Aus U-Haft entlassen NSU-Unterstützer Wohlleben womöglich bald in Sachsen-Anhalt

Vor einer Woche ist im NSU-Prozess das Urteil gefallen. Nun ist der NSU-Unterstützer Ralf Wohlleben vorerst auf freiem Fuß. Sicherheitsbehörden gehen davon aus, dass er sich in Sachsen-Anhalt niederlassen will.

Der Angeklagte Ralf Wohlleben sitzt hinter der Angeklagten Beate Zschaepe am Dienstag (28.06.2016) im Landgericht in Muenchen beim 291. Verhandlungstag im NSU-Prozess.
Ralf Wohlleben wurde im NSU-Prozess wegen Beihilfe zum Mord zu zehn Jahren Haft verurteilt. Bildrechte: IMAGO

Sachsen-Anhalts Sicherheitsbehörden gehen davon aus, dass der frei gelassene NSU-Unterstützer Ralf Wohlleben nach Sachsen-Anhalt zieht. Wie das Innenministerium MDR SACHSEN-ANHALT mitteilte, lebt seine Frau mit den gemeinsamen Kindern in Sachsen-Anhalt. Die Behörden seien deshalb darauf vorbereitet, dass auch Wohlleben seinen Wohnsitz hier nehme.

Das Land stimme sich mit den Sicherheitsbehörden von Bund und Ländern ab. Einen konkreten Ort nannten die Behörden offiziell nicht.

Wohlleben befindet sich vorerst wieder auf freiem Fuß. Das Oberlandesgericht München hatte den Haftbefehl gegen ihn aufgehoben. Zur Begründung hieß es, dass keine Fluchtgefahr des 43-Jährigen mehr bestehe.

Das Gericht verwies darauf, dass der frühere NPD-Funktionär bereits sechs Jahre und acht Monate in Untersuchungshaft gesessen hat. Im NSU-Prozess war Wohlleben vergangene Woche wegen Beihilfe zum Mord zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Er hatte demnach die Pistole für die NSU-Morde besorgt. Das Urteil ist aber noch nicht rechtskräftig. Rund zwei Drittel der Strafe hat er aber bereits verbüßt.

Quelle: MDR/mg

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 18. Juli 2018 | 13:00 Uhr

Mehr aus Sachsen-Anhalt