Ausländische Bevölkerung Wie stark welche Nationalität in Sachsens Städten und Kreisen vertreten ist

In Sachsen leben Menschen aus über 170 Ländern. Welche Nationalitäten dabei wie häufig in welcher Region vertreten sind und wie hoch der Ausländeranteil in Ihrem Ort ist, zeigt die Analyse von MDR SACHSEN.

Blick auf eine Kreuzung der Eisenbahnstraße.
Vor allem in Großstädten wie Leipzig leben in Sachsen Ausländer. Bildrechte: dpa

Zum Ende des Jahres 2020 betrug der Ausländeranteil in Sachsens Bevölkerung 5,3 Prozent – einer der niedrigsten Werte aller Bundesländer. In absoluten Zahlen bedeutet das: Rund 215.000 der über vier Millionen Menschen in Sachsen haben eine andere Nationalität als die deutsche. Darunter finden sich im Ausländerzentralregister neben Trinidad und Tobago, Kambodscha und Turkmenistan noch rund 170 weitere Herkunftsländer.

Im Jahr 2020 umfasste die größte ausländische Bevölkerungsgruppe in Sachsen knapp 25.000 Menschen, die die syrische Staatsbürgerschaft besitzen. Seit dem Jahr 2015 ist sie die größte aller ausländischen Bevölkerungsgruppen im Freistaat. In den Jahren davor waren hingegen Menschen aus Vietnam, Polen oder Russland am häufigsten vertreten.

Polen in Görlitz, Tschechen in Dresden

Regional betrachtet fallen bei der Verteilung der ausländischen Bevölkerung in Sachsen mehrere Dinge auf.

  1. Die meisten Menschen leben in den drei kreisfreien Städten Leipzig (rund 58.300), Dresden (48.300) und Chemnitz (23.500). Der Ausländeranteil liegt dort zwischen acht und zehn Prozent und damit deutlich höher als im Landesdurchschnitt.
  2. Umgekehrt ist die ausländische Bevölkerung in den Landkreisen deutlich weniger vertreten. Im Erzgebirgskreis sowie den Landkreisen Bautzen und Leipzig liegt der Ausländeranteil unter drei Prozent.
  3. In der östlichsten Region Sachsens, dem Landkreis Görlitz an der Grenze zu Polen, wohnen besonders viele Menschen mit polnischer Staatsbürgerschaft. Ähnlich ist es bei Menschen mit tschechischer Nationalität. Neben Görlitz und Dresden sind die direkt an Tschechien angrenzenden Region Erzgebirgskreis und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge weitere tschechische Hotspots innerhalb Sachsens.

Welche Nationalität in welcher Region und zu welchem Stichtag wie stark vertreten war, können Sie in folgender Karte selbst nachvollziehen:

Höchster Ausländeranteil in Bad Muskau

Auf Ebene der über 400 eigenständigen Gemeinden in Sachsen erhält man ein noch differenziertes Bild zur Verteilung der ausländischen Bevölkerung. Zwar unterscheidet das Statistische Landesamt Sachsen lediglich zwischen deutscher und nichtdeutscher Bevölkerung und macht keine Angaben zu einzelnen Nationalitäten, dennoch sieht man hier die großen Unterschiede zwischen Stadt und Land sehr deutlich.

Die Gemeinde mit dem höchsten Ausländeranteil (14,2 Prozent) im Jahr 2020 war die Park- und Kurstadt Bad Muskau im äußersten nordöstlichsten Winkel des Freistaats unweit der polnischen Grenze. Weitere Orte mit Werten von zehn oder mehr Prozent sind die Städte Görlitz, Torgau und Leipzig:

Für eine ganze Reihe von Orten – vornehmlich kleine Gemeinden auf dem Land – konnte aus Gründen der statistischen Geheimhaltung kein Ausländeranteil ermittelt werden. Das bedeutet, dass in diesen Orten nur sehr wenige oder aber auch gar keine Menschen mit nichtdeutscher Nationalität leben.

Quelle: MDR/mm

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