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Die Verwaltungen und Ministerien in Sachsen-Anhalt führen viele Gründe an, warum sie keine E-Autos nutzen. Bildrechte: dpa

Noch immer viele VerbrennerWenige E-Autos in Fuhrparks von großen Städten und der Landesregierung

von MDR SACHSEN-ANHALT

Stand: 22. August 2021, 14:00 Uhr

Sowohl die Ministerien des Landes als auch die Verwaltungen der großen Städte setzen weiterhin überwiegend auf Autos mit Verbrennungsmotoren. Die Gründe sind vielfältig. Vor allem der ungenügende Ausbau der landesweiten Ladeinfrastruktur wird genannt.

In Sachsen-Anhalt besteht der Fuhrpark der Ministerien und der Staatskanzlei weiter großteils aus Verbrennern. Auch viele städtische Fahrzeuge werden auch 2021 mit Benzin oder Diesel angetrieben. Ein Umdenken findet statt, allerdings lohnen sich E-Fahrzeuge für den vorgesehenen Einsatz aus Sicht der Verwaltungen oft nicht. Problematisch ist nach Einschätzung vieler die gering ausgebaute Ladeinfrastruktur landesweit.

Keine Hybridfahrzeuge in Magdeburg

In Magdeburg bestehe der Fuhrpark aktuell aus insgesamt 97 Kraftfahrzeugen, teilte ein Sprecher der Stadt mit – von Radladern und Planiermaschinen über Transporter bis hin zu kleinen Autos. Rein elektrisch fahren den Angaben zufolge 14 Autos und zwei Kleintransporter. Hybridfahrzeuge hat die Stadtverwaltung nicht.

Für den Einsatz der Elektrofahrzeuge wurden Modelle mit konventionellem Antrieb aus der Flotte genommen, wie es hieß. An den Standorten gebe es entsprechende Ladestationen. Die meisten Elektrofahrzeuge seien für das Ordnungsamt und den Bürgerservice unterwegs.

Halle: 19 Fahrzeuge mit E- oder Hybrid-Antrieb, aber 183 Verbrenner

In Halle werden Elektro- oder Hybridfahrzeuge vor allem im Grünflächenbereich und für allgemeine Fahrdienste genutzt. Im städtischen Fuhrpark würden derzeit 19 Kraftfahrzeuge mit E-Antrieb sowie Hybrid-Antrieb genutzt, teilte ein Sprecher der Stadt mit. 183 Fahrzeuge – einschließlich Transporter und Arbeitsfahrzeuge – haben demnach nach wie vor einen Verbrennungsmotor.

Oftmals hänge das mit Aspekten der Betriebssicherheit, Art oder Umfang und Anforderung des Einsatzes, Reichweite und Kosteneffizienz zusammen, so der Sprecher.

Halle setzt künftig stärker auf Carsharing

Die Stadt Halle nutze für ihren Fuhrpark allerdings auch verstärkt Carsharing. Sowohl Verwaltungsmitarbeiter als auch Bürgerinnen und Bürger könnten die Fahrzeuge nach vorheriger Reservierung nutzen, hieß es. Insgesamt 22 Carsharing-Fahrzeuge stünden zur Verfügung, drei weitere sollen bis Ende des Jahres folgen. Zehn der Autos sollen außerdem mit einem Elektroantrieb ausgestattet werden.

Ministerien und Staatskanzlei vorwiegend mit Verbrennern

Auch die Fahrzeuge der Ministerien und der Staatskanzlei in Sachsen-Anhalt haben überwiegend Verbrennungsmotoren. Das Finanzministerium verwies dazu auf eine CDU-Anfrage aus dem vergangenen Jahr, wonach über 80 Prozent der Wagen mit Diesel oder seltener mit Benzin fahren. 13 der 103 Fahrzeuge verfügten demnach über einen Hybridantrieb, sechs fuhren rein elektrisch.

Es habe sich gezeigt, dass ein Umstieg der Fahrzeugflotten auf Elektroantrieb in absehbarer Zeit mangels Angebot und Nachfrage nicht umsetzbar sei, hieß es vom Ministerium. Darüber hinaus stünden die Leasingkosten und die Reichweite der rein elektrisch betriebenen Fahrzeuge in keinem guten wirtschaftlichen Verhältnis. Ein Problem sei auch die derzeit noch zu gering ausgebaute interne und öffentliche Infrastruktur der Ladestationen im Land.

Nach Angaben der Bundesnetzagentur gibt es derzeit landesweit rund 400 Ladestationen, die in der Regel mindestens zwei Ladepunkte besitzen. In Sachsen sind es mehr als doppelt so viele, in Niedersachsen gibt es sogar an die 2.500 Ladesäulen.

MDR/Gero Hirschelmann, dpa

Dieses Thema im Programm:MDR SACHSEN-ANHALT | 21. August 2021 | 15:00 Uhr

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