Kultur Hereinspaziert: Sachsens Museen und Schlösser öffnen schrittweise

Seit Mitte Januar können Museen, Schlösser und Burgen in Sachsen unter Corona-Auflagen wieder öffnen. Aber noch nicht alle Häuser haben das bisher getan. Am Freitag und Sonnabend öffnen in Dresden, Augustusburg und Scharfenstein weitere Kulturstätten. Dass nicht alle Häuser gleich nach den Corona-Lockerungen Mitte Januar starteten, hat viel mit Kurzarbeit der Beschäftigten und Terminen externer Dienstleister zu tun.

Schloss Augustusburg in Sachsen
Nach neun Wochen Corona-Pause kann die Augustusburg ab Sonnabend 10 Uhr wieder besucht werden. Bildrechte: dpa

Immer mehr Museen und Schlösser in Sachsen sind nach der Corona-Schließung für Interessierte geöffnet. Ab dem heutigen Sonnabend, 29. Janaur, sind die Augustusburg und die Burg Scharfenstein wieder offen. Bereits am Freitag öffneten das Historische Grüne Gewölbe und das Kupferstich-Kabinett in Dresden. Andere Anlagen, wie etwa die Albrechtsburg Meißen, Burg Kriebstein oder Burg Weesenstein, öffnen erst am 5. Februar.

Kurzarbeit und Dienstpläne eintakten

Die schrittweisen Öffnungen der Anlagen innerhalb der Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH begründet diese mit "organisatorischen Belangen". Auf Nachfrage von MDR SACHSEN sagt PR-Managerin Anita Radicke: "Im Dezember waren 35 Kolleginnen und Kollegen in Kurzarbeit. Im Januar waren es 57. In einigen Museen fanden noch Reinigungsarbeiten statt." Die Häuser arbeiten laut Radicke zudem mit Sicherheitsfirmen zusammen, die auch erst wieder in Abläufe und Dienstpläne eingetaktet werden müssten.

Schloss Moritzburg im Winter
Schloss Moritzburg ist seit 21. Janaur wieder geöffnet. Die Winterausstellung zu "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" ist freitags bis sonntags zu sehen, ab 4. Februar dann jeden Tag. Bildrechte: Torsten Hegewald

Teilweise noch Winterruhe für Parks

Einige Einrichtungen haben auch ohne Corona-Beschränkungen Winterruhe und bleiben bis zum Frühling geschlossen, beispielsweise der Park in Altzella/Nossen, der am Schloss Pillnitz und der Barockgarten in Großsedlitz. Die drei Anlagen öffnen ab 1. April. Dann sollen auch alle insgesamt 300 Mitarbeiter und Saisonkräfte der Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH wieder im Dienst sein.

Die Bilanz zu Einnahmeverlusten und Kosten im Coronajahr 2021 liege erst im Februar vor. Aktuell plant die gGmbH eine Informationskampagne für die Ferienwochen in Sachsen, erklärt Anita Radicke. Dabei richte sich der Blick auf Familien und darauf, was Kinder interessiere.

  • Welche Burgen und Schlösser bereits offen sind oder demnächst öffnen, finden Sie in der Übersicht hier.

Schritt für Schritt bei den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden

Auch die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) öffnen seit Mitte Januar schrittweise. Dass das Historische Grüne Gewölbe am Freitag öffnete, an dem Tag, an dem der Prozess zum spektakulären Juwelendiebstahl begann, sei "reiner Zufall" gewesen, heißt es von der SKD. Bis zu den Winterferien sollen alle Museen der SKD wieder geöffnet sein.

  • Die Öffnungstermine und Übersicht zu Museen und Sonderausstellungen der SKD finden Sie hier.

Keine Spontaneität bei Handwerker- und Dienstleister-Terminen

"Große Museen haben im Januar meist eine geplante Schließzeit, in denen auch umfangreiche Wartungsarbeiten vorgenommen werden, die an nur dem einen Schließtag in der Woche nicht zu schaffen sind", sagt die stellvertretende SKD-Sprecherin Anja Priewe. Auch wenn der Gedanke nahe liege, dass diese Arbeiten doch in der coronabedingten Schließzeit erledigt werden könnten, so war "die Terminierung mit den zahlreichen Handwerksfirmen äußerst langfristig geplant und lässt leider keine Spontaneität zu". Ein gewisser Vorlauf ist nach Priewes Worten auch für die Zusammenarbeit und Personalplanung notwendig, zumal die SKD mit vielen externen Dienstleistern zusammenarbeite.

Ausstellung
Die Sonderausstellung "Träume von Freiheit" ist im Albertinum Dresden seit Freitag, 28. Januar wieder zu sehen. Die Schau geht noch bis zum 4. Februar. Bildrechte: SKD/David Pinzer

Sorge, dass Besucher fernbleiben

Mit Blick aufs Infektionsgeschehen und die Belastung des Gesundheitssystems in Sachsen sorgen sich die SKD, dass es neue Einschränkungen im öffentlichen Leben geben könnte und Besucher ausbleiben. "Dabei begrüßen wir es sehr, dass die Museen nach der aktuellen Corona-Notverordnung im Falle erneuter Einschränkungen weiter geöffnet bleiben können", so Anja Priewe.

Über den Paragraphen freut sich auch die Geschäftsführerin der Augustusburg/Lichtenwalde/Schlossbetriebe gGmbH, Patrizia Meyn. Auch sie fürchtet, dass Regeln wie 2G und FFP2-Masken Besucher abschrecken könnten. In den Kultureinrichtungen gilt als Zutrittsbedingung 2G, wer die Innengastronomie nutzen will, braucht einen Nachweis gemäß 2G+.

Run auf Winterferienangebote in Scharfenstein und Augustusburg

Bis Ende März 2022 sind die 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Schloss-Verbundes in Kurzarbeit. Die Burgen Augustusburg und Scharfenstein sind nur an Wochenenden und in den sächsischen Winterferien durchgängig geöffnet. Die dritte Anlage im Verbund, das Schloss Lichtenwalde, bleibt bis Ende März zu. Trotzdem blickt Geschäftsführerin Meyn optimistisch auf die nächsten Wochen, in denen die Mitarbeitenden zwei große Ausstellungen vorbereiten. 2021 hätten die drei Burgen coronabedingt nur viereinhalb Monate lang öffnen dürfen. "Trotzdem hatten wir nur 30 Prozent weniger Besucher." Für Patrizia Meyn ein Zeichen, dass die "Menschen Kultur brauchen".

Wenn wir öffnen, kommen die Menschen auch. Unsere Winterferienangebote sind bereits fast alle ausgebucht. Der Andrang ist enorm.

Patrizia Meyn Geschäftsführerin

Burg Scharfenstein (Sachsen)
Die Burg Scharfenstein ist für Besucher ab Sonnabend, 29. Januar 10 Uhr, wieder offen. Vorerst nur an Wochenenden und in den Winterferien durchgängig. Bildrechte: ASL Schlossbetriebe GmbH

Quelle: MDR (kk)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Nachrichten | 30. Januar 2022 | 10:00 Uhr

Mehr aus Sachsen

Bild einer Hand 3 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK