Großbrand bei Kemberg Weniger Brände im Wald – aber deutlich größere Fläche zerstört

In Sachsen-Anhalt hat es im Jahr 2021 weniger Waldbrände gegeben – und doch wurde eine größere Fläche zerstört als noch ein Jahr davor. Dafür verantwortlich war vor allem ein Fall von mutmaßlicher Brandstiftung im Landkreis Wittenberg. Wie Experten den Wald in diesem Jahr schützen wollen.

Die Feuerwehren in Sachsen-Anhalt sind im Jahr 2021 zu insgesamt 39 Waldbränden gerufen worden. Das zeigen Zahlen des Landeszentrums Wald. Demnach hat es auf einer Fläche von gut 22 Hektar gebrannt – das entspricht in etwa 31 Fußballfeldern. Was viel klingt, ist mit Blick auf die Vergleichswerte in den Jahren zuvor einerseits mit einer guten Entwicklung verbunden – und zugleich mit einer schlechten.

Großer Waldbrand bei Kemberg: Elf Hektar in Flammen

Hinweisschilder verbieten das Betreten von Wanderwegen im Nationalpark Sächsische Schweiz
Um Waldbrände gar nicht erst aufflammen zu lassen, werden Wälder im Sommer immer wieder gesperrt – wie auf dem Archivfoto im Nationalpark Sächsische Schweiz. Bildrechte: dpa

Denn nach den Zahlen des Landeszentrums Wald hat es 2021 zwar weniger Waldbrände gegeben als noch ein Jahr zuvor. Allerdings brannte es auf einer deutlich größeren Fläche. In Zahlen: Wurden 2020 zwar 54 Waldbrände gezählt, brannte es aber auf einer geringeren Fläche von insgesamt neun Hektar. Dass die Zahlen 2021 so stark nach oben gegangen sind, hat nach Einschätzung der Experten mit einem Fall mutmaßlicher Brandstiftung in Kemberg im Landkreis Wittenberg zu tun.

Allein dabei war im Juni eine Fläche von gut elf Hektar in Brand geraten. Ein Tatverdächtiger wurde nach Angaben der Polizei bislang nicht gefasst.

Witterung im abgelaufenen Jahr war günstig

Dass die Zahl der Brände insgesamt zurückgegangen ist, hat nach Einschätzung des Landeszentrums mit der guten Witterung 2021 zu tun. Zwar sei es relativ warm gewesen, zugleich allerdings vor allem während der Vegetationsperiode recht feucht. Das sei die Zeit, in der Waldbrände hauptsächlich entstünden, sagte Sylke Mattersberger vom Landeszentrum Wald. Nach ihren Worten wurden allein im Juni 17 Brände gezählt. Zu Spitzenzeiten war es damals rund 35 Grad warm.

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In Sachsen-Anhalt werden ab 1. März wieder fünf Waldbrandgefahrenstufen über die aktuelle Gefährdungs-Lage für den Wald informieren. Das kündigte das Landeszentrum Wald an. Die fünf Warnstufen werden demnach bis Ende September wieder Aufschluss über die Lage im Wald und mögliche daraus folgende Konsequenzen wie Betretungs-Verbote geben. Darüber hinaus beobachten 15 Kameras Veränderungen in der Luft. So sollen Brände rechtzeitig erkannt werden.

Eine Waldbrand-App auf einem Smartphone
Waldbrandgefahrenstufe 3
Es besteht eine erhöhte Waldbrandgefahr. Die zuständige Behörde darf den Wald sperren. Das Betreten des Waldes ist weiterhin erlaubt, aber bei der Nutzung von Waldparkplätzen ist erhöhte Vorsicht geboten (Stichwort: heiße Auspuffanlagen). Öffentliche Feuerstellen oder Grillplätze im und am Wald dürfen nicht mehr genutzt werden.
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Das Landeszentrum Wald erklärte, es sehe seine Aufgabe in der Vorbeugung von Waldbränden. Dafür seien sogenannte Schutzstreifen besonders wichtig. Von ihnen gebe es 1.300 Kilometer in Sachsen-Anhalt, etwa entlang von Straßen. Diese Schutzstreifen werden frei von Pflanzen gehalten. Die Idee: So sollen übergreifende Flammen verhindert werden.

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dpa, MDR (Luca Deutschländer)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 14. Februar 2022 | 08:30 Uhr

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