Tarifabschluss Mehr Geld für Beschäftigte im Großhandel in Sachsen-Anhalt

Nach monatelangen Verhandlungen und Streiks ist im Tarifkonflikt des Großhandels für Sachsen-Anhalt ein Durchbruch erzielt worden. Gewerkschaft und Arbeitgeber einigten sich am Mittwoch auf einen Tarifabschluss. Die rund 18.000 Beschäftigten der Branche können nun mit mehr Geld rechnen. Eine erste Erhöhung soll es rückwirkend zum Oktober geben. Ob auch die Ausbildungsvergütung angehoben wird, ist noch unklar.

Regale im Großhandellager
In Sachsen-Anhalt können die mehr als 18.000 Beschäftigte des Großhandels mit mehr Geld rechnen. (Symbolbild) Bildrechte: IMAGO / Panthermedia

Die Beschäftigten im Großhandel Sachsen-Anhalts bekommen mehr Geld. Wie die Gewerkschaft Verdi mitteilte, hat sie sich mit den Arbeitgeberverbänden auf einen Tarifabschluss für die rund 18.000 Beschäftigten der Branche geeinigt. Damit sei der Tarifkonflikt nach sechs Monaten beendet.

Entgelte steigen in zwei Stufen

Laut Verdi steigen die Entgelte der Beschäftigten in zwei Stufen. So gebe es rückwirkend zum Oktober drei Prozent mehr Geld. Im April 2022 stehe ein weiteres Plus von 1,7 Prozent an. Der Tarifvertrag, dem die zuständigen Gremien noch zustimmen müssen, hat eine Laufzeit von 24 Monaten.

Ergebnis folgt Abschluss in Bayern

Der Tarifabschluss für Sachsen-Anhalt folgt den Abschlüssen, die bereits für mehrere andere Bundesländer in der Branche erzielt wurden. So war ein Durchbruch in den Verhandlungen zunächst Anfang Oktober in Bayern gelungen.

Dort wurde unter anderem auch die Ausbildungsvergütung im laufenden Jahr um 30 Euro angehoben. 2022 soll sie um weitere 20 Euro erhöht werden. Für Sachsen-Anhalt sind hierzu jedoch noch keine weiteren Details bekannt.

Verdi lobt "Mut" der Streikenden

Verdi-Verhandlungsführer Torsten Furgol lobte im Anschluss den Einsatz der Beschäftigten. Er sagte, der Tarifabschluss sei "der Verdienst der bundesweit Streikenden und Aktiven in den Betrieben". Sie hätten "trotz aller Spaltungsversuche der Arbeitgeber auf der Straße Flagge gezeigt". Damit hätten sie Mut und Stärke bewiesen. Das Ergebnis sei ein großer Erfolg für die Beschäftigten.

Dieses Ergebnis ist ein großer Erfolg für die Beschäftigten.

Torsten Furgol Verdi-Verhandlungsführer

Schwierige Verhandlungen wegen Corona-Krise

Über den Tarifvertrag im Großhandel war mehr als sechs Monate lang verhandelt worden. Dabei hätten sich beide Seiten schwer getan, betonte Judith Röder vom Arbeitgeberverband. Die Corona-Krise habe für schwierige Rahmenbedingungen gesorgt und auf die Firmen sehr unterschiedliche Auswirkungen gehabt.

dpa/MDR, Dominik Knauft

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 03. November 2021 | 18:00 Uhr

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