Ausländische Bevölkerung So wirkt sich Migration auf den Arbeitsmarkt in Sachsen aus

Der Anteil der ausländischen Beschäftigten auf dem sächsischen Arbeitsmarkt steigt von Jahr zu Jahr an. Welche Branchen dabei besonders im Fokus stehen, zeigt ein Blick in die Statistik.

Junge Gefluechtete aus Afghanistan werden im Unterricht der AMS Ausbildungsgesellschaft für Metalltechnik und Schweißer von Ausbilder Philipp Rokasky (2.v.r.) angeleitet.
Ausländische Arbeitnehmer sind vor allem in bestimmten Branchen besonders stark vertreten. Bildrechte: dpa

In den vergangenen zehn Jahren ist die Zahl der "Sozialversicherungspflichtig Beschäftigten" auf Sachsens Arbeitsmarkt von rund 1,45 Millionen auf etwa 1,6 Millionen gestiegen. Gemeint sind damit – vereinfacht gesagt – alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die kranken-, renten- und pflegeversicherungspflichtig sind. Bei der großen Mehrheit handelt es sich um Menschen mit deutscher Staatsbürgerschaft. Über die Jahre hinweg ist aber eine kleine Entwicklung sichtbar. So sank der Anteil der Deutschen am Arbeitsmarkt von 98,7 Prozent im Jahr 2011 auf 94,5 Prozent im Jahr 2020:

Bei den beruflichen Abschlüssen werden in der Statistik der Agentur für Arbeit einige Unterschiede zwischen deutscher und ausländischer Bevölkerung sichtbar. Letztere verzeichnet einen höheren Anteil an Menschen, die ohne anerkannten Berufsabschluss tätig sind. Dafür ist der Anteil der anerkannten Berufsabschlüsse deutlich niedriger, der Anteil der Akademiker wiederum etwas höher. Bei rund einem Viertel aller ausländischen Beschäftigen ist laut Statistik unklar, welcher Berufsabschluss vorliegt.

Ausländische Arbeiter in Logistik- und Gastgewerbe stark vertreten

Betrachtet man die verschiedenen Berufssegmente auf dem sächsischen Arbeitsmarkt, so fällt auf, dass es einige Branchen gibt, in denen ausländische Arbeitnehmerinnen und -nehmer anteilig häufiger vertreten sind als ihre deutschen Kolleginnen und Kollegen. Besonders deutlich wird das bei Verkehrs‑ und Logistikberufen. Während unter allen deutschen Beschäftigen rund 9,1 Prozent in dieser Branche tätig sind, sind es bei Migranten rund 18,2 Prozent aller Beschäftigten - eine Differenz von 9,1 Prozentpunkten. Das gleiche Bild zeigt sich bei Lebensmittel‑ und Gastgewerbeberufen.

Umgekehrt hingegen verhält es sich bei Berufen in der Unternehmensführung und ‑organisation. Hier sind rund 11,7 Prozent der deutschen und nur etwa 4,7 Prozent der ausländischen Beschäftigten tätig.

Beim Vergleich der Arbeitslosenquote ergeben sich weitere Unterschiede. Dass der Anteil der ausländischen Bevölkerung deutlich höher liegt, hängt unter anderem auch damit zusammen, dass bei der Migration auf dem Arbeitsmarkt zwischen Arbeits- und Fluchtmigration unterschieden wird. Denn während Arbeitsmigranten ihre Migration planen und die Aufnahmefähigkeit des Arbeitsmarktes mit ihren Qualifikationen abgleichen können, ist das bei Geflüchteten normalerweise nicht der Fall.

Arbeitsmigration führt deshalb zu einer schnelleren Integration am Arbeitsmarkt als bei der Fluchtmigration. Die Arbeitslosmeldung von Geflüchteten ist vielmehr ein erster Schritt in einem Integrationsprozess, der aufgrund der oftmals fehlenden Sprachkenntnisse und formalen Qualifikationen mehrere Jahre in Anspruch nehmen kann.

Quelle: MDR/mm

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