Analyse Fünf Fragen und Antworten zur ausländischen Bevölkerung in Sachsen

Wie hoch ist der Ausländeranteil in Sachsen und wie hat er sich entwickelt? Welche Nationalitäten und Altersgruppen sind wie häufig vertreten? Eine Analyse von MDR SACHSEN gibt Antworten auf diese und weitere Fragen.

Eine Frau hält vor ihrem Kopf mit beiden Händen einen Globus in die Kamera.
Menschen aus zahlreichen Ländern sind in den vergangenen Jahren nach Sachsen gekommen. Bildrechte: MDR/Unsplash/lovejoypassion

Wie hoch ist der Ausländeranteil in Sachsen?

Am Stichtag 31.12.2020 betrug die Bevölkerungszahl des Freistaats Sachsen genau 4.056.941. Nach Angaben des Statistischen Bundesamt gehörten 215.755 Menschen davon zur nichtdeutschen Bevölkerung, besitzen also eine andere als die deutsche Staatsbürgerschaft. Der Ausländeranteil in Sachsen beträgt damit gegenwärtig 5,3 Prozent.

Sachsen hat gemeinsam mit Sachsen-Anhalt den zweitniedrigsten Ausländeranteil aller 16 Bundesländer. Noch niedriger ist der Anteil der ausländischen Bevölkerung an der Gesamteinwohnerzahl nur in Mecklenburg-Vorpommern (4,8 Prozent). Die höchsten Anteile weisen Berlin (19,6 Prozent) und Bremen (19,0 Prozent) auf, der bundesweite Durchschnitt aller Länder beträgt 12,7 Prozent.

Wie hat sich der Ausländeranteil in Sachsen entwickelt?

Im Jahr 2000 lag der Ausländeranteil bei 2,4 Prozent und blieb in den Folgejahren relativ konstant. 2011 sank der Anteil infolge der Volkszählung ("Zensus 2011") und der damit verbundenen Präzisierung der Bevölkerungsdaten auf zwei Prozent. Den größten Zuwachs gab es im Jahr 2015 infolge der Einreise zahlreicher Schutzsuchender nach Deutschland.

Im gesamten Betrachtungszeitraum lag der Anteil männlicher Ausländer in Sachsen über dem der weiblichen Ausländerinnen. So waren im Jahr 2020 beispielsweise rund 43 Prozent der ausländischen Bevölkerung weiblich und knapp 57 Prozent männlich. Zum Vergleich: In der Gesamtbevölkerung Sachsens liegt die Verteilung bei 51 Prozent weiblich und 49 Prozent männlich.

Welche Nationalitäten sind wie häufig vertreten?

Im Ausländerzentralregister waren zum Stichtag 31.12.2020 knapp 25.000 Menschen aus Syrien in Sachsen registriert. Seit dem Jahr 2015 ist sie die größte aller ausländischen Bevölkerungsgruppen im Freistaat. In den Jahren davor waren Menschen aus Vietnam, Polen oder Russland am häufigsten vertreten.

Über das Ausklapp-Menü "Stichtag wählen" können Sie aus Daten seit dem Jahr 1998 wählen:

Darum gibt es unterschiedliche Statistiken zur ausländischen Bevölkerung

Das Statistische Landesamt in Sachsen veröffentlicht Zahlen zur nichtdeutschen Bevölkerung aus unterschiedlichen Datenquellen. Es liegen einerseits demografische Angaben aus der Bevölkerungsfortschreibung zu Staatsangehörigkeit, Geschlecht, Alter sowie Familienstand vor. Andererseits liefern Ergebnisse des Ausländerzentralregisters (AZR) zusätzlich Angaben zum Aufenthaltsstatus und zur Aufenthaltsdauer bis zur regionalen Ebene der Kreisfreien Städte und Landkreise.

Die Bestandszahlen der Bevölkerungsfortschreibung und des Ausländerzentralregisters weichen infolge unterschiedlicher inhaltlicher Abgrenzungen voneinander ab. In der Bevölkerungsfortschreibung werden alle Einwohner, die gemäß Melderecht in Deutschland gemeldet sind bzw. gemeldet sein sollten, als Bestand nachgewiesen. Personen, die sich vorübergehend in Deutschland aufhalten (Besucher, Saisonarbeiter u.Ä.) werden zur Bevölkerung gezählt, sofern sie bei den Meldebehörden angemeldet sind.

Für die Erfassung in der Bevölkerungsfortschreibung gilt somit keine allgemeine Mindestaufenthaltsdauer. Schutzsuchende sind meldepflichtig und zählen demnach zur Bevölkerung, sobald sie erfasst wurden. Die Erfassung im AZR richtet sich nach ausländerrechtlichen Bestimmungen. So erfasst das AZR nur Ausländerinnen und Ausländer, die sich länger als drei Monate in Deutschland aufhalten oder einen Aufenthaltstitel beantragt haben.

Welche Altersstruktur hat die ausländische Bevölkerung?

Innerhalb der ausländischen Bevölkerung in Sachsen stellt die Altersgruppe der 25- bis 30-Jährigen anteilsmäßig die größte Gruppe dar. Je höher das Alter der Menschen in der Gesamtbevölkerung, umso geringer wird der Ausländeranteil:

Welche regionalen Hotspots gibt es innerhalb der ausländischen Bevölkerung?

Je nach Region in Sachsen gibt es hinsichtlich der Nationalitäten der dortigen Bevölkerung einige Unterschiede. Welche Gruppen sich beispielsweise hauptsächlich ganz im Osten oder aber besonders in den Großstädten angesiedelt haben und welche Daten über Ihren Wohn- bzw. Heimatort verfügbar sind, das können Sie in diesem Artikel nachlesen:

Quelle: MDR/mm

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Geschichte

Eduard Stapel
Eduard Stapel war einer der Begründer des ersten Arbeitskreises Homosexualität in Leipzig 1982. In den folgenden Jahren setzte er sich DDR-weit für weitere solche Arbeitsgruppe ein und koordinierte die Homosexuellenbewegung des Ostens. Er ist Mitbegründer des heutigen LSVD. Bildrechte: MDR/Hoferichter & Jacobs