Bahnverkehr GDL beendet Streik vorerst - DB-Züge rollen auch in Sachsen an

Die GDL hat ihren Streik in der Nacht beendet. Der Zugverkehr bei der DB AG rollt wieder an. Die Online-Auskunft meldet für Sachsen kaum Störungen.

Ein ICE T fährt am Abend aus dem Hauptbahnhof Halle.
Die Neigetechnik-ICE zwischen Dresden und Frankfurt/Main über Leipzig sollen ab Dienstag wieder fahren. Die Linie war während der GDL-Streiks komplett lahmgelegt. Bildrechte: dpa

Der dritte Streik im laufenden Tarifkonflikt bei der Deutschen Bahn ist am frühen Dienstagmorgen wie geplant zu Ende gegangen. Wie die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) bestätigte, wurde der Arbeitskampf wie angekündigt um 2 Uhr vorerst beendet. Eine Bahnsprecherin sagte, der Zugverkehr laufe wieder wie gewohnt an. Kleinere Unregelmäßigkeiten seien aber noch möglich, insbesondere zum Betriebsbeginn.

Kaum Störungsmeldungen bei Online-Auskunft

Die Online-Fahrplanauskunft für die Hauptbahnhöfe Leipzig und Dresden meldete am Dienstagmorgen (Stand der Abfrage 5:10 Uhr) kaum Störungen. Allerdings waren einige Züge ohne aktuellen Status aufgeführt.

Im Mitteldeutschen S-Bahn-Netz fiel eine S4 von Torgau nach Gaschwitz aus. Im Dresdner S-Bahn-Netz begann ein Zug der S1 nach Meißen erst in Pirna, statt in Schöna. Die Bahn verwies in diesem Fall auf "Streikauswirkungen". Auch der internationale Reiseverkehr auf der Achse Hamburg - Berlin - Dresden - Prag - Budapest/Graz soll wieder planmäßig anlaufen. Während des Streiks fuhr der Railjet "Vindobona" Berlin - Graz nur im Abschnitt zwischen Děčín (Tetschen-Bodenbach) und Graz. Die Eurocitys entfielen zwischen Dresden und Berlin.

Fronten zwischen GDL und Bahnspitze bleiben verhärtet

Seit Donnerstag mussten Kunden der Deutschen Bahn erhebliche Einschränkungen hinnehmen. Betroffen war für die Sachsen auch der Rückreiseverkehr am letzten Ferienwochenende. Die Lokführergewerkschaft GDL kämpft um mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen für ihre Mitglieder. Mit dem Streik will sie insgesamt 3,2 Prozent mehr Lohn durchsetzen. Zudem wird eine Corona-Prämie von 600 Euro gefordert. Die Laufzeit des Tarifvertrags soll 28 Monate betragen. Zudem will die Bahn nicht nur Lokführer und Zugbegleiter vertreten, sondern auch Mitarbeiter in Werkstätten und der Verwaltung. An mindestens einem Tag kam es zu Zugaufällen, weil ein Fahrdienstleiter in Mittweida gestreikt hatte. Betroffen waren Züge von Drittanbietern, wie der Mitteldeutschen Regiobahn und der Citybahn Chemnitz. Die DB hatte nach wenigen Stunden einen Ersatz für den Fahrdienstleiter im Ausstand organisiert.

Die Konzernspitze hatte vergangene Woche ein Angebot unter anderem mit einer Tariflaufzeit von 36 Monaten vorgelegt. Der Chef der Lokführergewerkschaft GDL, Claus Weselsky, wies das Angebot jedoch als "vergiftet" zurück.

Quelle: MDR/lam

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten | 07. September 2021 | 06:00 Uhr

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