerwehrleute. Denn: Würde die Stadt der 2G-Empfehlung nicht folgen, würde der Versicherungsschutz beim Einsatz entfallen.

Es ging dabei insbesondere um diejenigen, die als erstes vor Ort sind. Wer nicht zur 2G-Gruppe gehört, müsse sich erst testen und dürfe dann nachkommen – in Orten mit nur einem Fahrzeug dürfte das ein Problem sein oder werden.

Feuerwehr-Unfallkasse: Impfstatus spielt keine Rolle für Versicherung

Der Geschäftsführer der Feuerwehr-Unfallkasse in Magdeburg, Detlef Harfst, hat dem Ganzen widersprochen. Es spiele für die Versicherung gar keine Rolle, ob Einsatzkräfte geimpft sind oder nicht, sagte er.

Der Impfstatus selbst ist kein Prüfungsmerkmal eines Arbeitsunfalles oder einer Berufskrankheit. Ein fehlender Impfschutz schließt den Versicherungsschutz grundsätzlich nicht aus.

Detlef Harfst | Geschäftsführer der Feuerwehr-Unfallkasse

Aber: Die Unfallkassen begrüßen es, wenn Gemeinden ihren ehrenamtlichen Feuerwehrleuten Impfangebote unterbreiten. Harfst sagte, jede Feuerwehrkraft solle sich zumindest die Frage stellen, ob er oder sie für die Infektion seiner Feuerwehrkameradinnen oder -kameraden verantwortlich sein will.

In vielen Gemeinden sind auch schon zahlreiche Feuerwehrleute geimpft, zum Beispiel in Gardelegen. Das hat Bürgermeisterin Mandy Schumacher (SPD) MDR SACHSEN-ANHALT gesagt. Obwohl ein Großteil der Einsatzkräfte geimpft sei, bleibe es dort bei der 3G-Regel. Im Notfall müssten alle verfügbaren Kräfte ausrücken.

Feuerwehrverband: Feuerwehren mit 2G oder 3G einsatzbereit

Der Vorsitzende des Landesfeuerwehrverbands, Kai-Uwe Lohse, unterstützt 2G, in den Gemeinden solle der Impfstatus bei Einsätzen aber grundsätzlich keine Rolle spielen. Die Freiwilligen Feuerwehren seien generell mit 2G oder 3G einsatzbereit.

Natürlich gehe es nicht, sich unmittelbar vor einem Einsatz testen zu lassen, weil man dadurch Zeit verliere. Aber für die Feuerwehrleute gelte, was auch für andere Arbeitnehmer gelte: Wer sich nicht impfen lassen wolle, müsse sich täglich testen lassen. Ein Feuerwehrmann, der sich nicht impfen lasse, müsse sich eben am Abend testen lassen, um am kommenden Tag einsatzfähig zu sein.

Feuerwehrverbands-Vorsitzender befürwortet Impfung

Lohse hält die Debatte über das Impfen für überflüssig, denn: Das Feuerwehrleben sei geprägt von Prüfungen, Berechtigungen und Nachweisen.

Da gibt es keine Diskussion. Wer bestimmte Qualifikationen und Nachweise nicht hat, darf diese Tätigkeiten nicht ausführen. Der Führerschein ist notwendig, um das Feuerwehrfahrzeug zu führen. Ich muss einen Lehrgang als Atemschutzgeräteträger machen, um diese Funktion ausführen zu können.

Kai-Uwe Lohse | Vorsitzender des Landesfeuerwehrverbandes

Genauso sei es mit dem Impfen. "Wenn ich nicht geimpft bin, bin ich unter Umständen ein Risiko für meine Kameraden im Feuerwehrfahrzeug. Und wenn ich Hilfesuchenden zu nahe komme in bestimmten Situationen, dann werde ich auch zum Risiko. Also bin ich im praktischen Einsatz im Moment mehr Risiko als Hilfe." Damit sei für ihn die Frage beantwortet, wie man mit dem Thema Impfen umgehen sollte.

Wir bleiben zunächst im Landesnorden: In Stendal wurde ein Nachwuchs-Goldschmied für seine Leistungen ausgezeichnet. Tobias Roever gehört zu den besten Handwerkern Deutschlands. Außerdem in diesem Update: Was ist eigentlich die "epidemische Lage", die kürzlich im Landtag festgestellt wurde? #MDRklärt das kurz und kompakt. Außerdem gibt es wie immer den Tipp des Tages und den Ausblick auf diesen Freitag.

Video des Morgens: Das ist einer der besten Handwerker Deutschlands

Der Stendaler Goldschmied Tobias Roever ist einer der besten seines Fachs – deutschlandweit. Der 23-Jährige wurde beim Leistungswettbewerb "Profis leisten was" ausgezeichnet. Gelernt hat er das Handwerk im Betrieb seines Vaters, der bereits seit 180 Jahren besteht und den der junge Goldschmied übernehmen wird.


#MDRklärt: Die "epidemische Lage"

Der Landtag hat diese Woche die "epidemische Lage" festgestellt. Aber was bedeutet dieser Status eigentlich? Er ist die rechtliche Grundlage für bestimmte Maßnahmen. Die Politik darf also nicht beliebig Corona-Verordnungen erlassen, ohne vorher offiziell festzustellen, dass sich das Land in einer "epidemischen Lage" befindet. Bis Ende November hatte es einen solchen Status auf Bundesebene gegeben – #MDRklärt.

#MDRklärt Das steckt hinter der "epidemischen Lage"

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Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 14. Dezember 2021 | 19:00 Uhr Bildrechte: MDR/Max Schörm

Medienschau: Landtag und Impfpass-Handel


Tipp: Blutspenderinnen und Blutspender gesucht

Das Thema ist eigentlich immer aktuell: Das Deutsche Rote Kreuz sucht dringend Blutspenderinnen und Blutspender. Es würden Spenden benötigt, um über die Feiertage und den Jahreswechsel eine sichere Versorgung zu gewährleisten. Blutspenden sind nicht nur beim DRK möglich, sondern zum Beispiel auch in Unikliniken.


Was heute außerdem wichtig wird

  • 🚗 Ende der Bauarbeiten I: Nach einem Dreivierteljahr Vollsperrung soll heute die B27 zwischen Blankenburg und Hüttenrode wieder freigegeben werden.
  • 🚗 Ende der Bauarbeiten II: In Halle sollen Autofahrer wieder über den gesamten Glauchaer Platz fahren dürfen.
  • 🎁 In Droyßig im Burgenlandkreis gibt es heute eine Benefizaktion für eine Familie, die Anfang November bei einem Feuer ihr gesamtes Hab und Gut verloren hat.
  • 📚 Es ist der letzte Schultag vor Weihnachten.
  • ❓ Neue Befragung: Am 25. Dezember ist die neue Landesregierung in Sachsen-Anhalt 100 Tage im Dienst. MDRfragt möchte ihre Meinung dazu hören. Die Umfrage startet im Laufe des Tages.

Damit wünsche ich allen Schülerinnen und Schülern im Land schöne Weihnachtsferien. Bleibt gesund. Allen anderen: Schönes Wochenende! Alles, was wichtig ist, erfahren Sie wie immer hier sowie auf Social Media, bei Facebook, Instagram und Twitter. In der Weihnachtswoche begleitet Sie André Plaul in den Tag.

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Quelle: MDR SACHSEN-ANHALT

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