12.01.2021 | Sachsen-Anhalt am Morgen Hüskens contra Grimm-Benne – der Streit um die Luca-App

Cornelia Winkler
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«Check-In» steht am Eingang eines Bekleidungsgeschäftes am Alexanderplatz in der Luca-App einer Person
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Sachsen-Anhalt am Mittwochmorgen: Seit März 2021 kann in Sachsen-Anhalt die Luca-App zur Kontaktnachverfolgung genutzt werden. Wieso in der Regierung über den weiteren Einsatz gestritten wird, erfahren Sie gleich im Top-Thema. Außerdem schaue ich mit Ihnen auf den Breitband-Ausbau im Land und zeige ihnen einen ganz besonderen Wohnort in der Altmark. Ich bin Cornelia Winkler – und hier kommt Ihr Morgen-Update.


Neben einer Grafik mit der Aufschrift -Thema des Morgens- ist die Zeichnung einer Kaffeetasse zu sehen.
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Sachsen-Anhalt Sachsen-Anhalt am Morgen: Das Thema des Morgens

Sachsen-Anhalt am Morgen: Das Thema des Morgens

Landesregierung diskutiert über Zukunft der Luca-App

Wer in den vergangenen Wochen ein Restaurant besucht hat oder mal im Kino war, wird es kennen: An vielen Orten wird man gebeten, sich mit der sogenannten Luca-App einzuchecken. Das soll in der Corona-Pandemie Gesundheitsämtern helfen, Personen ausfindig zu machen, die Kontakt zu Corona-Infizierten hatten. Das klappt allerdings nicht besonders gut.

Das Land hat für den Einsatz der App fast eine Million Euro ausgegeben. Ab März kann der Vertrag mit dem privaten Software-Anbieter nun gekündigt werden. Die Landesregierung diskutiert deswegen derzeit über die Zukunft der Luca-App – und ist sich uneinig über den weiteren Einsatz.

Digitalministerin gegen Fortführung der Luca-App

Lydia Hüskens
Sachsen-Anhalts Digitalminsterin Lydia Hüskens Bildrechte: imago/Christian Schroedter

Die Ministerin für Digitales, Lydia Hüskens (FDP), rät dem Land von einer weiteren Nutzung der Luca-App ab. Sie sagte MDR SACHSEN-ANHALT, man habe dem Gesundheitsministerium empfohlen, den Vertrag mit den privaten Betreibern zu kündigen.

Die erhoffte Erleichterung bei der Kontaktnachverfolgung der Gesundheitsämter sei offenbar nicht eingetreten. Alternativ könne die Corona-Warn-App eingesetzt werden. Mit dieser sei eine staatlich finanzierte App zur Kontaktverfolgung vorhanden, deren Funktionen analog zur Luca-App seien.

Auch Grüne für Vertrags-Beendigung

Auch aus der Opposition kommen Stimmen, den Vertrag nicht zu verlängern. Die Grünen hatten bereits am Montag eine Vertragskündigung gefordert. Stattdessen solle auf die Corona-Warn-App "als alleinige App zur schnellen Warnung und Nachverfolgung von Kontakten" gesetzt werden.

Der Landtagsabgeordnete und parlamentarische Fraktionsgeschäftsführer Sebastian Striegel sagte, die Luca-App sei eine millionenteure Fehlinvestition und datenschutzrechtlich eine "Katastrophe". Außerdem leiste sie nicht, was sie vorgebe. "Gesundheitsämter sind damit nicht in der Lage, eine schnelle und effektive Kontaktnachverfolgung zu gewährleisten", so Striegel.

Gesundheitsministerin denkt über Weiterführung nach

Grundsätzlich zuständig für das Thema ist in der Landesregierung das Gesundheitsministerium. Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) hatte den Vertrag vergangenes Jahr abgeschlossen und auch gegen die wachsende Kritik stets verteidigt.

Trotz eindringlicher Warnungen von Politikern verschiedener Parteien und IT-Experten denkt Grimm-Benne über eine Vertragsverlängerung nach. Aus dem Ministerium heißt es dazu, vermutlich werde es auch 2022 noch Bedarf an einem digitalen System der Kontaktnachverfolgung geben. Man wolle sich in den nächsten Wochen mit den Bundesländern abstimmen, die die Luca-App zur Kontaktnachverfolgung genutzt haben.

Kritik an der Luca-App

Die Luca-App soll dabei helfen, Corona-Kontakte nachzuverfolgen. Die Software digitalisiert die Kontaktdaten, die Besucher beim Check-in in Restaurants, Cafés oder auch Veranstaltungsstätten erfassen. Das soll den Betreibern der Einrichtungen helfen, die gesetzlich vorgeschriebene Erfassung der Besucher zu erledigen.

Datenschützer hatten die App schon lange kritisiert, insbesondere vom Chaos Computer Club. Dieser sagt, dass die Daten in der Luca-App überhaupt nicht sicher seien. An manchen Stellen haben die Macherinnen und Macher nachgebessert. Doch die einhellige Meinung von IT-Experten lautet mittlerweile, die Luca-App sei alles andere als optimal und mache den Gesundheitsämtern in der Verarbeitung der Daten sogar mehr Arbeit.

Corona-Warn-App als Alternative?

Die Corona-Warn-App soll dagegen sicherer sein. Zu Beginn gab es mit ihr nur die Möglichkeit zu sehen, ob jemand in der Nähe an Corona erkrankt war. Wer sich mehr als zehn Minuten in der Nähe einer oder eines Infizierten aufgehalten hat, bekommt eine Warnung. Mittlerweile hat die App aber ähnliche Funktion wie die Luca-App. Praktisch, denn wer seine Impfzertifikate in der App hat, kann diese beim Eintritt in ein Lokal oder Geschäft vorweisen und sich dann gleich einscannen.


Soweit unser Top-Thema. Außerdem schauen wir noch auf den Internetausbau in Sachsen-Anhalt. Die #MDRklärt-Kollegen zeigen, wo im Land schnelles Internet bereits verfügbar ist und wo es noch dürftig aussieht. In unserem Lesetipp stellt Ihnen meine Kollegin Elisa Sowieja-Stoffregen einen Fischer aus der Altmark vor, der satt einer Wohnung ein Hausboot sein Zuhause nennt. Doch zunächst blicken wir nach Jessen. Dort soll sich im Dezember einen schrecklicher Vorfall an einer Förderschule ereignet haben.

Neben einer Grafik mit der Aufschrift -Das Video des Morgens- ist die Zeichnung eines Monitors mit einem Start-Button zu sehen.
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Sachsen-Anhalt Sachsen-Anhalt am Morgen: Das Video des Morgens

Sachsen-Anhalt am Morgen: Das Video des Morgens

Video des Morgens: Lehrerin soll Kind in Holzkiste eingesperrt haben

Dass dem eigenen Kind Schaden zugefügt wird, ist wohl eine der schlimmsten Vorstellungen eines jeden Elternteils. So auch für die Eltern des neunjährigen Max. Das Kind mit Down-Syndrom besucht eine Förderschule in Jessen, wo er im vergangenen Dezember schreckliche Momente erlebt haben soll. Die Schulleiterin soll den Jungen vor den Augen aller in eine Kiste gesperrt haben – mindestens 20 Minuten lang. Mitschülerinnen informierten die Eltern per Sprachnachricht über den Vorfall. Sie haben nun Anzeige erstattet. In den kommenden Tagen will sich das zuständige Schulamt erklären.


Neben einer Grafik mit der Aufschrift -#MDRklärt, Schlauer in einer Minute- ist die Zeichnung eines Luftstoßes zu sehen, der aus einem gezeichneten Kopf ausstößt.
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Sachsen-Anhalt Sachsen-Anhalt am Morgen: #MDRklärt - Schlauer in einer Minute

Sachsen-Anhalt am Morgen: #MDRklärt - Schlauer in einer Minute

#MDRklärt: Schnelles Internet vor allem in Städten verfügbar

Schnelles Internet wird überall benötigt – sei es zu Hause oder auf der Arbeit. Sachsen-Anhalt erhält die sogenannten Breitbandanschlüsse nach und nach. Um beispielsweise Netflix und Co. in gut auflösender Qualität gucken zu können, braucht es Downloadraten von mindestens 50 Megabit pro Sekunde. Mit solchen Anschlüssen sind im Land laut Breitbandatlas aktuell 90,2 Prozent (Stand: 2021) ausgestattet. Recht gut ausgebaut ist das Internet meist in den Städten, im ländlichen Raum ist das eher noch dürftig. Wo genau es schnelles Internet in Sachsen-Anhalt gibt, zeigt unser #MDRklärt.

Neben einer Grafik mit der Aufschrift -Die Medienschau- ist die Zeichnung einer Tageszeitung zu sehen.
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Sachsen-Anhalt Sachsen-Anhalt am Morgen: Die Medienschau

Sachsen-Anhalt am Morgen: Die Medienschau

Medienschau: Was andere schreiben

  • "Omikron bedroht Unterricht" – die Volksstimme macht heute Morgen mögliche Schulschließungs-Pläne zu ihrem Thema auf Seite 1. Zwar hat Bildungsministerin Feußner bekräftigt, die Schulen weiter offen zu lassen. Für den Fall, dass die Corona-Zahlen nach oben schnellen, sollen dem Bericht zufolge einzelne Klassen oder Schulen wieder in den Distanzunterricht wechseln können.  
  • "Pfleger dringend gesucht" – die Mitteldeutsche Zeitung widmet sich in ihrer Titelgeschichte der Pflegebranche. Dem Blatt zufolge sind auf den Intensivstationen bereits zwölf Prozent der Stellen unbesetzt. Impfgegner würden zudem Ärzte und Pflegekräfte seit Wochen dazu aufrufen, ihre Stellen aus Protest zu kündigen.  


Neben einer Grafik mit der Aufschrift -Tipp am Morgen- ist die Zeichnung eines Fingers zu sehen, der auf ein Smartphone zeigt.
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Sachsen-Anhalt Sachsen-Anhalt am Morgen: Tipp am Morgen

Sachsen-Anhalt am Morgen: Tipp am Morgen

Tipp: Ein Leben auf dem Hausboot

Schloss, Bahnhof, Wasserturm: Manche Menschen wohnen ja an wirklich ungewöhnlichen Orten. So auch Fischer Gernot Quaschny aus der Altmark. Er lebt auf einem Hausboot in Hohengöhren. Ein Grund: Dieses Zuhause ist sicher vor Hochwasser, denn Quaschnys früheres Zuhause und sein Betrieb waren der Flut 2013 zum Opfer gefallen.

 Fischer Gernot Quaschny vor seinem Hausboot in Hohengöhren, hier die Außenansicht.
Gernot Quaschny wohnt seit 2013 auf einem Hausboot. Bildrechte: MDR/Elisa Sowieja-Stoffregen/Hoferichter&Jacobs | Fotomontage von Fabian Frenzel
Neben einer Grafik mit der Aufschrift -Was außerdem wichtig wird- ist die Zeichnung einer Person zu sehen, die durch ein Fernglas sieht.
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Sachsen-Anhalt Sachsen-Anhalt am Morgen: Was heute außerdem wichtig wird

Sachsen-Anhalt am Morgen: Was heute außerdem wichtig wird

Was heute außerdem wichtig wird

  • In Möckern übergibt Innenministerin Tamara Zieschang am Vormittag die Auszeichnung des Mal- und Zeichenwettbewerbs 2021. An dem Wettbewerb hatten sich insgesamt 4.510 Mädchen und Jungen der 1. bis 4. Klassen aus 91 Schulen des Landes beteiligt. Die Bilder der ausgezeichneten Kinder zieren jedes Jahr einen Kalender zum Wettbewerb.
  • In Magdeburg findet am Abend der Neujahrsempfang der Landeshauptstadt statt. Durchgeführt wird er im Opernhaus – Corona-bedingt unter 2G-Plus-Regeln.

Das war es für diesen Morgen von mir. Ich freue mich, wenn wir uns auch morgen wieder lesen. Kommen Sie gut durch den Tag!

Über Themen aus "Sachsen-Anhalt am Morgen" berichtet MDR SACHSEN-ANHALT... ...im Hörfunk | MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | ab 05:00 Uhr
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Quelle: MDR SACHSEN-ANHALT

2 Kommentare

hinter-dem-Regenbogen vor 18 Wochen

Da haben die unabhängigen Lobbyisten und Vertreter des Marketing, ganze Arbeit geleistet.
Allein die LUCA- APP dürfte in den letzten 18 Monaten mehr als 20 bis 30 Millionen Euro Deutschlandweit eingespielt haben.
Die LUCA-APP wurde in mindistens 12 von 16 Bundesländern vertrieben.
Der Urheber dieser APP ist weiterhin nicht bekannt. Betrieben wird diese APP aktuell von einem in Berlin ansässigen Event- und Marketing- Unternehmen.

Fazit:
Corona macht Menschen nicht nur krank - Corona macht Menschen auch reich.

Haller vor 18 Wochen

„Wir wollen Impf- und Personalausweis zusammenführen“, sagt der CEO der Luca-App Patrick Hennig.

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Eine Collage aus eine Klimademo-Schild, einem 9 Euro Monatsticket und Menschen auf einem Christopher Street Day. 1 min
Bildrechte: dpa/Imago
1 min 20.05.2022 | 18:15 Uhr

Die drei wichtigsten Themen vom 20. Mai aus Sachsen-Anhalt erfahren Sie hier kurz und knapp in nur 60 Sekunden. Präsentiert von MDR-Redakteurin Viktoria Schackow.

MDR S-ANHALT Fr 20.05.2022 18:00Uhr 01:00 min

https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen-anhalt/video-nachrichten-aktuell-zwanzigster-mai-100.html

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