Tarifstreit GEW ruft zu Warnstreik an Schulen und Hochschulen auf

Den festgefahrenen Tarifkonflikt im öffentlichen Dienst bekommen nun die Schülerinnen und Schüler zu spüren. Die Lehrergewerkschaft GEW hat zu Warnstreiks in mehreren Regionen aufgerufen. Es drohen Unterrichtsausfälle.

Wanrstreiks in Belrin
Mindestens 150 Euro mehr pro Monat: Dafür sollen am Mittwoch Landesbeschäftigte an Schulen und Hochschulen in den Warnstreik treten. Bildrechte: imago images / snapshot

An Schulen und Hochschulen in der Südhälfte Sachsen-Anhalts stehen Warnstreiks bevor. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft GEW hat dazu für Mittwoch aufgerufen. Betroffen sind demnach die Städte Halle und Dessau-Roßlau sowie die Landkreise Anhalt-Bitterfeld, Burgenlandkreis, Mansfeld-Südharz, Saalekreis und der Landkreis Wittenberg.

Öffentlicher Dienst will fünf Prozent mehr Gehalt

Wanrstreiks in Belrin
Die Gewerkschaft GEW vertritt die Interessen der Beschäftigten im Bildungsbereich. Bildrechte: imago images/Seeliger

Hintergrund ist der Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes, in dem sich seit Anfang Oktober keine Lösung abzeichnet. Die Gewerkschaften fordern für die Beschäftigten der Länder fünf Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 150 Euro monatlich, im Gesundheitswesen 300 Euro. Azubis sollen von 100 Euro mehr pro Monat profitieren. Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder wies diese Forderungen bereits zwei Mal zurück. Ende November soll weiter verhandelt werden.

Schüler und Eltern müssten wegen der Warnstreiks mit Unterrichtsausfall rechnen, so eine GEW-Sprecherin. Einbezogen in die Aktion seien auch die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und die Hochschule Merseburg. Fünf Prozent mehr Lohn seien fair und nötig, so die GEW-Landesvorsitzende Eva Gerth. Die Beschäftigten an Schulen und Hochschulen hielten die Einrichtungen während der Pandemie am Laufen. Gerth verwies auch auf steigende Lebenshaltungskosten und darauf, dass der öffentliche Dienst Vorbild für faire Bezahlung sein müsse.

Kurz erklärt: Der Tarifstreit im öffentlichen Dienst

Hand zeigt leere Hosentasche und IG Metall Trillerpfeife
Für den öffentlichen Dienst geht es um mehr Geld. Bildrechte: IMAGO

Bundesweit gibt es rund 1,2 Millionen Landesbeschäftigte – in den Bereichen Verwaltung, Polizei, Kitas, Schulen und Justiz. In der Tarifrunde 2021 werden vor allem Gehaltserhöhungen gefordert. Das Tarifergebnis soll außerdem auf die Bezüge der rund 1,3 Millionen Beamtinnen und Beamten sowie weitere rund eine Million Versorgungsempfänger übertragen werden. In Sachsen-Anhalt ist das auch im neuen Koalitionsvertrag von CDU, SPD und FDP so vorgesehen. Der Tarifvertrag soll ein Jahr lang gelten.

Für die Gewerkschaften des Deutschen Gewerkschaftsbundes DGB – die GEW, die Gewerkschaft der Polizei und die IG BAU – sowie den Dachverband Beamtenbund und Tarifunion hat die Gewerkschaft Ver.di die Verhandlungsführerschaft gegenüber der Tarifgemeinschaft deutscher Länder TdL. Einzig für die Beschäftigten in Hessen gibt es einen anderen Weg. Das Land hat separat verhandelt und bereits Mitte Oktober ein Ergebnis erzielt.

Nach der gescheiterten zweiten Tarifrunde Anfang November beginnt mit dem 8. November eine Warnstreikwoche. Dabei sind deutschlandweit in verschiedenen Regionen Beschäftigte unterschiedlicher Bereiche zum Ausstand aufgerufen.

Quellen: DGB, GEW

Nach Angaben des Finanzministeriums in Sachsen-Anhalt könnten hierzulande rund 67.000 Frauen und Männer von einem Tarifabschluss profitieren. Rund 37 Millionen Euro zusätzlich pro Jahr würde jeder Prozentpunkt Gehaltserhöhung ausmachen. Aktuell schlagen die Personalkosten im etwa zwölf Milliarden schweren Landeshaushalt mit 3,6 Milliarden Euro zu Buche.

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Quelle: MDR/André Plaul, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT | 08. November 2021 | 05:00 Uhr

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