Unfallschwerpunkt Keine Lösung für Baustellenchaos auf A4 in Sicht

Rund um die Baustelle auf der A4 am Dreieck Nossen kommt es immer wieder zu schweren Unfällen. Erst Anfang der Woche war dort ein 50 Jahre alter Mann nach einem Unfall gestorben. Am Mittwoch haben sich die Autobahn GmbH und der ADAC vor Ort getroffen, um über eine Entschärfung der Verkehrssituation zu beraten. Sachsens Verkehrsminister Dulig verlangt vom Bund, dass der endlich Maßnahmen ergreift,.

Warnhinweis Spurwechsel an einem Fahrzeug der Autobahnmeisterei auf der Autobahn A4 bei Regen
Der ADAC machte verschiedene Vorschläge, um die Verkehrssituation zu entschärfen. (Symbolbild) Bildrechte: IMAGO / imagebroker

An den Baustellenstaus am Autobahndreieck Nossen wird sich in absehbarer Zeit nichts ändern. Ein Treffen am Mittwoch auf der Autobahnbaustelle zwischen ADAC und Autobahn GmbH blieb ohne Ergebnis, wie der Automobilclub MDR SACHSEN mitteilte. Die Autobahn GmbH lehnte es demnach ab, die momentane Verkehrsführung zu ändern und hat dabei auf bestehende Baugenehmigungen verwiesen. Auch der Vorschlag, blinkende Warnschilder aufzustellen, sei abgelehnt worden,.

Zu wenige Fahrstreifen

"Wir haben aber auch generell ein Problem, dass im vergangenen Jahr drei Streifen zur Verfügung standen und es kaum Staus gab. In diesem Jahr hat man sich für zwei Streifen für den Verkehr entschieden, sodass die Bauzeit verkürzt werden kann", sagte Helmut Büsche vom ADAC Sachsen.

Häufung von Unfällen an Baustelle

In den vergangenen Wochen hatte es in dem Bereich mehrfach schwere Unfälle gegeben, erst am Mittwoch in dieser Woche starb ein 50 Jahre alter Mann nach einem Unfall mit mehreren Lkw. Der ADAC macht die Verkehrsführung für die Häufung von Unfällen verantwortlich. Daraufhin schlug der Automobilclub vor, die Verkehrsführung zu verbessern, sodass in dem Bereich, wo A4 und A14 zusammentreffen, der Verkehr ineinanderfließt und dann erst an der Baustelle vorbeigeführt wird.

Verkehrsminister Dulig: Bund muss handeln

Sachsens Verkehrsminister Martin Dulig (SPD hat sich ebenfalls an die baulich zuständige Autobahn GmbH des Bundes sowie an Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) gewandt und ihn nach Ministeriumsangaben aufgefordert, umgehend Maßnahmen zur Entschärfung der Situation auf der Autobahn als auch im umliegenden Straßennetz vorzunehmen.

Mir ist bewusst, dass es zu den derzeitigen Baumaßnahmen keine Alternative gibt. Aber die gegenwärtigen Zustände sind nicht mehr tragbar und bedürfen dringender Anpassungen.

Martin Dulig sächsischer Verkehrsminister

Auch das Land habe 2018 bei Sanierungsmaßnahmen an den Talbrücken in Fahrtrichtung Chemnitz Verkehrsprobleme gehabt." Allerdings konnten kurzfristig umgesetzte Lösungen in der Verkehrsführung, zusätzliche Beschilderungen und weit vorausgehende Geschwindigkeitsanpassungen zu einer Verbesserung der Verkehrssituation beitragen und weitere schwere Unfälle vermieden werden", meinte Dulig. Er hält Tempolimits von mindestens 80 Stundenkilometern, in Teilen von 60 km/h auch zwischen den einzelnen Baustellen für "unerlässlich". Zudem sollte laut Dulig die Polizei die Tempolimits viel konsequenter kontrollieren.

Martin Dulig
Die Unfälle und Stauserien auf der A4 bei Nossen findet Sachsens Verkehrsminister Martin Dulig "nicht mehr tragbar". Er verlangt vom Bund, dass der endlich reagiert. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Rund 100.000 Fahrzeuge fahren täglich auf der A4 bei Nossen/Wilsdruff entlang. Nach Angaben des sächsischen Verkehrsministerums gehört dieser Autobahnabschnitt zu einem der meist befahrenen Autobahnabschnitten bundesweit. Er ist Teil der Transitrouten von und nach Polen Richtung Osteuropa und nach Tschechien gen Balkan. Der Anteil des Schwerlastverkehrs sei daher überdurchschnittlich hoch.

Quelle: MDR/bj/kk

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz | 10. Juni 2021 | 15:30 Uhr

Mehr aus Sachsen