Evakuierung Sachsen hat bisher 217 afghanische Ortskräfte aufgenommen

Nach der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan wurde die Aufnahme von afghanischen Ortskräften, die beispielsweise für die Bundeswehr gearbeitet haben, besonders dringlich. Mittlerweile sind auch in Sachsen mehrere hundert Ortskräfte samt ihren Angehörigen untergekommen. Sie erhalten hier eine Aufenhaltserlaubnis, mit der sie arbeiten und Integrationskurse besuchen dürfen.

Schutzbedürftige Menschen gehen kurz nach dem Flug aus Kabul zu einem Bus
Die afghanischen Ortskräfte werden auf die Bundesländer aufgeteilt. Sachsen erhält dabei gemäß dem Königsteiner Schlüssel fünf Prozent der aufgenommenen Menschen. Bildrechte: dpa

Von den aus Afghanistan evakuierten Ortskräften hat Sachsen bisher 217 samt ihren Familienangehörigen aufgenommen. Darunter befinden sich 115 Kinder und 15 Menschenrechtler, die denselben Status wie Ortskräfte erhielten, teilte das Innenministerium am Donnerstag mit. Die Aufnahme der Geflüchteten läuft den Angaben zufolge seit Jahresbeginn. Die Menschen wurden sofort nach ihrer Ankunft in Landkreisen und kreisfreien Städten entweder vorübergehend in Gemeinschaftsunterkünften oder in Wohnungen untergebracht.

Aufenthaltserlaubnis für drei Jahre

Sie bekommen eine befristete Aufenthaltserlaubnis, vorerst für drei Jahre, wie ein Ministeriumssprecher mitteilte. Damit dürften sie arbeiten und an Integrationskursen teilnehmen, um Deutsch zu lernen. Die zuständigen Jobcenter helfen bei beruflicher Qualifizierung und Jobsuche, Kinder im entsprechenden Alter gehen innerhalb weniger Wochen in die Schule und bedürftige Familien erhalten Sozialleistungen.

Aufteilung der Ortskräfte nach Königsteiner Schlüssel

Gemäß Absprachen der Innenministerkonferenz erfolgt die Aufnahme der Ortskräfte in einem individuellen, vereinfachten und unbürokratischen Verfahren. Sie werden den Bundesländern gemäß des Königsteiner Schlüssels zugewiesen, für Sachsen sind das rund fünf Prozent. Auf dieser Grundlage wird der Freistaat laut Ministerium auch weitere Ortskräfte und deren Familien aufnehmen.

Flucht vor militanten Islamisten

Nach der Machtübernahme der militanten Islamisten in der Hauptstadt Kabul Mitte August waren mit Evakuierungsflügen der Bundeswehr auch Menschen aus Afghanistan nach Deutschland gekommen. Nach dem Ende der Luftbrücke Ende August folgten weitere Menschen auf anderem Wege - etwa via Pakistan oder über das Emirat Katar.

Quelle: MDR/sth/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR SACHSENSPIEGEL | 23. September 2021 | 19:00 Uhr

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