Trinkwasserspender in Städten Wo man sich im Land kostenlos erfrischen kann – und wo nicht

Hitzewellen werden in Deutschland immer häufiger. Um sich vor den hohen Temperaturen zu schützen, müssen Menschen ausreichend trinken. Doch es mangelt in Sachsen-Anhalts Städten offenbar an Möglichkeiten, sich an öffentlichen Spendern kostenlos mit Wasser zu versorgen.

In Sachsen-Anhalts Städten fehlen Wasserspender
Wer in Sachsen-Anhalts Städten Wasserspender sucht, wird oft nicht fündig (Symbolbild). Bildrechte: dpa

In Sachsen-Anhalts Städten gibt es nur wenige öffentliche Trinkwasserbrunnen. Die Landeshauptstadt Magdeburg hat sogar bereits seit Jahren gar keine solchen Trinkwasserspender mehr, wie eine Sprecherin der Stadtverwaltung mitteilte. Als Gründe nennt die Stadt unter anderem Hygienebedenken und die Sorge vor einem erhöhten Übertragungsrisiko von Infektionskrankheiten an den Spendern.

In Halle gibt es laut Stadtverwaltung immerhin zwei öffentliche Trinkwasserbrunnen. Die Stadt plant aber bereits eine weitere Trinkgelegenheit in Abstimmung mit den Stadtwerken. Zudem will Halle mögliche zusätzliche Standorte ermitteln. Neben dem Bedarf sei dabei die vorhandene Infrastruktur und der bauliche Aufwand zu berücksichtigen, so ein Sprecher der Stadtverwaltung. Auch spielten die Kosten bei der Abwägung eine Rolle. Für die Spender sei demnach "mindestens eine vierstellige bis fünfstellige Summe einzuplanen", erklärte der Sprecher.

Stendal meldet Bedenken gegenüber Trinkbrunnen an

In Stendal sucht man einen öffentlichen Wasserspender vergeblich. Die Frage, ob in Zukunft neue entstehen sollen, ließ die Stadtverwaltung unbeantwortet. Dafür seien Tiefbauarbeiten notwendig und außerdem stelle sich die Frage, wie das System vor Vandalismus und Verunreinigungen geschützt werden könne.

In der Innenstadt von Wernigerode findet man nur einen Wasserspender. Bisher seien auch keine weiteren geplant, sagte eine Sprecherin der Stadt. Allerdings gebe es in fast allen Grundschulen Wernigerodes einen Trinkbrunnen.

In Köthen wurde 2021 hingegen ein zweiter Wasserspender eingeweiht. Damals hieß es, dass die MIDEWA insgesamt 25 Stück aufstellen wolle. Und Ende Juli begann der Bau des ersten öffentlichen Trinkbrunnens in Dessau-Roßlau auf dem Platz der Deutschen Einheit.

Die Linke-Fraktion im Landtag hatte kürzlich der Landesregierung vorgeworfen, schlecht auf die zunehmenden Hitzewellen vorbereitet zu sein. Zu einer besseren Ausstattung zählten nach Ansicht der Partei mittelfristig Trinkwasserspender in allen öffentlichen Räumen.

dpa/MDR (Daniel Salpius)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Dsas Radio wie wir | 09. August 2022 | 08:30 Uhr

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