Migration Wieder etwas mehr neue Asylsuchende in Sachsen-Anhalt

Im ersten Halbjahr sind mehr Asylbewerber nach Sachsen-Anhalt gekommen als im Vorjahreszeitraum. Rund 1.000 Schutzsuchende wurden registriert, vorwiegend aus Syrien. Seit 2015 ist die Zahl der Asylbewerber rückläufig.

Blick über die Zentrale Anlaufstelle für Asylbewerber (ZASt), 2020
Die zentrale Anlaufstelle für Asylbewerber in Halberstadt (Archivbild) Bildrechte: dpa

In Sachsen-Anhalt sind in den ersten sechs Monaten dieses Jahres mehr Asylbewerberinnen und -bewerber angekommen als im Vorjahreszeitraum. Wie das Innenministerium mitteilte, wurden rund 1.000 Schutzsuchende registriert. Im gleichen Zeitraum vor einem Jahr waren es knapp 800.

Der überwiegende Teil der Menschen stammte aus Syrien, gefolgt von Afghanistan und dem Irak. Im kompletten vergangenen Jahr kamen rund 2.200 neue Asylbewerberinnen und -bewerber nach Sachsen-Anhalt. Das waren so wenige wie seit 2012 nicht mehr. Seit 2015 geht die Zahl der Menschen, die in Sachsen-Anhalt Asyl beantragen, zurück.

In Zukunft nur noch zwei Aufnahmestellen für Geflüchtete

Die Unterbringung der Asylsuchenden erfolgt derzeit an mehreren Standorten in Sachsen-Anhalt. Laut Innenministeriums plant das Land mittelfristig, zwei Einrichtungen zu betreiben. Das wären zum einen die Zentrale Anlaufstelle für Asylbewerber (ZASt) in Halberstadt sowie eine Nebenstelle in Stendal.

Den Angaben zufolge laufen die Bauarbeiten in der ehemaligen Bundeswehrkaserne in Stendal. Dort sollen künftig besonders schutzbedürftige Gruppen wie alleinreisende Frauen mit Kindern, Großfamilien und Traumatisierte untergebracht werden. Laut Finanzministerium wird die Einrichtung in Stendal voraussichtlich 2024 fertig sein. Die Kosten seien derzeit mit rund 36 Millionen Euro veranschlagt.

Sobald die Einrichtung in Stendal in Betrieb geht, will das Innenministerium die derzeit genutzten Nebenstellen der ZASt in Magdeburg und Bernburg schließen. Das Ministerium ließ offen, wann das der Fall sein wird. Perspektivisch stünden damit insgesamt 2.000 Plätze zur Verfügung. Darüber hinaus werde auf dem Gelände der ZASt in Halberstadt eine Reserve von rund 400 Plätzen vorgehalten. Ende 2016 waren im Land noch 4.050 Plätze verfügbar gewesen.

Unterbringung von Geflüchteten in Sachsen-Anhalt Derzeit hat Sachsen-Anhalt neben der ZASt am Hauptstandort Halberstadt die Landesaufnahmeeinrichtungen in Magdeburg und Bernburg sowie die ZASt -Außenstellen Pansfelde und Blankenburg in Betrieb mit zusammen rund 1.850 Unterbringungsplätzen.

Corona-Tests in Magdeburg

In der Erstaufnahme in Magdeburg werden den Angaben zufolge neu ankommende Schutzsuchende registriert, auf das Coronavirus getestet und bis zum Vorliegen des Testergebnisses untergebracht.

Wenn ein negatives Testergebnis vorliegt, werden die Menschen in die Hauptstelle der ZASt nach Halberstadt gebracht. Dort finden die Erstuntersuchung und die Anhörung beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge statt. In Quedlinburg gibt es eine Einrichtung für Asylsuchende, die positiv auf das Coronavirus getestet sind und in Quarantäne müssen. In der Nebenstelle Bernburg würden Familien mit minderjährigen Kindern untergebracht.

Quelle: MDR/Sarah Peinelt, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 17. Juli 2021 | 10:00 Uhr

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