Öffentlicher Nahverkehr Sachsens Bildungsticket soll Schülerticket in der Oberlausitz ersetzen

Schüler steigen in einen Schulbus
Das Bildungsticket sollen ab August Schüler im Nah- und Regionalverkehr unbegrenzt nutzen dürfen. Vorher muss aber noch Sachsens Landtag die Finanzierung absegnen. Bildrechte: dpa

Der Landkreis Bautzen möchte ab August die Tarifangebote für Kinder und Jugendliche durch das geplante Bildungsticket ersetzen. Das teilte Landrat Michael Harig (CDU) am Mittwoch auf der Versammlung des Zweckverbands Verkehrsverbund Oberlausitz-Niederschlesien (ZVON) mit. "Das Bildungsticket soll im Abo für monatlich 15 Euro je Schüler angeboten werden", so der Landrat. Ein ähnliches Vorgehen plant der Landkreis Görlitz. Hintergrund ist die sachsenweite Einführung des Bildungstickets, die im Koalitionsvertrag der Landesregierung festgeschrieben wurde. Für die Finanzierung dieser Beförderung will sich Sachsen mit 50 Millionen Euro im Jahr beteiligen.

Schüler- und Freizeitticket fallen weg

Bisher gibt es in Ostsachsen für Kinder und Jugendliche neben dem Schülerticket für monatlich 13 Euro unter anderem auch das Freizeitticket für 10 Euro, das auf bestimmte Tageszeiten begrenzt ist. Diese Angebote sollen durch das Bildungsticket ersetzt werden, das dann den ganzen Tag und auch in den Ferien gültig sein wird. Die Einführung sei eine große technische Umstellung, betonte Birgit Weber, Beigeordnete des Landkreises Bautzen. Man sei deshalb auch dabei, Übergangsmöglichkeiten zu schaffen.

Wir haben uns entschieden, dass zukünftig im Landkreis Bautzen nur noch das Bildungsticket zur Verfügung steht beziehungsweise die Schülerfahrkarte ersetzt, um damit auch den Mehrwert, den das Bildungsticket bietet - also die ganztägige, ganzjährige Nutzung des ÖPNV - umzusetzen.

Birgit Weber Beigeordnete des Landkreises Bautzen

Landtag muss vorher Haushaltsplan verabschieden

Das Bildungsticket für die rund 370.000 Schülerinnen und Schüler in Sachsen sollte eigentlich bereits zum Schuljahresbeginn 2020/21 eingeführt werden. Jedoch verliefen die Verhandlungen zwischen der Landesregierung und den Verkehrsverbünden bezüglich der Umsetzung und konkreten Finanzierung schwieriger als gedacht. Voraussetzung für die nun avisierte sachsenweite Einführung zum 1. August ist nun, dass der Landtag den Haushaltsplan der Landesregierung im Mai mit diesem Posten auch absegnet.

ZVON: Bedenken wegen stabiler Finanzierung

ZVON-Geschäftsführer Hans-Jürgen Pfeiffer sieht dabei bereits kritisch auf die kommenden Haushaltsjahre des Freistaates. "Wenn das Ticket nicht auskömmlich finanziert wird, wird es Diskussionsbedarf geben", merkte er auf der Verbandsversammlung am Mittwoch an. Im Raum steht auch die Befürchtung, dass mit der neuen Abokarte auch Schüler den Bus nehmen, die bisher ihren Schulweg gelaufen waren. "Wenn lauffaule Schüler wegen 500 Meter Strecke den Bus nutzen, müsse man nochmal nachjustieren", so Landkreis-Beigeordnete Weber.

Quelle: MDR/ma/vis

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | in den Regionalnachrichten aus dem Studio Bautzen | 24. März 2021 | 12:30 Uhr

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