Monatseinkommen Großer Teil der Vollzeitbeschäftigten verdient weniger als 2.500 Euro brutto

Etwa 40 Prozent der Vollzeitbeschäftigten in Sachsen-Anhalt erhalten weniger als 2.500 Euro brutto im Monat, zeigt eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag. Die Linksfraktion im Landtag von Sachsen-Anhalt fordert finanzielle Entlastungen für Bürger.

Zwei Hände halten mehrere Euro-Banknoten.
Laut Statistik des Bundesarbeitsministeriums verdienen die Menschen in Ostdeutschland deutlich weniger Geld als im Westen. (Symbolbild) Bildrechte: Unsplash/Christian Dubovan

In Sachsen-Anhalt haben Ende 2020 etwa 40 Prozent aller Vollzeitbeschäftigten weniger als 2.500 Euro brutto im Monat verdient. Insgesamt seien das rund 204.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, wie aus einer Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag hervorgeht.

Einen höheren Anteil von Vollzeitbeschäftigten mit weniger als 2.500 Euro Bruttoentgelt als Sachsen-Anhalt haben in Ostdeutschland Mecklenburg-Vorpommern (43,5 Prozent), Thüringen (42,2 Prozent) und Sachsen (41,7 Prozent). Stichtag war der 31. Dezember 2020.

Ostdeutschland stärker betroffen als der Westen

Für Ostdeutschland lag derAnteil für Vollzeitbeschäftigte mit Bruttoentgelten unter 2.500 Euro, in den auch Berlin (24,7 Prozent) einbezogen wurde, bei 37,4 Prozent. Der westdeutsche Vergleichswert wurde mit 21,6 Prozent angegeben, der bundesweite mit 24,5 Prozent. Das Ministerium wies darauf hin, dass die Corona-Pandemie den Arbeitsmarkt im Jahr 2020 stark beeinflusst hat. So habe es viel Kurzarbeit gegeben, aber auch Corona-Zulagen in bestimmten Branchen oder Berufen.

Die Vorsitzende der Linksfraktion im Landtag, Eva von Angern, kommentiert die Zahlen so:

Der Osten ist deutlich stärker von den Preissteigerungen betroffen als der Westen. Wenn über 200.000 Vollzeitbeschäftigte in Sachsen-Anhalt nicht mehr als 2.500 Euro brutto im Monat erhalten, dann führt die Inflation zu existenziellen Sorgen.

Eva von Angern, Vorsitzende der Linksfraktion im Landtag

Die Bürger bräuchten mehr Entlastung, sagt von Angern. "Die Bundesregierung muss ein drittes Entlastungspaket vorlegen, das tatsächlich die Mehrkosten ausgleicht und auch Rentner und Studierende einbezieht." Nötig sei auch eine Steuerreform zugunsten kleiner und mittlerer Einkommen.

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dpa, MDR (Johanna Daher)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 18. Juni 2022 | 15:00 Uhr

29 Kommentare

Saxe vor 23 Wochen

@Thomas H: Stimmt. Gutes Argument. Dennoch bleibe ich dabei, dass in Deutschland von Einigen (!) auf sehr hohem Niveau gejammert wird. Schuld daran sind grundsätzlich Andere.

THOMAS H vor 23 Wochen

Saxe: Wenn dies wirklich so wäre, dann würden nicht tausende von AN 2 oder 3 Arbeiten annehmen, um nicht den Staat um Hilfe zu bitten.
Auch viele ältere Menschen, die nach ihrem Arbeitsleben nur ein geringes Einkommen haben, gehen "lieber" weiterhin arbeiten oder ziehen sich aus der Gesellschaft in die Einsamkeit zurück, um ihre finanzielle Situation nicht offen legen zu müssen, wobei sie es auch vermeiden den Staat um Hilfe zu bitten, da sie es als "betteln" ansehen, obwohl es ihnen zustehen würde.

THOMAS H vor 23 Wochen

Picolo: 2. Versuch:
2505 € gehören auch schon zu den 60 %, so daß Ihre Aussage "Ihr habt alle genug Geld - aber ihr könnt eben damit nicht umgehen." nicht zielführend ist.
In Bezug Ihrer Situation stellt sich die Frage: Haben Sie sich schon um die Ihnen zustehenden staatlichen Leistungen (z. B. Wohngeld) bemüht?
Wenn ich nämlich Ihre Angabe ("mit 2200 € auskommen) heranziehe und z. B. für Sachsen-Anhalt dazu nachschaue, könnte Ihrer Familie bis zu 361 € monatlich Wohngeld zustehen. Bei meinem ersten Versuch (19.06. ca 19:10 Uhr) habe ich ein Beispiel aufgeführt, aber die MDR-Veröffentlichungshoheit hat sich dazu entschieden, dieses nicht freizugeben. Einen anderen Grund kann ich mir nicht vorstellen, so daß ich hoffe, das Sie diese Zeilen erreichen, so daß mein Hinweis, falls Sie nicht selbst schon aktiv geworden sind, auch Ihre finanzielle Situation verbessern könnte.

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