donnerstags | 19 Uhr Warum wir Friedensstraße starten

1.600 Friedensstraßen gibt es in ganz Deutschland – davon 200 allein in Sachsen-Anhalt. Wir besuchen die Menschen, die in diesen Straßen leben, fragen nach ihren Geschichten und erzählen sie. Immer donnerstags bei MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE. Am 18. Oktober ging es los mit der Friedensstraße in Langeneichstädt im Süden des Landes.

Es gibt in Sachsen-Anhalt fast so viele "Friedensstraßen" wie Gemeinden. Das ist im deutschen Vergleich überdurchschnittlich. In Sachsen-Anhalt kommt fast auf jede Gemeinde eine Friedensstraße, in Deutschland nur auf jede Siebte. Dort wohnen die unterschiedlichsten Menschen, die uns auf einer Entdeckungsreise durch die verschiedenen Friedensstraßen ihre ganz persönlichen Geschichten erzählen: Was sie erleben, was sie bewegt, welche Probleme dringend angepackt werden müssen.

Die Friedenstraße in Langeneichstädt führt praktisch einmal quer durch das Dorf im Saalekreis. Wie kleine Zweige gehen die Nebenstraßen von ihr ab. Hier leben rund 1.300 Menschen. Eine von ihnen ist Edith Schirrmacher. Seit 62 Jahren lebt sie hier und sie bewegt, wie sich das Dorf in den letzten Jahrzehnten verändert hat: "In Langeneichstädt war immer sehr viel los. Nach der Wende ist es anders geworden. Die Menschen sind nicht mehr so, wie sie mal waren. Keiner hat mehr Zeit." Menschen wie Edith Schirmmacher wollen unsere Reporter treffen – für die Serie "Wir sind die Friedensstraße!".

Das Projekt

Sachsen-Anhalt ist ein Land voller Gegensätze: Von der dünnbesiedelten Altmark zu den wirtschaftlichen Zentren in der Mitte und im Süden des Landes, vom Gipfel des Harzes zu den flachen Ebenen an den Grenzen zu Mecklenburg und Brandenburg. Doch eines haben die viele Orte gemeinsam, die im so facettenreichen Sachsen-Anhalt liegen: Sie haben eine  ̎Friedensstraße̎ oder eine Straße des Friedens.

Und weil es im Land rund 200 Friedensstraßen – fast so viele wie Gemeinden – gibt, besucht MDR SACHSEN-ANHALT für die Reihe "Wir sind die Friedensstraße!" die Menschen, die dort wohnen. Eine Tour von Norden bis Süden, von der Großstadt bis zum fast vergessenen Dorf, vom Hightech-Standort bis ins Renaturierungsgebiet.

Warum es hier so viele "Friedensstraßen" gibt

Einige wenige Friedensstraßen haben Ihren Namen bekommen, weil sie zu den Friedhöfen in den jeweiligen Städten oder Dörfern führen. Doch die meisten "Straßen des Friedens" haben ihren Namen erst zu DDR-Zeiten bekommen, als viele Straßenzüge umbenannt wurden, die zuvor die Namen von Nationalsozialisten trugen.

Achtzehn Wochen, achtzehn Folgen

Die Reporter sind achtzehn Wochen lang für MDR SACHSEN-ANHALT auf den Friedensstraßen unterwegs, kehren zurück zu Protagonisten – jede Woche läuft eine neue Folge "Wir sind die Friedensstraße!". Worum es geht, entscheiden die Anwohner: Kein Thema, das sie ansprechen, ist tabu. Wir erzählen die Themen, die die Leute in den Friedensstraßen einander morgens beim Bäcker erzählen, nachmittags beim Friseur oder abends im Verein.

Natürlich sind da Themen wie: Unser Dorf stirbt aus. Der nächste Konsum ist zu weit weg. Die Flüchtlinge in der Nachbarschaft. Aufstocken trotz Arbeit. Das Pendeln von ganzen Familien dem Job hinterher. Das Hierbleiben, weil Familie und Zuhause doch das Wichtigste im Leben sind.

Erste Stopps in Langeneichstädt, Westerhausen und Genthin

"Das ist ja mal eine gute Idee", hören wir von den Bewohnern  der Friedensstraße schon beim Bäcker an der Theke. Sie reagieren erstaunt und erfreut zugleich, dass wir zu ihnen kommen, den "normalen" Menschen und uns für ihren Alltag interessieren.

Wie Sachsen-Anhalt heute lebt

In jeder Folge kommen die Menschen der Friedensstraße zu Wort und geben einen Einblick in ihren persönlichen Alltag in Sachsen-Anhalt. Die Serie ist damit auch ein Querschnitt durch die heutige Gesellschaft: Sie zeigt die Unterschiedlichkeit der Menschen in den Regionen.

Und immer wieder schauen wir noch ein Stück genauer hin und fragen: Was macht diesen Ort aus? Wie wirkt sich das auf das Leben der Menschen aus? Wie glücklich sind Sie? Was ist ihre größte Sorge? Was würden Sie ändern wollen?

Daten und Fakten ergänzen die Filme und spiegeln so die Lebenswirklichkeit der Menschen in Sachsen-Anhalt wieder. Aus der Serie entsteht schlussendlich eine einstündige Dokumentation.

Logo zur Reihe Wir sind die Friedensstaße
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Quelle: MDR/rj/agz

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 18. Oktober 2018 | 19:00 Uhr

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