Wirtschaft Mittelscharfe Corona-Bilanz bei Bautz'ner Senf

Beim Senfhersteller in Bautzen gab es im Corona-Jahr 2020 keine Kurzarbeit, die Mitarbeiterzahl ist von 50 auf 55 leicht gestiegen, der Absatz in Privathaushalten gewachsen. Trotzdem fällt die erste Bilanz des Krisenjahres gemischt aus.

Peter Hauptmann gibt an seinem Marktstand auf dem Markt in Bautzen (Sachsen) Bautzner Senf auf eine Thüringer Rostbratwurst.
Rostbratwurst nur mit Senf - möglichst aus Bautzen. Das ist das Motto vieler ostdeutscher Kunden. Der Senfhersteller in Ostsachsen bewertet das Corona-Jahr 2020 eher gemischt. Bildrechte: dpa

Das Unternehmen Bautz'ner Senf und Feinkost hat eine gemischte erste Bilanz der Corona-Zeit gezogen. Weil die Menschen mehr Lebensmittel zu Hause konsumiert haben, habe sich Senf im Einzelhandel besser verkauft, resümiert der Leiter des Werks in Kleinwelka, Michael Bischof. Allerdings konnten an Gastronomiebetriebe weniger Senfprodukte verkauft werden. "Daher ist unsere Bilanz insgesamt gemischt. Wir sind guter Dinge, dass es wieder aufwärts geht", sagte Bischof auf Nachfrage von MDR SACHSEN.

Trends: Zuhause kochen und länger haltbare Produkte

Der Werksleiter beobachtet - auch bedingt durch die Pandemie - einen Trend zum Zuhause-Kochen. Bei den Kunden wachse der Wunsch nach schnellen und unkomplizierten Gerichten. Auch die Nachfrage nach länger haltbaren Produkten sei 2020 um etwa 20 Prozent gestiegen. Bautzn'er habe darauf reagiert und neue Fertigsoßen auf den Markt gebracht, zuletzt eine Nudelfertigsoße und eine süß-saure Mischung. Am stärksten nachgefragt sei aber weiter der mittelscharfe Senf. Davon produzierten die 55 Mitarbeiter im Werk in Kleinwelka im vergangenen Jahr 37 Millionen Becher.

Bautz'ner Senf mit Brot
Bildrechte: dpa

Die Marke aus dem Osten - 1992 kaufte das bayerische Unternehmen Develey Senf & Feinkost aus Unterhaching das Bautzener Werk von der Treuhandanstalt.
- Bautz’ner Senf ist bundesweit Marktführer mit einem Marktanteil von rund 30 Prozent.
- In Ostdeutschland liegt der Marktanteil bei etwa 75 Prozent. Der Pro-Kopf-Verzehr von Senf in Ostdeutschland ist sehr viel höher (um ein Kilogramm pro Jahr) als in Westdeutschland (etwa 0,1 Kilo/Jahr)
- Am meisten verkaufen die Bautzner Senf zur Grillsaison und vor Weihnachten.
- Zuletzt verarbeitete das Werk in Ostsachsen rund 3.000 Tonnen Senfkörner.
- 15 Prozent der Senfsaat stammt aus den Kreisen Bautzen und Görlitz, 40 Prozent aus Mecklenburg-Vorpommern. Die weiteren 45 Prozent kommen aus Osteuropa.

Quelle: MDR/Unternehmensangaben

Quelle: MDR/kk/fg

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Bautzen | 27. August 2021 | 05:30 Uhr

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