Arbeitsmarkt Arbeitslosigkeit in Sachsen leicht gestiegen - Quote bei 6,5 Prozent

Eingangsbereich einer Agentur für Arbeit
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In Sachsen sind im August etwas mehr Menschen arbeitslos gewesen als noch im Juli. Die Arbeitslosenquote stieg laut Landesarbeitsagentur in Chemnitz von 6,3 auf 6,5 Prozent an. Verantwortlich dafür sei, dass Schulabgänger noch keine Ausbildungsverträge unterschrieben haben oder junge Fachkräfte nach der Lehre noch nicht vom Ausbildungsbetrieb übernommen worden seien.

Der sächsische Arbeitsmarkt ist dennoch robust und bewegt sich auf dem Niveau von 2017.

Einschätzung der Landesarbeitsagentur Chemnitz
Eine junge Frau blickt in der Agentur für Arbeit auf eine Aushängewand mit Zetteln für freie Ausbildungsstellen. Unternehmen klagen zum Start des Ausbildungsjahrs 2018 über fehlende Bewerber. Auf der anderen Seite ist die Zahl der jungen Menschen, die erfolglos einen Platz suchen, über die Jahre immer weiter gestiegen.
Viele Schulabgäner und fertig ausgebildete Azubis haben sich im August arbeitslos gemeldet, weil sie noch keine Lehrverträge oder Übernahmeangebote haben. Bildrechte: dpa

Insgesamt waren 137.900 Frauen und Männer ohne Arbeit. Das sind 3.600 Menschen oder 2,7 Prozent mehr als im Juli 2020. Zu den Auswirkungen der Corona-Krise auf den sächsischen Arbeitsmarkt verwies die Landesarbeitsagentur auf Vergleichszahlen aus dem Vorjahr. Derzeit lägen die Arbeitslosenzahlen um 20 Prozent höher als im August 2019.

Rückgänge bei Kurzarbeit

Viele Arbeitsplätze seien seit März 2020 durch Kurzarbeit gesichert, der Bedarf dafür gehe wieder zurück, hieß es. So nahmen im Mai 27.000 Betriebe Kurzarbeitergeld für 238.000 Beschäftigte in Anspruch, im April noch 34.000 Firmen für 282.000 Mitarbeiter. Im August zeigten 357 Betriebe neu Kurzarbeit an. Das betraf 6.079 Beschäftigte.

DGB sieht Arbeitgeber in der Pflicht

Dass Schulabgänger und Absolventen nun arbeitslos gemeldet sind und auf Lehrverträge bzw. Übernahmen warten, kritisiert der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB). "Jahrelang wurde über die Entwicklung von Fachkräften diskutiert und ein drohender Fachkräftemangel beklagt. Dazu passt aber nicht, dass nun junge Fachkräfte nach ihrer Ausbildung nicht übernommen und im Regen stehen gelassen werden", sagte DGB-Vorsitzender Markus Schlimbach. Die Unternehmen seien jetzt gefordert, in die Zukunft zu investieren.

Nachdem durch Kurzarbeitsregeln massive Arbeitslosigkeit verhindert werden konnte, verlangt der DGB , dass Arbeitgeber die Zeit der Kurzarbeit für Weiterbildungen und Qualifizierungskurse ihrer Mitarbeiter nutzen.

Quelle: MDR/kk/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 01.09.2020 | 11:30 Uhr in den Regionalnarichten aus dem Studio Chemnitz

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