Kritische Versorgungslage DRK Sachsen ruft dringend zum Blut- und Plasmaspenden auf

In Deutschland wird das Blut knapp. Nach Angaben des Deutschen Roten Kreuzes ist die Versorgungslage kritisch. Grund seien vor allem die Auswirkungen der Corona-Pandemie. Auch in Sachsen wird dringend zum Blut- und Plasmaspenden aufgerufen. Derzeit reiche der Vorrat im Freistaat nur für zwei Tage.

DRK Blutspendezentrum Dresden
Zum Weltblutspendertag am heutigen Dienstag hat das Deutsche Rote Kreuz eindringlich zu Blut-und Plasmaspenden aufgerufen. Bildrechte: imago images / Max Stein

In Deutschland werden Blut- und Plasmakonserven knapp. Wie das Deutsche Rote Kreuz mitteilte, ist die Versorgungslage bundesweit "extrem kritisch". Auch in Sachsen blickt das DRK mit Sorge auf die Blutdepots. Derzeit reiche der Vorrat im Freistaat für ein bis zwei Tage, ideal seien Fünf, warnte die Sprecherin des DRK-Blutspendendienstes Nord-Ost, Kerstin Schweiger. Bei einem Großereignis, wie etwa bei einem Unfall mit vielen Schwerverletzten könnte der Notbestand rasch aufgebraucht sein.

Weniger Spenden durch die Pandemie

Grund für den Mangel an Blut- und Plasmakonserven sind demnach die Nachwirkungen der Corona-Pandemie. Diese habe dazu geführt, dass die Spendenbereitschaft abgenommen habe und weniger Menschen zum Blutspenden gingen. Hinzu komme das weiterhin hohe Infektionsgeschehen. Nach einer Coronaerkrankung mit Symptomen dürfe erst nach 25 Tagen wieder gespendet werden.

Weniger Spender in den Ferien

Auch die anstehende Ferienzeit bereitet dem DRK Sorgen. Mit dem Wegfall der coronabedingten Einschränkungen seien die Menschen wieder mobiler geworden und reisten viel. Weniger gingen zum Spenden.

Die Menschen sind wieder mobiler und reisen viel. Dadurch sinken die Spenden.

Kerstin Schweiger DRK-Blutspendendienstes Nord-Ost

Krankenhäuser haben Nachholebedarf

Andererseits steige der Bedarf an Blut- und Plamakonserven, sagte Schweiger. So holten die Krankenhäuser nun verschobene Operationen und Behandlungen nach.

Dringender Appell zum Weltblutspendetag

Zum Weltblutspendetag am heutigen Dienstag hat das Deutsche Rote Kreuz eindringlich zu Blut-und Plasmaspenden aufgerufen. Zwar deckt das DRK einen Großteil des Bedarfs an Blutspenden in Deutschland ab. Anders als bei privaten Anbietern oder Kliniken bekommen Spender aber keine finanzielle Entschädigung. Doch auch die Privaten beklagen eine niedrige Spendenbereitschaft. Nur etwa drei bis vier Prozent der Deutschen gingen regelmäßig zur Blut- oder Plasmaspende, sagte Britta Diebel von der Haema AG. Es könnten mehr sein.

MDR (dpa/Dominik Knauft)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Nachrichten | 13. Juni 2022 | 18:00 Uhr

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