Nach Waldbrand im Harz Feuerwehrchef fordert Unterstützung von Haseloff für Löschhubschrauber

Bei Waldbränden wie in Schierke im Harz brauchen Feuerwehren Löschhubschrauber. Nach Ansicht des Feuerwehrschefs in Sachsen-Anhalt wäre es sinnvoll, diese über Ländergrenzen hinweg zu betreiben. Er will nun, dass sich Ministerpräsident Haseloff dazu mit anderen Ländern abstimmt. Gesprochen werden soll auch über die Rolle der Harzer Schmalspurbahnen.

Hubschrauber der Bundeswehr unterstützen die Brandbekämpfung im Einsatzgebiet im Harz.
Bei einem Waldbrand im Harz waren Löschhubschrauber der Bundeswehr im Einsatz gewesen. Bildrechte: dpa

Nach dem Waldbrand in Schierke im Harz hat der Vorsitzende des Landesfeuerwehrverbandes, Kai-Uwe Lohse, Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) aufgefordert, das Thema Löschhubschrauber mit Kollegen aus den Nachbarländern zu diskutieren.

Zusammenarbeit der Länder gefordert

Lohse, zugleich Kreisbrandmeister im Harz, sagte MDR SACHSEN-ANHALT: "Meiner persönlichen Meinung nach ist es Zeit, auch endlich mal auf Bundesebene und über die Ländergrenzen hinweg abzustimmen und ein Kontingent zu schaffen, auf das man dann zurückgreifen kann."

Für ein Bundesland wie Sachsen-Anhalt allein sei ein Löschhubschrauber sicherlich eine preisintensive Sache, so Lohse. Aber zusammen mit Nachbarbundesländern sei das anstrebenswert.

Kai-Uwe Lohse, Landesfeuerwehrverband Sachsen-Anhalt
Kai-Uwe Lohse ist Kreisbrandmeister im Harz und Vorsitzender beim Landesfeuerwehrverband. Bildrechte: dpa

Feuer in Schierke hätte eingegrenzt werden können

Beim Feuer in Schierke war ein Polizeihubschrauber angefordert worden, der dann nicht einsetzbar gewesen sei. Polizeihubschrauber würden den Einsatz auch nur im Nebengewerbe machen. Das sei für die Feuerwehr nicht optimal.

Lohse sagte MDR SACHSEN-ANHALT: "Ich bin der Meinung, man hat versucht, was zu finden. Es war allen bewusst, was auf dem Spiel steht. Aber wenn – aus welchen Gründen auch immer – keine Maschinen zur Verfügung stehen, dann kann man auch keine kriegen." Hätte man die Löschhubschrauber schon am Donnerstag um 14 oder 15 Uhr gehabt, hätte sich der Waldbrand nach Ansicht des Kreisbrandmeisters nicht soweit ausgedehnt. Am Ende waren mehrere Hektar Wald verbrannt.

Zuvor hatte bereits der Landrat des Harzkreises, Thomas Balcerowski (CDU), Kritik an der fehlenden Unterstützung aus der Luft geäußert. Balcerowski sagte am Freitag, er sei es Leid, immer wieder die Diskussion über Löschflugzeuge führen zu müssen. Es sei jetzt an der Zeit, sie anzuschaffen.

Lohse will über Harzer Schmalspurbahnen sprechen

Am Montag findet in Wernigerode ein Krisengespräch zum Thema Waldbrände im Harz mit Sachsen-Anhalts Forstminister Sven Schulze (CDU) statt. Kai-Uwe Lohse will, dass dann auch über die Rolle der Harzer Schmalspurbahnen gesprochen wird.

Lohse sagte MDR SACHSEN-ANHALT, es müsse über Einschränkungen der Fahrten bei großer Trockenheit gesprochen werden. Es sei nicht mehr erklärbar, dass man ab Waldbrandstufe 4 oder 5 den Wald sperren könne, Dampflokomotiven aber weiter fahren dürften.

Nationalpark Harz: Zusammenarbeit kann verbessert werden

Der Leiter des Nationalparks Harz, Roland Pietsch, sagte MDR SACHSEN-ANHALT vor dem Treffen, die Löschhubschrauber seien eine große Hilfe gewesen, es wäre aber gut gewesen, wären sie am Donnerstag bereits da gewesen statt am Freitag.

"Der Einsatz ist aus meiner Sicht wirklich gut gelaufen", so Pietsch. Man merke aber, dass man in der Zusammenarbeit noch besser werden kann. So müsse der Nationalpark in Zukunft früher alarmiert werden, um Maschinen vorzubereiten, die gegebenenfalls zum Einsatz kommen könnten. Die Einsatzleitstelle müsse den Nationalpark informieren und in die Einsatzplanung mit einbeziehen.

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MDR (Thomas Tasler, Karin Roxer, Julia Heundorf)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 15. August 2022 | 06:30 Uhr

8 Kommentare

zeig_auch_charakter_nicht_nur_maske vor 6 Wochen

Vor allem brauchen wir eine Rückkehr zur aufmerksamen Bewirtschaftung der Wälder! - Totholzmassenlagerwälder sind - (auch wenns gut gemeint sein mag im Sinne irgendeiner "Rückkehr" zu "naturnahen" Wäldern) - eben nur DA tolerierbar, wo man auch in Kauf nimmt, dass es alle paar Jahre grosse Brände gibt. Das kann man sich - ebenso wie Wolfrudel oder Borkenkäferrefugien - vielleicht im Yellowstone leisten- aber nicht im Harz. - Grüne Ideologie alleine erhält unsere jahrhundertealte KULTUR- Landschaft (denn das SIND unsere Wälder nun mal) so wenig, wie sie unsere Wirtschaft erhalten kann. - Im Gegenteil - sie gefährdet unseren Wohlstand UND unsere "Natur"-Umgebung. Und inzwischen ja sogar den Weltfrieden und damit das Überleben der Menschheit überhaupt!

Lavendel vor 6 Wochen

@Harka2
Also ich bezweifle, dass Deutschland von irgendeinem russischen Rüstungskonzern auch nur irgend etwas kaufen wird. Über Löschflugzeuge diskutieren Laien immer wieder gerne, während Experten in Deutschland diesen Weg nicht wirklich für zielführend erachten. Mediator stellt schon die richtigen Fragen, wenn er danach fragt, wie viele Tonnen Wasser welches Muster pro Zeiteinheit über dem Brandgebiet abladen kann.

Mediator vor 6 Wochen

Und was soll ein Löschflugzeug bringen, dass nur unwesentlich mehr als eine SuperPuma oder eine CH3 an Wasser abladen kann, dazu aber immer wieder zu einem Flugfeld zurück kehren muss? Wie sieht es da mit der Tonnage im Umlauf aus?

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