Arbeitsmarkt Arbeitslosigkeit in Sachsen im Februar leicht gestiegen

Grafik Arbeitsmarktzahlen Junge Menschen
Gut ausgebildet, ledig, jung - und arbeitslos. Das betraf im Februar 2021 Tausende junge Menschen in Sachsen. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit fiel bei den 15- bis 24-Jährigen besonders drastisch aus. Bildrechte: MDR/Imago Images/ingimage

Im Februar waren 140.501 Frauen und Männer in Sachsen arbeitslos gemeldet. Das waren 1.566 Menschen mehr als im Januar 2021 (+ 1,1 Prozent), informierte die Bundesagentur für Arbeit. Im Februar gab es sachsenweit 35.181 freie Stellen.

Ohne das Kurzarbeitergeld wären die Arbeitslosenzahlen im Februar deutlich höher ausgefallen.

Bundesagentur für Arbeit Monatsbilanz Februar

Die Arbeitslosenquote hat sich im Vergleich zum Januar nicht verändert. Sie liegt bei 6,6 Prozent. Zuletzt gab es dieses Niveau im Jahr 2018. Vor genau einem Jahr lag die Quote im Februar 2020 noch bei 5,6 Prozent. Das war vor der Corona-Krise. Im Februar 2021 gab es insgesamt 21.000 arbeitslose Menschen mehr (+ 17 Prozent) als noch vor einem Jahr.

Junge Menschen trifft Arbeitslosigkeit in Sachsen

Vor allem bei jungen Menschen stiegen die Arbeitslosenzahlen: So haben sich im Februar 11.919 der 15- bis 24-Jährigen arbeitslos gemeldet. Das sind 594 (+ 5,2 Prozent) mehr als noch im Januar. Und es sind 2.221 junge Leute mehr als im Februar 2020 (+ 22,9 Prozent).

Corona-Krise am sächsischen Arbeitsmarkt sichtbar

Üblicherweise sinken die Arbeitslosenzahlen im Februar, weil mit Jahresbeginn wieder mehr Frauen und Männer eine Arbeit oder Weiterbildung aufnehmen, sagte der Geschäftsführer der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit, Klaus-Peter Hansen. Aber in der Corona-Pandemie gab es von Januar auf Februar erstmals seit 2014 wieder mehr Arbeitslose. Das liege vor allem daran, dass seit Neujahr weniger Menschen eine neue Arbeit oder Weiterbildung aufnehmen konnten. Das zeige nun auch die Statistik. "Denn auch die Bildungsträger können nicht wie üblich Qualifizierungslehrgänge anbieten", sagte Hansen. Ein Schweißerpass lasse sich nun mal nicht digital erwerben.

Das Risiko arbeitslos zu werden, ist nicht gestiegen im Vergleich zum Vorjahr. Aber das Risiko, arbeitslos zu bleiben, ist gestiegen.

Klaus-Peter Hansen Geschäftsführer der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit

Kurzarbeit seit November

Jeder fünfte Beschäftigte war im November 2020 von Kurzarbeit betroffen. Das waren 105.231 Menschen in Sachsen, die konjunkturell bedingtes Kurzarbeitergeld erhielten. Die Bundesagentur für Arbeit rechnet mit steigenden Anzeigen für Kurzarbeitergeld, je länger der zweite Lockdown dauert.

Während des ersten Lockdowns waren im April 2020 insgesamt 287.622 Beschäftigte von Kurzarbeit betroffen - bei rund 1,6 Millionen Beschäftigten in Sachsen.

Quelle: MDR/kk

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR |SACHSEN - Das Sachsenradio 02.03.2021 | 11:00 Uhr in den Nachrichten

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