Polizeibilanz Mehr als 600 Gewalttäter nach Ausschreitungen bei Dynamo-Aufstiegsspiel ermittelt

Seit Mitte Mai ermittelt die Soko Hauptallee der Dresdner Polizei zu den Ausschreitungen rund um das Aufsstiegsspiel von Dynamo Dresden. Damals war es vor allem im Großen Garten in der Stadt zu Auseinandersetzungen zwischen gewaltbereiten Fans, Hooligans und der Polizei gekommen. Dabei wurden 185 Beamte verletzt. Ein 44-köpfiges Ermittlerteam arbeitet seitdem an der Aufarbeitung des Geschehens. Heute wurde Zwischenbilanz gezogen.

Videoauswertung bei der SOKO Hauptallee
Ermittler werten Videomaterial der Auschreitungen am Rande des Drittliga-Fußballspiels Dynamo Dresden gegen Türkgücü Müchen aus. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Ermittler der Soko Hauptallee haben durch die Auswertung des Videomaterials rund um die Krawalle beim Dynamo-Aufstiegsspiel mehr als 600 Gewalttäter ausgemacht. 236 von ihnen wurden zweifelsfrei identifiziert. Der weit überwiegende Teil der bisher ermittelten Tatverdächtigen kommt aus Dresden und umliegenden Gemeinden. Es handelt sich bis auf fünf Frauen ausschließlich um Männer, ihr Alter liegt zwischen 15 und 69 Jahren. Mit Ausnahme eines Kirgisen haben alle Tatverdächtigen die deutsche Staatsangehörigkeit.

Allein die bloßen Zahlen verschaffen einen Eindruck von den Ausmaßen des Geschehens und der Größe der Aufgabe für die Soko Hauptallee. Gegen alle Tatverdächtigen wird wegen schweren Landfriedensbruchs und anderer Straftaten ermittelt.

Enrico Lange Soko-Leiter

Dreistellige Zahl von Anklagen noch in diesem Jahr

Dynamo-Fans randalieren vor dem Stadion in Dresden
Dynamo-Fans randalieren vor dem Stadion in Dresden Bildrechte: dpa

Noch in diesem Jahr wird die Soko Hauptallee eine dreistellige Anzahl von Ermittlungsverfahren zur Anklage bringen. Seit Beginn der Strafverfolgungsarbeit hat die Soko vier Plakate mit den Bildern von 80 Tatverdächtigen veröffentlicht und dazu 171 Hinweise aus der Bevölkerung erhalten. Dadurch konnten 67 Personen identifiziert werden. 43 von ihnen haben sich kurze Zeit nach Veröffentlichung der Fahndungsbilder selbst gestellt. "Der Erfolg der Öffentlichkeitsfahndungen bestätigt uns, dass solche Gewalttaten von weiten Teilen der Bevölkerung, aber auch der Fanszene nicht akzeptiert werden", sagt Enrico Lange.

Polizei will weitere Fahndungsplakate veröffentlichen

"Wir werden bei unserer Ermittlungsarbeit nicht nachlassen. Unser Ziel ist es", so der Soko-Leiter, "alle Gewalttäter aus der Anonymität zu holen".

Hintergrund Soko Hauptallee Die Soko Hauptallee wurde am 17. Mai 2021 und damit einen Tag nach den Vorkommnissen im Zusammenhang mit dem Drittliga-Fußballspiel SG Dynamo Dresden gegen Türkgücü München ins Leben gerufen.

Nach zunächst friedlichem Verlauf kam es am 16. Mai 2021 zu Ausschreitungen, bei denen einige Hundert Randalierer in der Nähe des Stadions Steine, Flaschen und anderes auf Polizisten warfen oder sie mit Händen und Füßen attackierten.

185 Polizeibeamte wurden verletzt, davon 49 Beamte der Bundespolizei. Bei der Soko Hauptallee wird die Polizeidirektion Dresden personell in großem Umfang von der Bundespolizei unterstützt. Hauptaufgabe ist nach wie vor die Auswertung von Videomaterial und die Ermittlung von Tatverdächtigen und Tatvorwürfen.

Quelle: MDR/dst

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | SACHSENSPIEGEL | 15. November 2021 | 13:30 Uhr

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