Impfkampagne Fast 52.000 Astrazeneca-Impfdosen in Sachsen übrig

Es ist ein Wettlauf mit der Zeit. Je mehr sich die Delta-Variante des Coronavirus ausbreitet, desto wichtiger ist es, dass möglichst alle Menschen zweimal geimpft sind. Trotzdem bleiben in Sachsen gegenwärtig Tausende Dosen des Impstoffes von Astrazeneca übrig. Das Damoklesschwert eines nächsten Lockdowns schwebt über den Herbstmonaten. Gesundheitsministerin Petra Köpping richtet jetzt einen Appell an die Bevölkerung.

Astrazeneca Impfstoff
Die Nachfrage nach dem Serum von Astrazeneca ist bei den Menschen in Sachsen derzeit nicht sehr groß. Bildrechte: IMAGO / NurPhoto

Weil sich die Delta-Variante des Coronavirus in Sachsen ausbreitet und gleichzeitig die Lagerbestände des Impfstoffes von Astrazeneca zunehmen, wirbt Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) für die Impfung mit dem Serum.  

Petra Köpping (SPD), Sozialministerin von Sachsen, spricht während der Kabinetts-Pressekonferenz in der Staatskanzlei
Bildrechte: dpa

Wir können es uns nicht erlauben, Astrazeneca zu verschmähen. Alle Experten sagen uns voraus, dass im Herbst die Zahl der Infektionsfälle wieder ansteigen wird.

Petra Köpping Sächsische Gesundheitsministerin

Fast 52.000 Impfdosen Astrazeneca übrig

Nach Angaben des Sozialministeriums lagern derzeit beim DRK 51.940 Dosen des Astrazeneca-Serums, die bisher nicht verimpft werden konnten und auch nicht vorgebucht sind. Die Neigung, sich mit Astrazeneca impfen zu lassen, ist dabei in Sachsen recht unterschiedlich ausgeprägt. Während im Impfzentrum Dresden die Impfbereitschaft mit rund 48 Prozent am höchsten ist, wurden in Mittweida nur rund vier Prozent der Astrazeneca-Termine gebucht.

DRK: Astrazeneca nur noch auf Wunsch

Beim DRK reagieren die Verantwortlichen bereits auf das geringe Interesse an Astrazeneca. Wie der Verband mitteilte, kommt das Serum ab sofort bei den Erstimpfungen nur noch zum Einsatz, wenn jemand älter als 40 Jahre alt ist und er oder sie es sich ausdrücklich wünscht. In diesem Fall kann während der Buchung im Impfportal Astrazeneca ausgewählt werden. Ansonsten werden standardmäßig ausschließlich mRNA-Impfstoffe verimpft.

Tägliche Vergabe der Impftermine

Da aktuell in allen 13 sächsischen Impfzentren genügend freie Impftermine verfügbar sind und es auch bei den Servern des Impfportals und der Telefonhotline keine Überlastung mehr gibt, ändert das DRK erneut die Terminvergabe. Statt Montag, Mittwoch und Freitag gibt es ab nächster Woche jeden Tag Impftermine für eine Corona-Schutzimpfung über das sächsische Impfportal.

Kai Kranich, Sprecher DRK Sachsen
Bildrechte: Kai Kranich

Die Ausweitung der Impfinfrastruktur mit Haus- und Betriebsärzten entlastet die Terminvergabe in den Impfzentren spürbar.

Kai Kranich Pressesprecher des DRK Sachsen

Quelle: MDR/sth

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten | 23. Juni 2021 | 14:00 Uhr

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