10.01.2022 | Sachsen-Anhalt am Morgen Präsenz trotz Corona: So startet die Schule nach den Weihnachtsferien

Cornelia Winkler
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Eine Lehrerin mit Maske erklärt Schülern etwas.
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Sachsen-Anhalt am Montagmorgen: Drei Wochen hatten Sachsen-Anhalts Schülerinnen und Schüler wegen der Corona-Lage Weihnachtsferien. Ab heute beginnt wieder der Unterricht. Damit sollen Schülerinnen und Schüler auch wieder vor Ort lernen, denn es gilt Präsenzpflicht. Was das für Schulkinder, Eltern und Lehrkräfte bedeutet, klären wir gleich in unserem Top-Thema. Außerdem: Was, wenn Kinder wegen pandemiebedingter Lernrückstände ein Schuljahr wiederholen wollen? Und im Harz sind nach einjähriger Pause die Schlittenhunde in die Saison gestartet. Ich bin Cornelia Winkler – und hier kommt Ihr Morgen-Update.


Neben einer Grafik mit der Aufschrift -Thema des Morgens- ist die Zeichnung einer Kaffeetasse zu sehen.
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Sachsen-Anhalt Sachsen-Anhalt am Morgen: Das Thema des Morgens

Sachsen-Anhalt am Morgen: Das Thema des Morgens

Unterrichtsbeginn in Präsenz

Nach drei Wochen Weihnachtsferien beginnt für Schülerinnen und Schüler in Sachsen-Anhalt heute wieder der Unterricht – und zwar vor Ort. Denn in allen Schulformen gilt nun wieder die Präsenzpflicht.

Heißt: Alle Schulkinder müssen auch wieder in die Schulen zurück. Ausgenommen davon sind laut Bildungsministerium Kinder mit Vorerkrankungen und solche, die in Elternhäusern mit Risikopatienten leben. Sie müssen allerdings ein ärztliches Attest vorweisen, um dem Präsenzunterricht fernbleiben zu können.

Die Präsenzpflicht wurde Ende November 2021 aufgehoben. Dadurch sollte Kontakte reduziert und  das Infektionsgeschehen gebremst werden. Auch der Beginn der Weihnachtsferien wurde dafür vorgezogen und die Ferien so auf drei Wochen verlängert.

Tägliche Corona-Tests und Maskenpflicht

Nun geht es wieder zurück in die Klassenräume. Wegen der Corona-Lage müssen die Schülerinnen und Schüler weiter einige Regeln beachten. So müssen sie jeden Tag vor dem Unterricht einen negativen Corona-Test vorweisen. Dafür werden an den Schulen Tests angeboten. Schülerinnen und Schüler unter 18 Jahren benötigen hierzu ein Einverständnis der Erziehungsberechtigten. Wer dieses nicht vorlegt, kann nicht getestet werden und somit nicht am Präsenzunterricht teilnehmen. Wegen der geltenden Präsenzpflicht bedeutet das für die Kinder, sie fehlen dann unentschuldigt.

Nicht testen lassen müssen sich Schülerinnen und Schüler, die vollständig geimpft oder genesen sind. Sie sind sie von dieser Testpflicht ausgenommen und laut geltender Corona-Verordnung getesteten Schülerinnen und Schülern gleichgestellt. Das gilt auch für geimpftes und genesenes Lehrpersonal. Das Ministerium empfiehlt allerdings dennoch, an den Testungen teilzunehmen.

Die tägliche Testpflicht gilt zunächst für die ersten beiden Schulwochen. In diesem Zeitraum besteht dem Bildungsministerium zufolge auch eine Maskenpflicht in den Klassenräumen. Getragen werden müssen medizinische Mund-Nasenbedeckungen.

Auf den Schulhöfen muss zwar keine Maske getragen werden, laut Ministerium sollen die Kinder hier aber den Mindestabstand von 1,5 Metern einhalten. Auch im Sport- und Schwimmunterricht kann auf die Maske verzichtet werden.

GEW sorgt sich um Gesundheitsschutz

Eva Gerth
Eva Gerth Bildrechte: imago images/Christian Schroed

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft in Sachsen-Anhalt hat im Vorfeld des Unterrichtsbeginns in Präsenz Sorge um den Gesundheitsschutz geäußert. Landesvorsitzende Eva Gerth erklärte MDR SACHSEN-ANHALT, dass auch im zweiten Corona-Winter Lüften die Allzweckwaffe in den Schulen sei: "Luftfilter gibt es nur im Bildungsministerium, obwohl die ja nach Auffassung von Ministerin Feußner unwirksam sind." Die Landesregierung solle den Gesundheitsschutz an Schulen weiterführen und nicht am Geld scheitern lassen, so die Gewerkschaft. Dass Tests und Maskenpflicht bleiben sollen, findet die GEW gut.

Probleme mit der Präsenzpflicht sieht Gert vor allem, wenn ein großer Teil des Personals krank oder in Quarantäne sei. Das Schulsystem habe keinerlei personelle Reserven. Die GEW forderte einen Plan, wie in Mecklenburg-Vorpommern. Dort können Schulleitungen selbständig entscheiden, wie sie den Unterricht für ihre Schülerinnen und Schüler organisieren, wenn viele Lehrer fehlen.

GEW: Digitalisierung an Schulen weiter schleppend

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Hinsichtlich eines möglichen Wechselunterrichts kritisierte die Gewerkschaft erneut die schleppende Digitalisierung an den Schulen. Die Landesregierung habe es bisher versäumt, die Digitalisierung voranzutreiben. Der Digitalpakt sei längst nicht umgesetzt. Viele Schulen hätten keine gute Ausstattung und kein schnelles Internet, um zum Beispiel auch Unterricht aus dem Klassenraum nach Hause übertragen zu können. Außerdem würden die digitalen Endgeräte der Lehrkräfte derzeit nicht administriert, weil sich Schulträger und Ministerium um Zuständigkeiten streiten würden.

Wie geht es weiter: Beratung nach erster Schulwoche

Nach der ersten Schulwoche will das Bildungsministerium die Lage neu bewerten. Je nach Entwicklung sollen die Maßnahmen dann gegebenenfalls angepasst werden. Bildungsministerin Eva Feußner hatte vor Kurzem betont, dass der Präsenzunterricht höchste Priorität habe. Es gehe um das Recht der Kinder und Jugendlichen auf Bildung und Teilhabe.

Das Ministerium teilte aber auch mit, dass man in den Distanzunterricht wechseln können. Die digitalen Tools des Landesbildungsservers seien so ausgelegt, dass auch vermehrte Zugriffe möglich seien. Zudem hätten mehr als 85 Prozent der Lehrkräfte über den Digitalpakt ein digitales Endgerät bekommen.


Soweit unser Top-Thema. Doch was passiert eigentlich, wenn das Kind in der Corona-Pandemie so einen großen Lernrückstand verzeichnet, dass es freiwillig ein Schuljahr wiederholen möchte? Unter welchen Umständen das möglich ist, erklären wir in unserem #MDRklärt. Doch zunächst geht es in den Harz, genauer in die Westernstadt Pullman City. Dort ging es am Wochenende tierisch zur Sache.

Neben einer Grafik mit der Aufschrift -Das Video des Morgens- ist die Zeichnung eines Monitors mit einem Start-Button zu sehen.
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Sachsen-Anhalt Sachsen-Anhalt am Morgen: Das Video des Morgens

Sachsen-Anhalt am Morgen: Das Video des Morgens

Video des Morgens: Schlittenhunde starten in die Saison

Das letzte Ferienwochenende haben so einige für einen Ausflug in die Westernstadt Pullman City genutzt. Denn dort ging es nach einem Jahr Pause wieder tierisch zur Sache: Die Schlittenhunde wurden von der Leine gelassen. Zwar ohne Schlitten, dafür aber in einer leicht verschneiten Winterkulisse.

Neben einer Grafik mit der Aufschrift -#MDRklärt, Schlauer in einer Minute- ist die Zeichnung eines Luftstoßes zu sehen, der aus einem gezeichneten Kopf ausstößt.
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Sachsen-Anhalt Sachsen-Anhalt am Morgen: #MDRklärt - Schlauer in einer Minute

Sachsen-Anhalt am Morgen: #MDRklärt - Schlauer in einer Minute

#MDRklärt: Wegen Corona – wie Schulkinder freiwillig eine Klasse wiederholen können

Um den pandemiebedingten Lern-Rückstand auszugleichen, wollen manche Schülerinnen und Schüler das machen, was sonst nicht gerade als erstrebenswert gilt: Sie wollen eine Klasse wiederholen. Freiwillig. Doch das ist gar nicht so einfach. Unser #MDRklärt zeigt, wann freiwilliges Wiederholen gestattet ist. 

#MDRklärt So können Schüler Klassen freiwillig wegen Corona wiederholen

So können Schüler Klassen freiwillig wegen Corona wiederholen
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So können Schüler Klassen freiwillig wegen Corona wiederholen
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Alle Schüler von Abschlussklassen, allerdings nur in begründeten Einzelfällen. Der Antrag muss vor der letztenmündlichen Prüfung gestellt werden.
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Das Angebot gilt für alle Klassenstufen. Der Antrag muss bis zum Beginn des Schuljahres 2021/2022 eingereicht werden.
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Alle Schüler können wiederholen, außer sie haben im vergangenen Schuljahr freiwillig wiederholt oder verlassen die Schule mit einem Abgangszeugnis.  Die Schüler können ihren Antrag bis zu einer Woche nach Ausgabe der Sommerzeugnisse einreichen.
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Texttafel: "Mehr Erklärgrafiken und -videos auf Instagram @mdrklaert"
Quelle: MDR/Max Schörm Bildrechte: MDR/Max Schörm
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Neben einer Grafik mit der Aufschrift -Die Medienschau- ist die Zeichnung einer Tageszeitung zu sehen.
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Sachsen-Anhalt Sachsen-Anhalt am Morgen: Die Medienschau

Sachsen-Anhalt am Morgen: Die Medienschau

Medienschau: Was andere schreiben

  • "Pannenbrücke auf A2 ab August frei" – die Volksstimme macht heute Morgen die A2-Brücke bei Hohenwarte zu ihrem Thema. Nach vier Jahren Reparatur soll es dort ab August wieder freie Fahrt geben. Der Zeitung zufolge gibt es zudem bei 35 weiteren Brücken im Land dringenden Sanierungsbedarf.
  • "Tourismus auf Talfahrt" – die Mitteldeutsche Zeitung blickt auf Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Tourismus. Demnach blieben wegen hoher Inzidenzen, abgesagter Weihnachtsmärkte und 2G-Regelen bei Übernachtungen die Hotelgäste aus. Die Sommermonate hatten nur einen kurzen Aufschwung gebracht.


Neben einer Grafik mit der Aufschrift -Tipp am Morgen- ist die Zeichnung eines Fingers zu sehen, der auf ein Smartphone zeigt.
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Sachsen-Anhalt Sachsen-Anhalt am Morgen: Tipp am Morgen

Sachsen-Anhalt am Morgen: Tipp am Morgen

Tipp: 100 Tage Schwarz-Rot-Gelbe Koalition in Sachsen-Anhalt

Seit gut 100 Tagen regiert Ministerpräsident Reiner Haseloff mit CDU, SPD und neuerdings der FDP das Land. Wie Haseloff und sein Kabinett sich bisher geschlagen haben und wo wichtige Vorhaben der Koalition nun stehen – MDR SACHSEN-ANHALT hat eine erste Bilanz gezogen.

Neben einer Grafik mit der Aufschrift -Was außerdem wichtig wird- ist die Zeichnung einer Person zu sehen, die durch ein Fernglas sieht.
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Sachsen-Anhalt Sachsen-Anhalt am Morgen: Was heute außerdem wichtig wird

Sachsen-Anhalt am Morgen: Was heute außerdem wichtig wird

Was heute außerdem wichtig wird

  • 😷 Die Gesundheitsministerinnen und Gesundheitsminister beraten am Nachmittag online über die jüngsten Bund-Länder-Beschlüsse. Nach Angaben des Sozialministeriums Sachsen-Anhalt, das den Vorsitz der Konferenz inne hat, geht es vor allem um länderübergreifende Maßnahmen angesichts der Omikron-Variante. Sozialministerin Petra Grimm-Benne (SPD) will am Abend über die Ergebnisse informieren. Alles wichtige dazu erfahren Sie

Damit bin ich auch schon am Ende unseres heutigen Überblicks zum Start in den Tag. Kommen Sie gut in die Woche! Morgen begrüßt Sie an dieser Stelle meine Kollegin Mandy Ganske-Zapf. Wir lesen uns hoffentlich am Mittwoch wieder.

Über Themen aus "Sachsen-Anhalt am Morgen" berichtet MDR SACHSEN-ANHALT... ...im Hörfunk | MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | ab 05:00 Uhr
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Quelle: MDR SACHSEN-ANHALT

3 Kommentare

Floeckchen vor 18 Wochen

Wiederholungen waren in den letzten beiden Jahren wohl möglich. Aber die Realität sieht da wohl anders aus, denn wie mir die Schulleiterin meiner Tochter persönlich mitteilte, weiß man das zu verhindern, da man keinen Platz für die Wiederholer hat. Nicht mal eine längere krankheitsbedingte Abwesenheit wird akzeptiert. Fächer ohne Noten werden mit "teilgenommen" auf dem Zeugnis aufgeführt. Schlechte Leistungen werden mit zu guten Noten aufgrund von angeblich guter Mitarbeit im Unterricht ausgeglichen.
Und das Beste: Lehrer verlangen entgegen dem Bildungsministerium, dass geimpfte und genesene Schüler sich täglich testen (wie in Bayern) oder sie sonst als unentschuldigt gelten. Ich finde hierzu nichts, was dieses Vorgehen bestätigt. Meine Tochter (geimpft) verträgt die Stäbchen-Testungen nicht, muss danach Stundenlang niesen, was die Lehrer dann lautstark als Corona-Symptom auslegen - und das meist vor der ganzen Klasse. Demütigend für meine Tochter und total verunsichernd. Schrecklich!

O.B. vor 18 Wochen

Was wenn Schüler ein Jahr wiederholen wollen?
In der Theorie steht das mal eben so im Raum aber hat man das auch zu Ende gedacht!?
Um es mal krass dazustellen das man schneller auf den Punkt kommt.
10 Schüler entschliessen sich in einer Klasse nachzuholen weil Sie nicht mit einem durchschnittlichen von 3 oder 4 auf Arbeitssuche gehen wollen. Die gehen nun in die darunter liegende Klasse. Diese hat aber schon 20 Schüler. Bedeutet Klasse teilen aber wie teilt man den Lehrer!? Bei abschlussklassen bedeutet es das so und soviel weniger Lehrlinge Studenten kommen aber im darauffolgenden Jahr dementsprechend mehr. Familienplanung bis hin zur Rente wird beeinflusst und wie gross der Einfluss ist hängt davon ab wieviele der ca12 Mio Schüler das machen. Klar "dumme" Schüler auf den Arbeitsmarkt werfen geht auch nicht aber hier zeigt sich jetzt richtig wie sehr Kinder und somit die Zukunft beeinflusst wurde durch schulschliessungen.

Warum nicht vor 18 Wochen

Zu "MDRklärt": Die dargestellte Regelung für LSA bezüglich des Wiederholens eines Schuljahres scheint kaum aktuell zu sein, da die genannte Antragsfrist "Beginn des Schuljahres 2021/22" längst abgelaufen ist. Gibt es dazu eine aktuelle Regelung?

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