Medizinische Versorgung Landarztquote - mehr Frauen bewerben sich um Studienplatz

Um die Versorgung im ländlichen Raum zu verbessern, will Sachsen junge Landärztinnen und Landärzte fördern und den Zugang zum Medizinstudium vereinfachen. Knapp 40 Studienplätze vergibt der Freistaat im kommenden Wintersemester. Das Bewerbungsverfahren dafür ist jetzt zu Ende gegangen.

Landarztmangel
Sachsen will mit den Studienplätzen die medizinische Versorgung auf dem Land verbessern. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Anfang April war das Online-Bewerberportal für die sächsische Landarztquote zum Wintersemester 2022/2023 gestartet. Zwei Wochen lang konnten sich Interessierte für einen Medizinstudium und den Einsatz als Landarzt bewerben.

Wie die Landesdirektion Sachsen (LDS) MDR SACHSEN auf Anfrage mitteilt, kommen die Bewerber aus mehreren Bundesländern und vereinzelt auch aus dem Ausland. Der überwiegende Teil stamme laut Meldeadresse aus Sachsen.

Wie hoch die Anzahl der Bewerberinnen und Bewerber ist, wollte die LDS wegen des laufenden Auswahlverfahrens nicht sagen. Aber der Anteil der Frauen überwiege leicht, mit rund 54 Prozent. Bei den Männern wollten sich 46 Prozent als Hausarzt im ländlichen Raum engagieren.

Von den angegeben Wunschstudienorten im Bewerberportal liege Leipzig vorn, heißt es weiter.

Ein Praxisschild an einem Zaun. Das Wort "geschlossen" ist darüber geklebt.
Neue Landarztquote in Sachsen soll medizinische Versorgung verbessern. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Versorgungsengpass - Sachsen vergibt Studienplätze ohne Numerus Clausus

Erstmalig werden rund 40 Studienplätze für Humanmedizin an Bewerber vergeben, die sich gern im ländlichen Raum engagieren wollen und Interesse an der hausärztlichen Tätigkeit haben. Diese Studienplätze in Chemnitz, Dresden und Leipzig stehen damit außerhalb des Numerus Clausus-Regimes zur Verfügung.

Ich freue mich sehr, dass wir mit der Landarztquote einen weiteren Baustein eingeführt haben, der dazu beiträgt, die künftige gute medizinische Versorgung gerade auch in den ländlichen Gebieten abzusichern. Außerdem bedanke mich schon jetzt bei allen Bewerberinnen und Bewerbern, dass sie mit ihrem Einsatz die Erreichung dieses Ziels unterstützen wollen.

Petra Köpping sächsische Gesundheitsministerin (SPD)

Ausgewählte Bewerber verpflichten sich zehn Jahre als Landarzt zu arbeiten

Nach Abschluss des Studiums und der fachärztlichen Weiterbildung in der Allgemeinmedizin verpflichten sich die neuen Ärzte für mindestens zehn Jahre in einem unterversorgten oder von einer Unterversorgung bedrohten Gebiet tätig zu sein.

Diese Verpflichtung wird durch einen öffentlich-rechtlichen Vertrag abgesichert, der auch eine Vertragsstrafenregelung enthält. Diese Strafe beträgt 250.000 Euro. Ihre Höhe ergibt sich aus dem Sächsischen Landarztgesetz.

MDR (dst), LDS

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR UM 4 | 12. April 2022 | 16:00 Uhr

Mehr aus Sachsen