Tierseuche Mittlerweile 55 Schweinepest-Fälle in Sachsen

Ein Wildschwein steht im Tier-Freigelände im Nationalparkzentrum Lusen im Wald.
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Die Afrikanische Schweinepest breitet sich in Ostsachsen weiter aus. Bisher wurden 55 Fälle registriert, erfuhr Sozialministerin Petra Köpping am Donnerstag bei einem Besuch im Landestierseuchenbekämpfungszentrum in Dresden. Nun ist eine Ausweitung der Restriktionszonen geplant. Südlich der Autobahn 4 (Dresden-Görlitz) soll die mobile Barriere für Wildschweine durch weitere 72 Kilometer mit festem Zaun verstärkt werden. Es gehe darum, größeren wirtschaftlichen Schaden für die Landwirte zu verhindern, sagte Köpping. Glück im Unglück: Bislang sind noch keine Hausschweine von der Seuche betroffen.

Corona lässt Schweinepest in den Hintergrund rücken

Köpping räumte ein, dass die Schweinepest angesichts der Corona-Pandemie ein wenig "unter dem Radar" läuft. Sie sei aber weiter auf dem Vormarsch, auch wenn man die Ausbreitung bisher auf Teile des Landkreises Görlitz habe beschränken können. Bauern in dem Gebiet müssten mit Einschränkungen leben. Sollte die Afrikanische Schweinepest in einer Schweinehaltung ausbrechen, müssten alle Tiere gekeult werden. Unabhängig davon hätten die Schweinebauern bereits Nachteile. Sie könnten ihr Schweinefleisch nicht zu üblichen Marktpreisen verkaufen und seien vom Export abgeschnitten. Köpping hält ein länger dauerndes Krisenmanagement für notwendig. Die Seuche lasse sich nicht binnen vier Wochen bekämpfen.

322 Quadratkilometer von Seuche betroffen

Laut Sozialministerium beträgt die Fläche des gefährdeten Gebietes in Sachsen 322 Quadratkilometer. Die angrenzende Pufferzone umfasst 826 Quadratkilometer. In diesen Zonen gilt ein generelles Jagdverbot auf alle Tierarten. Hausschweine dürfen nicht im Freiland gehalten werden. Schweinehalter müssen in ihren Betrieben Sicherheitsmaßnahmen einhalten. Dazu gehören etwa Desinfektion an den Ein- und Ausgängen der Ställe. 

Die Afrikanische Schweinepest ist eine ansteckende Erkrankung bei Schweinen, die fast immer tödlich verläuft. Sie kann direkt von Tier zu Tier oder indirekt über kontaminierte Gegenstände wie Kleidung, in der Natur entsorgte Lebensmittel sowie Futter in andere Gebiete übertragen werden. Für Menschen ist die Seuche ungefährlich.

Quelle: MDR/sth/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 25.02.2021 | 18:33 Uhr

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