Rettungsaktion Erste Ortskräfte aus Afghanistan in Sachsen aufgenommen

Fregattenkapitän im Gespräch mit Ortskraft Omid S., 2014
Auch in Sachsen wurden erste Ortskräfte untergebracht. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Nach der Machtübernahme in Afghanistan durch die militant-islamistischen Taliban nimmt Sachsen Ortskräfte auf. 76 sind bereits mit Familiengehörigen im Freistaat angekommen, wie das Innenministerium in Dresden am Montag auf Anfrage mitteilte. Weitere 36 sind zugesichert. "Die afghanischen Ortskräfte, die die Bundeswehr unterstützt haben, und ihre Familien dürfen in der jetzigen Lage nicht alleine gelassen werden." Man warte auf weitere Zuweisungen durch den Bund, dem die Verteilung obliege. Die ersten 67 kamen schon vor zehn Tagen an, die Zahl sei "ständig aufwachsend".

Nach dem Rückzug ausländischer Streitkräfte haben die Taliban die Macht in Afghanistan schneller als erwartet wieder an sich gebracht. Afghanen, die als Übersetzer, Fahrer oder andere Hilfskräfte für ausländische Organisationen gearbeitet haben, gelten als gefährdet. Die Evakuierung deutscher Staatsbürger aus der von den Taliban übernommenen afghanischen Hauptstadt Kabul hat begonnen. Die Bundeswehr war erst Ende Juni nach einem 20-jährigen Einsatz aus Afghanistan abgezogen.

Was sind Ortskräfte? Ortskräfte sind Menschen, die entweder direkt oder indirekt bei der Bundeswehr beschäftigt waren. Zum Beispiel als Dienstleister, Fahrer oder Übersetzter vor Ort. Insgesamt kommen wir auf etwa 700 Menschen, die ein Visum für Deutschland haben, aber noch vor Ort festsitzen. Rund 2.000 Personen könnten jetzt noch ein Visum bekommen. Dazu kommen noch rund 4.000 Menschen, die bisher keinen Anspruch hatten, jetzt aber auch ein Anrecht bekommen könnten. Quelle: Hans-Jürgen Domani

Quelle: MDR/dk/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten | 16. August 2021 | 18:00 Uhr

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