Unternehmen erhöhen Preise "Kostenexplosion" fürs Wohnen in Sachsen-Anhalt

Wegen steigender Gaspreise erhöhen Energieversorger in Sachsen-Anhalt der Preise. Das wiederum lässt die Kosten fürs Wohnen im Land steigen – zum Teil um ein Vielfaches. In Halle werden 2023 zudem Wasser und Abwasser teurer, die Stadtwerke kündigen weitere Preissteigerungen an.

Hand eines Mannes, die das Thermostatventil eines Heizkörpers auf Null stellt.
In Halle wird nicht nur das Heizen teurer. Bildrechte: IMAGO / Bihlmayerfotografie

Wohnen in Sachsen-Anhalt wird teurer. Wie die "Mitteldeutsche Zeitung" (MZ) berichtete, erhöhen erste Wohnungsbaugesellschaften die Abschläge, die Mieterinnen und Mieter für Nebenkosten zahlen. Grund dafür sind demnach die steigenden Energiepreise, der Direktor des Verbands Wohnungswirtschaft, Jens Zillmann, sprach von einer "Kostenexplosion".

Bei der Wohnungswirtschaftsgesellschaft Quedlinburg im Landkreis Harz steigt der Preis für Fernwärme laut MZ um mehr als das doppelte im Vergleich zum Vorjahr. Dadurch erhöhe sich die Miete für eine 60 Quadratmeter große Wohnung monatlich um 90 Euro. Die Wohnungs- und Baugesellschaft Wolfen im Kreis Anhalt-Bitterfeld verdreifache die Nebenkosten sogar.

Wasser und Abwasser in Halle werden teurer

Bürgerinnen und Bürger in Halle müssen sich auf höhere Preise für Wasser und Abwasser einstellen. Der Geschäftsführer der Halleschen Wasser und Stadtwirtschaft (HWS), Jörg Schulze, sagte MDR SACHSEN-ANHALT, man berechne aktuell die Preise für 2023. Aufgrund der Inflation sei das Unternehmen gezwungen, Preissteigerungen an die Kunden weiterzugeben. Dieselkraftstoffe für die Fahrzeuge und Chemikalien, die im Klärwerk benötigt werden, seien wesentlich teurer geworden. "Das können wir nicht zu 100 Prozent kompensieren", sagte Schulze.

Höhere Energiepreise treiben Preise für Endkunden in die Höhe

Grund für die höheren Preise ist nach Angaben von Schulze ausschließlich die energiepolitische Gesamtsituation. Initiativen zu mehr Klimaneutralität hätten nichts damit zu tun. Die HWS hatte am Donnerstag Pläne vorgestellt, wie das Klärwerk Heide-Nord bis 2026 energieautark werden soll.

Nach Angaben eines Sprechers der Stadtwerke erhöht das Unternehmen auch in anderen Bereichen die Preise. Kundinnen und Kunden sollen demnach zeitnah darüber informiert werden.

Mehrere Stadtwerke in Sachsen-Anhalt erklärten auf Nachfrage von MDR SACHSEN-ANHALT, dass sie die Versorgung der Haushalte mit Gas im Winter sicherstellen können. Der Sprecher der Städtischen Werke Magdeburg, Thomas Pietsch, sagte, man müsse jedoch mit einer Verdreifachung der Preise am Markt rechnen. Sachsen-Anhalts Energieminister Armin Willingmann (SPD) hatte zuletzt davor gewarnt, die Preissteigerung durch "Panikmache" zu befeuern.

MDR (Marc Weyrich, Marila Zielke-Winger, Maren Wilczek)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 15. Juli 2022 | 05:00 Uhr

14 Kommentare

Altmeister 50 vor 29 Wochen

Kostenexplosion für das Wohnen. Stand das in der Koalitionsvereinbarung der derzeitigen Regierung oder in deren Programm ? Meines Wissens nach nicht. Da steht eher was von der Garantie bezahlbaren Wohnraums und dergleichen. Dafür steht viel davon in den Programmen zu immer umfangreicheren Auflagen des Umweltschutzes in den Bereichen Bauen, Landwirtschaft, Verkehr, Industrie, Handwerk, Dienstleistungen, Mindestlohn, einschließlich fragwürdiger Subventionen und Förderungen mit der dazugehörigen Bürokratie. Warnungen vor überbordenden Kosten infolge dieser Politik wurden und werden in den Wind geschlagen. Nun werden die finanziellen Folgen sichtbar und durch die internationalen Ereignisse des Krieges gegen die Ukraine und der inflationstreibenden Geldpolitik der EZB noch verstärkt. Statt in den selbst verursachten Bereichen eine Kurskorrektur vorzunehmen, werkeln die politisch Verantwortlichen kleinteilig an minimalen Entlastungspaketen herum. Für mich ist das nur noch peinlich.




der Vielfaltige vor 29 Wochen

Was heißt drosseln? Für die Ukraine, Afghanistan, Syrien, Mali, würde ich auf Anweisung von Habeck die Heizung ausbauen und das erwarte ich auch von allen anderen weißen Landsleuten!

Thommi Tulpe vor 29 Wochen

Ich bin halbwegs beruhigt, dass jene, die allein beim Gedanken panisch werden, dass man Raumtemperaturen drosseln und Warmwasser nicht rund um die Uhr zur Verfügung stehen könnte, sicher nicht bei Miniusgraden auf die Straße rennen.
Merkt Ihr es alle noch? Der Kreml-Despot freut sich über unsere Zerrissenheit. Kriegziel in der Ukraine wegen tapfer kämpfenden Soldaten und dank westlicher Militärhilfe nicht erreicht, dafür über jammende Deutsche gewonnen.

Mehr aus Sachsen-Anhalt