Rückblick | 19.05.2010 Bergbausanierung: Knappensee wird fünf Jahre lang komplett gesperrt

Ab 2013 werden in der Gemeinde Lohsa im Landkreis Bautzen drei Bergbaufolgeseen umfangreich saniert. Wie das Oberbergamt am Dienstagabend bei einer Einwohnerversammlung mitteilte, betrifft das den Knappensee, den Silbersee sowie das Restloch Mortka. Die gravierendsten Folgen haben die Arbeiten am Knappensee. Betroffen sind insgesamt sieben Campingplätze, mehrere Strände und Bungalow-Siedlungen. Die Wasserfläche des beliebten Badesees wird für insgesamt fünf Jahre gesperrt, einzelne Uferabschnitte für jeweils mehrere Monate. 25 Bungalows am Nordufer sollen abgerissen werden. Rund 100 Gebäude werden für mehrere Monate nicht zugänglich sein.

Oberbergamt will mit Betroffenen sprechen

Ab Herbst dieses Jahres will das Oberbergamt mit den Betroffenen sprechen. Auch mit Anglern, Seglern und Gastronomen soll verhandelt werden. Dabei wird es auch um Entschädigungen gehen.

Der leitende Bergbaudirektor Bernd Sablotny sieht zu den vorgestellten Plänen keine Alternative. "Das Problem ist durch den Grundwasseranstieg akut geworden", sagte er MDR 1 RADIO SACHSEN. "Solange diese Massen trocken lagern, ist eine Stabilität gegeben. Dass die Gefahren aber bestehen, zeigen jüngere Ereignisse." Sablotny verwies unter anderem auf das Jahr 2004, als die Straße zwischen Koblenz und Knappenrode auf einer Länge von 100 Metern eingebrochen war. Nun müssten die Ufer dringend stabilisiert werden. "Gefahren für Leben, Gesundheit und das Eigentum als Folge des Bergbaus sollen nach der Sanierung ausgeschlossen sein." Mit den Bauarbeiten wurde der Bergbausanierer LMBV beauftragt.

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