Schutzhunde und Elektrozäune Mehr Geld vom Land für Herdenschutz gegen Wölfe

Das Land gibt mehr Geld für den Schutz von Weidetieren gegen Wolfsangriffe aus. Weidetierhalter sollen beim Unterhalt von Schutzhunden und Elektrozäunen stärker gefördert werden. Die Interessengemeinschaft der Tierhalter hatte zuvor die Arbeit des Wolfskompetenzzentrums kritisiert.

Pyrenäen-Berghund bei einer Schafherde.
Hunde und Zäune sollen die Nutztiere schützen – das Land zahlt. (Archivbild) Bildrechte: imago/Steve Bauerschmidt

Weidetierhalter sollen künftig mehr Unterstützung beim Herdenschutz vom Land bekommen. Damit sollen die Tiere besser vor Wölfen geschützt werden. Das hat das Umweltministerium Sachsen-Anhalt mitgeteilt.

Der Unterhalt von Herdenschutzhunden und Elektrozäunen soll künftig vom Land gefördert werden. Zusätzlich wird weiterhin die Anschaffung von wolfssicheren Zäunen finanziert. Gerade Wanderschäfer, die häufig umsetzen und ihre Zäune neu aufbauen müssen, sollen damit eine Hilfe erhalten. Aber auch stationäre Zäune müssen gepflegt werden.

Zum wirksamen Herdenschutz setzen viele Weidetierhalter Herdenschutzhunde ein. Die Anschaffung dieser Hunde wurde bisher gefördert. Künftig soll auch der Unterhalt der Hunde mit 1.920 pro Tier und Jahr gefördert werden. Davon können Futter und Tierarztkosten bezahlt werden.

Weidetierhalter hatten Wolfskompetenzzentrum kritisiert

Außerdem soll es bessere Beratung zum Herdenschutz geben, sagte Das Landesumweltministerin Claudia Dalbert (Grüne). Berater können erfahrene Tierhalter sein, die Erfahrungen beim Herdenschutz haben. Diese Beratung soll erfolgen, wenn besondere Gefahr von Wölfen ausgeht oder es wiederholt Angriffe gegeben hat.

Claudia Dalbert, Umweltministerin (Bündnis 90/Die Grünen, Sachsen Anhalt)
Claudia Dalbert, (Bündnis 90/Die Grünen) Umweltministerin in Sachsen-Anhalt. Bildrechte: imago images / Christian Schroedter

Die Maßnahme ist eine Reaktion auf Kritik von Weidetierhaltern. Die Interessengemeinschaft Herdenschutz hatte 2019 mangelnde Beratungsmöglichkeiten durch das Wolfskompetenzzentrum (WZI) kritisiert.

Dalbert sagte, Herdenschutz sei auch Wolfsschutz: "Der Wolf ist und bleibt streng geschützt. Wir tragen die Verantwortung dafür, dass Weidetierhaltung in Gebieten, in denen auch der Wolf lebt, möglich bleibt."

Für Zäune und Hunde können Anträge ab sofort bis spätestens 10. Juni fürs laufende Jahr gestellt werden. Insgesamt sind 1,5 Millionen Euro für die nächsten fünf Jahre vorgesehen.

MDR/Annette Schneider-Solis, Julia Heundorf

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 29. Mai 2021 | 17:00 Uhr

3 Kommentare

Steuerzahlerin vor 20 Wochen

"Schäferhund" ist schon dem Namen nach mehr als Helfer des Hirten. Wolfsähnlich gelehrisch und ist nicht umsonst oft Blinden und Polizeihund vielseitig einsetzbar.

Jan vor 20 Wochen

Ich finde es tausend mal besser, wenn der Herdenschutz gefördert, als der Wolf zum Gegner erklärt wird

aus Elbflorenz vor 20 Wochen

Und an wem bleibt die ganze Arbeit hängen? Mit dem Rumwedeln von Geldscheinen lässt sich ein Großraubtier nicht vertreiben.

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