Nachwuchs Mehr Störche in Sachsen-Anhalt

Der Bestand an Störchen in Sachsen-Anhalt ist einem Experten zufolge im vergangenen Jahr gewachsen. Besonders wechselhaftes Wetter trägt dazu bei, denn dann gibt es mehr Insekten, Mäuse und Frösche, die Störche besonders gerne fressen.

Störche, die in den Süden abhauen
Die Route gen Süden kann entscheidend sein, ob die Störche überleben oder nicht. (Symbolbild) Bildrechte: Colourbox.de

In Sachsen-Anhalt ist die Zahl an Weißstorchpaaren in der vergangenen Brutsaison leicht gestiegen, vermutet Michael Kaatz, Geschäftsführer des Storchenhofes Loburg. Ehrenamtliche haben 2020 bereits 577 Storchenpaare gezählt, im vergangenen Jahr könnte diese Zahl auf 600 gestiegen sein, so Kaatz. Außerdem erwarte er mehr Jungstörche. Für eine abschließende Aussage fehlten aber noch die Meldungen.

Gründe für die Verbreitung

Wie sich die Storchenpopulation entwickelt, hinge im Wesentlichen davon ab, wie gut die Vögel aus ihrem Winterquartier kämen und welche Nahrungsbedingungen sie vorfänden. Besonders wechselhaftes Wetter komme den Störchen entgegen. Bei solchen Bedingungen entwickelten sich die Nahrungstiere wie Insekten, Mäuse und Frösche besonders gut, erklärte Kaatz.

Population wächst stärker in westdeutschen Bundesländern

Ein Mann an einem Storchennest
Michael Kaatz an einem Storchennest. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Eigentlich nimmt die Population der Störche vor allem in den westdeutschen Bundesländern seit Jahren zu, so Kaatz. Der Osten - insbesondere Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg - verzeichne hingegen starke Rückgänge. Das liege vor allem an der Route, für die sich die Störche im Winter entscheiden. Die Störche aus dem Osten ziehen meistens Richtung Südosten, wo die Rast- und Nahrungsplätze zuletzt in Südosteuropa und im Nahen Osten verloren gingen. Auch sterben hier immer noch viele Jungstörche an Stromleitungen. Im Westen nähmen die Störche bevorzugt die Südwestroute und flögen nur noch bis nach Spanien, weil ihnen die Bedingungen dort genügten. Diese Route sei deutlich kürzer und somit schonender für die Störche.

dpa, MDR (Nicole Franz)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 14. Januar 2022 | 19:00 Uhr

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