Hilfe Waldbrand: Feuerwehren aus Sachsen-Anhalt halten Glutwache in Brandenburg

Zahlreiche Feuerwehren aus Sachsen-Anhalt sind weiterhin in Brandenburg im Einsatz. Nach und nach soll die Zahl der Einsatzkräfte nun aber reduziert werden. Die Feuerwehrleute halten weiterhin Glutwache. Aus ganz Sachsen-Anhalt waren Feuerwehrleute seit dem Wochenende nach Brandenburg ausgerückt.

Ein Löschhubschrauber ist wegen des Waldbrandes bei Treuenbrietzen im Einsatz und hat Wasser am Seddiner See getankt.
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In Brandenburg halten Einsatzkräfte weiterhin Brandwache, darunter Feuerwehrleute aus Sachsen-Anhalt. Die hatte das Land Brandenburg am Dienstag als weitere Unterstützung im Kampf gegen die Waldbrände bei Treuenbrietzen und Beelitz angefordert. Eine Sprecherin des Landkreises Potsdam-Mittelmark sagte am Mittwoch, die Zahl der Einsatzfahrzeuge und der Feuerwehrleute könne nun nach und nach reduziert werden.

Aus dem Landkreis Börde waren am Dienstagabend 130 Kameradinnen und Kameraden mit 25 Fahrzeugen nach Brandenburg gefahren. Kreisbrandmeister Matthias Schumann hatte MDR SACHSEN-ANHALT vor dem Einsatz: "Ich persönlich rechne mit einem 24-stündigen Einsatz, der es in sich hat. Wir müssen dort mit einem munitionsbelasteten Gebiet rechnen, in dem wir mit äußerster Vorsicht vorgehen müssen." Der Schwerpunkt liege darauf, Glutnester zu finden und abzulöschen.

Unter anderem aus Halle und den Stadtteilen Passendorf, Kanena, Diemitz, Dölau, Ammendorf und Büschdorf waren Feuerwehren am Wochenende ebenfalls in Brandenburg im Einsatz. Nach Informationen von MDR SACHSEN-ANHALT mussten auch Kameradinnen und Kameraden aus Prettin, Wittenberg, Kropstädt, Gräfenhainichen, Sandersdorf und Muldestausee ausrücken. Die Freiwillige Feuerwehr Bernburg kehrte am Montag aus dem Einsatzgebiet zurück.

Auch Bundeswehr unterstützt

Auch die Bundeswehr aus Holzdorf unterstützte die Löscharbeiten am Wochenende. Unter anderem hatte ein Transporthubschrauber 23 Löschflüge unternommen. Dabei hat er fast 120.000 Liter Wasser in die Flammen gekippt. Der Landrat des betroffenen Landkreises Potsdam-Mittelmark, Marko Köhler (SPD), dankte den mehr als 1.500 Einsatzkräften vom Wochenende, die auch aus Sachsen-Anhalt und Berlin in Brandenburg im Einsatz waren.

Am Montag hatte sich die Lage durch den anhaltenden Regen entspannt. In Treuenbrietzen – keine 20 Kilometer von der Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt entfernt – war das Feuer am Freitagnachmittag ausgebrochen. Es wütete auf mehr als 200 Hektar Waldfläche. Drei Ortsteile mussten evakuiert werden, rund 620 Menschen waren betroffen. Sie konnten am Montag wieder in ihre Häuser zurückkehren. Auch in Beelitz mussten einige Straßen vorübergehend evakuiert werden, nachdem sich dort der Waldbrand schnell auf eine Fläche von 200 Hektar ausgebreitet hatte.

Löscharbeiten dauerten am Dienstag an

Laut rbb24 suchte die Feuerwehr am Dienstag Glutnester tief im Boden, um sie abzulöschen. Bei Beelitz wurden mit Hilfe von Räumpanzern und Löschhubschraubern Vorkehrungen geschaffen, um die Gebiete besser vor neuen Feuern zu schützen. Sorge bereitete dabei vor allem das warme, trockene und windige Wetter der kommenden Tage.

Jonas Bartsch (l), Koordinator Waldbrandzentrale, und Philipp Nahrstedt, Forstamtsleiter Annaburg, schauen im Betreuungsforstamt Annaburg bei der Eröffnung der Waldbrandzentrale auf Monitore.
Die Waldbrandzentrale in Annaburg Bildrechte: dpa

Diese Sorge wird in Sachsen-Anhalt geteilt. Waldschützer warnen, das Land sei auf Großfeuer in militärischen Sperrgebieten nicht vorbereitet. Der Leiter der Waldbrandzentrale in Annaburg im Kreis Wittenberg, Philipp Nahrstedt, sagte MDR SACHSEN-ANHALT am Dienstag, die Feuer in Brandenburg seien auch in Sachsen-Anhalt frühzeitig erkannt worden. Allerdings hätten die Feuerwehrleute den Brandort bei Treuenbrietzen kaum erreichen können, da in den Wäldern immer noch viel Munition liege.

Probleme auch in militärischen Sperrgebieten in Sachsen-Anhalt möglich

Das wäre nach seinen Worten auch in der Oranienbaumer, Glücksburger oder Annaburger Heide ein Problem. Die Flächen gehörten größtenteils dem Bund und müssten dringend von alter Munition beräumt werden, so Nahrstedt. Schnelle Abhilfe könnten ihm zufolge 30 Meter breite Schneisen bringen, damit Kameraden dort im Notfall mit Schaumteppichen ein Übergreifen der Flammen verhindern könnten.

Waldbrandgefahr hat sich entspannt

Die Waldbrandgefahr hatte sich auch in einigen Teilen Sachsen-Anhalts durch den Regen entspannt. Hoch mit Warnstufe 4 und 5 war die Gefahr am Dienstag noch in Bereichen von Anhalt und dem Kreis Börde nördlich der Autobahn 2. In allen anderen Regionen des Landes ist die Gefahrenstufe teils deutlich niedriger.

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MDR (André Damm, Kevin Poweska, Mario Köhne)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 21. Juni 2022 | 15:30 Uhr

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