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10.01.2022 | Sachsen-Anhalt am MorgenPräsenz trotz Corona: So startet die Schule nach den Weihnachtsferien

von Cornelia Winkler, MDR SACHSEN-ANHALT

Stand: 10. Januar 2022, 06:59 Uhr

Sachsen-Anhalt am Montagmorgen: Drei Wochen hatten Sachsen-Anhalts Schülerinnen und Schüler wegen der Corona-Lage Weihnachtsferien. Ab heute beginnt wieder der Unterricht. Damit sollen Schülerinnen und Schüler auch wieder vor Ort lernen, denn es gilt Präsenzpflicht. Was das für Schulkinder, Eltern und Lehrkräfte bedeutet, klären wir gleich in unserem Top-Thema. Außerdem: Was, wenn Kinder wegen pandemiebedingter Lernrückstände ein Schuljahr wiederholen wollen? Und im Harz sind nach einjähriger Pause die Schlittenhunde in die Saison gestartet. Ich bin Cornelia Winkler – und hier kommt Ihr Morgen-Update.


Unterrichtsbeginn in Präsenz

Nach drei Wochen Weihnachtsferien beginnt für Schülerinnen und Schüler in Sachsen-Anhalt heute wieder der Unterricht – und zwar vor Ort. Denn in allen Schulformen gilt nun wieder die Präsenzpflicht.

Heißt: Alle Schulkinder müssen auch wieder in die Schulen zurück. Ausgenommen davon sind laut Bildungsministerium Kinder mit Vorerkrankungen und solche, die in Elternhäusern mit Risikopatienten leben. Sie müssen allerdings ein ärztliches Attest vorweisen, um dem Präsenzunterricht fernbleiben zu können.

Die Präsenzpflicht wurde Ende November 2021 aufgehoben. Dadurch sollte Kontakte reduziert und  das Infektionsgeschehen gebremst werden. Auch der Beginn der Weihnachtsferien wurde dafür vorgezogen und die Ferien so auf drei Wochen verlängert.

Tägliche Corona-Tests und Maskenpflicht

Nun geht es wieder zurück in die Klassenräume. Wegen der Corona-Lage müssen die Schülerinnen und Schüler weiter einige Regeln beachten. So müssen sie jeden Tag vor dem Unterricht einen negativen Corona-Test vorweisen. Dafür werden an den Schulen Tests angeboten. Schülerinnen und Schüler unter 18 Jahren benötigen hierzu ein Einverständnis der Erziehungsberechtigten. Wer dieses nicht vorlegt, kann nicht getestet werden und somit nicht am Präsenzunterricht teilnehmen. Wegen der geltenden Präsenzpflicht bedeutet das für die Kinder, sie fehlen dann unentschuldigt.

Nicht testen lassen müssen sich Schülerinnen und Schüler, die vollständig geimpft oder genesen sind. Sie sind sie von dieser Testpflicht ausgenommen und laut geltender Corona-Verordnung getesteten Schülerinnen und Schülern gleichgestellt. Das gilt auch für geimpftes und genesenes Lehrpersonal. Das Ministerium empfiehlt allerdings dennoch, an den Testungen teilzunehmen.

Die tägliche Testpflicht gilt zunächst für die ersten beiden Schulwochen. In diesem Zeitraum besteht dem Bildungsministerium zufolge auch eine Maskenpflicht in den Klassenräumen. Getragen werden müssen medizinische Mund-Nasenbedeckungen.

Auf den Schulhöfen muss zwar keine Maske getragen werden, laut Ministerium sollen die Kinder hier aber den Mindestabstand von 1,5 Metern einhalten. Auch im Sport- und Schwimmunterricht kann auf die Maske verzichtet werden.

GEW sorgt sich um Gesundheitsschutz

Eva Gerth Bildrechte: imago images/Christian Schroed

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft in Sachsen-Anhalt hat im Vorfeld des Unterrichtsbeginns in Präsenz Sorge um den Gesundheitsschutz geäußert. Landesvorsitzende Eva Gerth erklärte MDR SACHSEN-ANHALT, dass auch im zweiten Corona-Winter Lüften die Allzweckwaffe in den Schulen sei: "Luftfilter gibt es nur im Bildungsministerium, obwohl die ja nach Auffassung von Ministerin Feußner unwirksam sind." Die Landesregierung solle den Gesundheitsschutz an Schulen weiterführen und nicht am Geld scheitern lassen, so die Gewerkschaft. Dass Tests und Maskenpflicht bleiben sollen, findet die GEW gut.

Probleme mit der Präsenzpflicht sieht Gert vor allem, wenn ein großer Teil des Personals krank oder in Quarantäne sei. Das Schulsystem habe keinerlei personelle Reserven. Die GEW forderte einen Plan, wie in Mecklenburg-Vorpommern. Dort können Schulleitungen selbständig entscheiden, wie sie den Unterricht für ihre Schülerinnen und Schüler organisieren, wenn viele Lehrer fehlen.

GEW: Digitalisierung an Schulen weiter schleppend

Hinsichtlich eines möglichen Wechselunterrichts kritisierte die Gewerkschaft erneut die schleppende Digitalisierung an den Schulen. Die Landesregierung habe es bisher versäumt, die Digitalisierung voranzutreiben. Der Digitalpakt sei längst nicht umgesetzt. Viele Schulen hätten keine gute Ausstattung und kein schnelles Internet, um zum Beispiel auch Unterricht aus dem Klassenraum nach Hause übertragen zu können. Außerdem würden die digitalen Endgeräte der Lehrkräfte derzeit nicht administriert, weil sich Schulträger und Ministerium um Zuständigkeiten streiten würden.

Wie geht es weiter: Beratung nach erster Schulwoche

Nach der ersten Schulwoche will das Bildungsministerium die Lage neu bewerten. Je nach Entwicklung sollen die Maßnahmen dann gegebenenfalls angepasst werden. Bildungsministerin Eva Feußner hatte vor Kurzem betont, dass der Präsenzunterricht höchste Priorität habe. Es gehe um das Recht der Kinder und Jugendlichen auf Bildung und Teilhabe.

Das Ministerium teilte aber auch mit, dass man in den Distanzunterricht wechseln können. Die digitalen Tools des Landesbildungsservers seien so ausgelegt, dass auch vermehrte Zugriffe möglich seien. Zudem hätten mehr als 85 Prozent der Lehrkräfte über den Digitalpakt ein digitales Endgerät bekommen.


Soweit unser Top-Thema. Doch was passiert eigentlich, wenn das Kind in der Corona-Pandemie so einen großen Lernrückstand verzeichnet, dass es freiwillig ein Schuljahr wiederholen möchte? Unter welchen Umständen das möglich ist, erklären wir in unserem #MDRklärt. Doch zunächst geht es in den Harz, genauer in die Westernstadt Pullman City. Dort ging es am Wochenende tierisch zur Sache.

Video des Morgens: Schlittenhunde starten in die Saison

Das letzte Ferienwochenende haben so einige für einen Ausflug in die Westernstadt Pullman City genutzt. Denn dort ging es nach einem Jahr Pause wieder tierisch zur Sache: Die Schlittenhunde wurden von der Leine gelassen. Zwar ohne Schlitten, dafür aber in einer leicht verschneiten Winterkulisse.


#MDRklärt: Wegen Corona – wie Schulkinder freiwillig eine Klasse wiederholen können

Um den pandemiebedingten Lern-Rückstand auszugleichen, wollen manche Schülerinnen und Schüler das machen, was sonst nicht gerade als erstrebenswert gilt: Sie wollen eine Klasse wiederholen. Freiwillig. Doch das ist gar nicht so einfach. Unser #MDRklärt zeigt, wann freiwilliges Wiederholen gestattet ist. 


Medienschau: Was andere schreiben

  • "Pannenbrücke auf A2 ab August frei" – die Volksstimme macht heute Morgen die A2-Brücke bei Hohenwarte zu ihrem Thema. Nach vier Jahren Reparatur soll es dort ab August wieder freie Fahrt geben. Der Zeitung zufolge gibt es zudem bei 35 weiteren Brücken im Land dringenden Sanierungsbedarf.
  • "Tourismus auf Talfahrt" – die Mitteldeutsche Zeitung blickt auf Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Tourismus. Demnach blieben wegen hoher Inzidenzen, abgesagter Weihnachtsmärkte und 2G-Regelen bei Übernachtungen die Hotelgäste aus. Die Sommermonate hatten nur einen kurzen Aufschwung gebracht.


Tipp: 100 Tage Schwarz-Rot-Gelbe Koalition in Sachsen-Anhalt

Seit gut 100 Tagen regiert Ministerpräsident Reiner Haseloff mit CDU, SPD und neuerdings der FDP das Land. Wie Haseloff und sein Kabinett sich bisher geschlagen haben und wo wichtige Vorhaben der Koalition nun stehen – MDR SACHSEN-ANHALT hat eine erste Bilanz gezogen.


Was heute außerdem wichtig wird

  • 😷 Die Gesundheitsministerinnen und Gesundheitsminister beraten am Nachmittag online über die jüngsten Bund-Länder-Beschlüsse. Nach Angaben des Sozialministeriums Sachsen-Anhalt, das den Vorsitz der Konferenz inne hat, geht es vor allem um länderübergreifende Maßnahmen angesichts der Omikron-Variante. Sozialministerin Petra Grimm-Benne (SPD) will am Abend über die Ergebnisse informieren. Alles wichtige dazu erfahren Sie

Damit bin ich auch schon am Ende unseres heutigen Überblicks zum Start in den Tag. Kommen Sie gut in die Woche! Morgen begrüßt Sie an dieser Stelle meine Kollegin Mandy Ganske-Zapf. Wir lesen uns hoffentlich am Mittwoch wieder.

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Quelle: MDR SACHSEN-ANHALT

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