Nach Vorbild in Halle Gesundheitsministerin plant weitere Hebammenkreißsäle

Der Erfolg des Hebammenkreißsaals in Halle gibt Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin recht. Sie will das Modell auch auf andere Städte übertragen. Dadurch soll es weniger Kaiserschnitte geben und die Hebammenarbeit gestärkt werden.

St.Elisabeth und St.Barbara-Krankenhaus Halle/Saale
In Halle wurden Kreißsäle getestet, in denen allein die Hebammen das Sagen haben – offenbar erfolgreich. Das Modell soll ausgebaut werden. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerium plant, mehr Hebammenkreißsäle einzurichten. Ministerin Petra Grimm-Benne (SPD) sagte, dieses neue Modell der Geburtshilfe laufe in Halle sehr gut. Bereits seit Längerem sei eine solche Einrichtung in Dessau vorgesehen. Bislang sei sie aber am Geld gescheitert. Auch in Magdeburg und Wernigerode solle es Hebammenkreißsäle geben. "Wir wollen hebammengeleitete Kreißsäle als neues Versorgungsmodell schnell etablieren", sagte Grimm-Benne.

Der hebammengeleitete Kreißsaal

In den hebammengeleiteten Kreißsälen werden natürliche Geburten von Hebammen allein begleitet. Sie entscheiden dort, ob eventuell ein Arzt hinzugezogen werden muss, weil es die medizinische Versorgung erfordert. Damit habe die Hebamme wieder mehr Verantwortung als im Klinikbetrieb sonst üblich, wo Ärzte Kreißsäle leiten, so Grimm-Benne. Der Ministerin zufolge beklagen viele Hebammen, dass sie im normalen Klinikbetrieb eine Randrolle spielen und ihr eigentliches Können nicht mehr abgerufen wird.

Hebammenkreißsaal soll Kaiserschnittzahlen senken

Mit diesem relativ neuen Modell soll die Hebammenarbeit gestärkt werden. 2020 war ein solches Pilotprojekt am Universitätsklinikum Halle gestartet worden. Ziel sei es, die natürliche Geburt zu stärken und die Kaiserschnittzahlen zu senken. Die Frauen werden am Ende der Schwangerschaft und während der Geburt von einer Hebamme betreut. Eine Ärztin oder ein Arzt kann hinzugezogen werden, wenn eine medizinische Maßnahme nötig ist.

Quelle: MDR (Susanne Ahrens), dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT | 31. Dezember 2021 | 14:00 Uhr

1 Kommentar

pwsksk vor 31 Wochen

Frau Ministerin, wen interessiert Halle!? Es werden auch weiterhin Krankenhäuser auf dem "Lande" geschlossen, wofür sie stehen. Die Kommerzialisierung ala Lauterbach und Ulla Schmidt geht weiter, oder?

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