Nisthilfe-Programm Oberlausitz: Bestand des Wiedehopfs erholt sich

Der Wiedehopf wird in Sachsen auf der Roten Liste als "stark gefährdet" geführt. In der Oberlausitz finden die Vögel mittlerweile wieder gute Bedingungen vor, um sich ungestört ausbreiten zu können. Ornithologen helfen den Tieren mit Nisthilfen.

Wiedehopf auf einem Zweig
Der Bestand des Wiedehopfs hat sich in der Oberlausitz erholt. Bildrechte: MDR/Simank-Film

Rund 15 Jahre nach dem Start des Nisthilfe-Programms für den Wiedehopf im Unesco-Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft hat sich sein Bestand nach Einschätzung von Experten erholt. Der Landschaftsökologe und Mitarbeiter der Sächsischen Vogelschutzwarte, Marko Zischewski, zieht eine positive Bilanz der Schutzmaßnahmen: "In den vergangenen Jahren waren die Temperaturen höher, es gibt hier ein besseres Nahrungsangebot."

Im vergangenen Jahr zählten die Ornithologen demnach knapp 20 Brutpaare und 43 ausgeflogene Jungvögel. Das sandig-trockene Brutgebiet der Tagebaufolgelandschaft zwischen Hoyerswerda und Bautzen bietet dem Wiedehopf gute Lebensbedingungen.

Rund 100 Brutpaare in Sachsen gezählt

Insgesamt stehen dem Wiedehopf in der Region 45 künstliche Nisthilfen zur Verfügung. Sie wurden seit 2005 von den Vogelschützern gebaut und im Biosphärenreservat aufgestellt. Nach einem Aufruf zur Sichtung von Wiedehopfen im Frühjahr gingen mehr als 200 Meldungen ein, die jetzt noch ausgewertet werden sollen.

Das Hauptverbreitungsgebiet des Vogels ist das Nachbarbundesland Brandenburg. Dort soll nach Angaben des dortigen Landesamtes für Umwelt mehr als die Hälfte des bundesweiten Bestandes brüten. Der Dachverband Deutscher Avifaunisten, der Zusammenschluss aller landesweiten oder regionalen ornithologischen Verbände in der Bundesrepublik Deutschland, geht von bundesweit 800 bis 950 Brutpaaren aus. Der Wiedehopf gilt in Deutschland als gefährdet. Mit geschätzen 100 Brutpaaren wird er in Sachsen auf der Roten Liste als "stark gefährdet" geführt. 

Wiedehopf
Rund 100 Brutpaare gibt es in Sachsen, mindestens 20 in der Oberlausitz. Bildrechte: MDR/ORF

Quelle: MDR/tfr/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | SACHSENSPIEGEL | 27. Juni 2021 | 19:00 Uhr

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