Tierseuche Afrikanische Schweinepest: 577 Fälle in Sachsen in einem Jahr

Bei den Schweinehaltern in Sachsen wächst die Angst vor der Afrikanischen Schweinepest. War sie anfangs auf Ostsachsen begrenzt, ist inzwischen auch der Landkreis Meißen betroffen. Ein Jahr nachdem die Tierseuche erstmals im Freistaat aufgetreten ist, hat das Sozialministerium jetzt Bilanz gezogen.

Totes Wildschwein auf einem Waldweg
Für Schweine ist die Afrikanische Schweinepest fast immer tödlich. Bildrechte: MDR/Uwe Walter

Ein Jahr nach Auftreten der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Sachsen sind bisher 577 Infektionsfälle registriert worden. Das sagte der Staatssekretär im Sozialministerium, Sebastian Vogel, in Kodersdorf im Landkreis Görlitz. Er wertete es als Erfolg, dass eine Ausweitung der Krankheit auf Hausschweine bisher verhindert werden konnte. Die Seuche sei fast ausschließlich in Ostsachsen aufgetreten. Gegenwärtig habe es nur einen Infektionsherd außerhalb dieser Region gegeben - im Landkreis Meißen. Das Wildgehege in Moritzburg soll deshalb seine Wildschweine töten. Dazu hatte das Veterinäramt des Landkreises das Wildgehege aufgefordert.

Mehrfache Erweiterung der Restriktionszonen

Um die Schweinepest einzudämmen, hatte Sachsen sogenannte "Restriktionszonen" festgelegt. Diese mussten jedoch immer wieder erweitert werden. Im gefährdeten Gebiet sollen Wildschweine verstärkt gejagt werden. Zudem will man tote Tiere schnell aus dem Wald holen. Kadaver sind Infektionsherde und müssen deshalb rasch gefunden und entsorgt werden. Dazu sind Suchtrupps mit Hunden und Drohnen unterwegs.

18 Millionen Euro für Kampf gegen Schweinepest

Nach Angaben des Sozialministeriums wurden 250 Kilometer Weidezaun und 160 Kilometer Elektrozaun installiert, um die Ausbreitung zu begrenzen. Weitere 150 Kilometer Weidezaun seien bereits geplant. Betriebe, die Schweine halten, mussten Schutzmaßnahmen treffen. Im Juli gab das Kabinett 18 Millionen Euro für den Kampf gegen die Schweinepest frei. Für 2022 stehe eine ähnliche Summe bereit, hieß es.

Staatssekretär Sebastian Vogel
Bildrechte: dpa

Unsere Maßnahmen wirken. Aber der Seuchendruck durch aus Polen nach Sachsen überwechselnde Tiere bleibt extrem hoch. Wir müssen einen langen Weg gehen, um diese Tierseuche wieder aus Sachsen zu verbannen.

Sebastian Vogel Staatssekretär im sächsischen Sozialministerium

Unterstützung der Bundesregierung benötigt

Dazu benötige man künftig noch stärker die Unterstützung der Bundesregierung: "Sachsen bildet mit Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern das Bollwerk, um ein Weiterwandern der Seuche nach Westen zu verhindern." Man kämpfe auch dafür, dass schweinehaltende Betriebe in Bayern, Niedersachsen und anderen Bundesländern vor dem ASP-Virus geschützt bleiben.

Keine Impfung für die Schweine

Die Afrikanische Schweinepest ist eine ansteckende Erkrankung bei Haus- und Wildschweinen, die fast immer tödlich verläuft und unheilbar ist. Es gibt keine Möglichkeit, die Schweine durch eine vorbeugende Impfung zu schützen, hieß es. Die Erkrankung könne direkt von Tier zu Tier oder indirekt über kontaminierte Gegenstände wie Kleidung und Schuhe sowie Futter in andere Gebiete durch den Menschen übertragen werden. Für Menschen und andere Tierarten ist die ASP nicht ansteckend oder gefährlich.

Quelle: MDR/sth/tb/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten | 22. Oktober 2021 | 14:00 Uhr

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