Freizeit Corona löst Angelboom in der Oberlausitz aus

Lange galt Angeln vor allem als Sport für Männer im mittleren und fortgeschrittenen Alter. Seit der Corona-Krise kommt jedoch Bewegung in den Freizeitsportbereich. Mittlerweile stehen in den Vereinen auch viele Frauen und Jugendliche auf der Matte. MDR SACHSEN hat Angelfreunde in der Oberlausitz besucht und sich erzählen lassen, was sie am Angeln begeistert und welche Tipps sie den zahlreichen Neu-Anglern geben können.

Ein Mann mit dunklem Poloschirt und Mütze sitzt in einem Ruderboot auf einem See und hält eine Angel.
Thomas Rämsch beim Angeln auf dem Bautzener Stausee. Bildrechte: MDR/Jens Czerwinka

Briefmarkensammeln, Trödeln oder Sport treiben, jeder hat so sein eigenes Hobby. In Zeiten von Corona gibt es aber etwas, das sich besonderer Beliebtheit erfreut: Angeln. Auch die Angelvereine in der Oberlausitz können sich deshalb über Zuwachs freuen.

Einer, der schon lange mit dabei ist, ist Thomas Rämsch. Er trifft gerade die letzten Vorbereitungen für seine Tour auf dem Bautzener Stausee. Schnell montiert er noch den dreieinhalb PS starken E-Motor. Dann setzt sich das kleine weiße Holzboot in Bewegung. Rämsch angelt seit mehr als 55 Jahren. Sein Vater habe ihn dazu gebracht.    

Er hat uns Kinder ans Wasser mitgenommen. Das war für uns immer eine Freude. Wir konnten kaum schlafen, so aufgeregt waren wir.

Thomas Rämsch Angler

Am Ufer festgemachte Ruderboote an einem See, der von zahlreichen Bäumen umgeben ist.
Auch in der Oberlausitz möchten immer mehr Menschen mit dem Boot hinaus auf den See rudern und in Ruhe angeln. Bildrechte: MDR/Jens Czerwinka

Jugendliche und Frauen als neue Zielgruppe

Gern erinnert er sich an diese Zeit zurück und fügt an: "Also, bei uns angelt fast jeder in der Familie." Sogar seine Frau habe Freude an dem Hobby gefunden. Damit ist sie nicht allein. Vor allem in der Corona-Krise wollten viele den Angelschein machen. "Ich merke das durch meine Lehrgänge. Das ist schon ein Ansturm. Während es früher eher die Reiferen waren, sind es mittlerweile viele Jugendliche und besonders Frauen, die daran teilnehmen."

250 neue Mitglieder während der Corona-Pandemie

Mehr als 250 neue Mitglieder konnten die Angelvereine in der Oberlausitz im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2019 dazu gewinnen. Sie gehören zum Anglerverband Elbflorenz. Deren Vize-Präsident Jürgen Steinert erklärt sich den Zuwachs so:  

Keine Corona-Einschränkungen für Angler

"Wir sind ja als Angler von der Corona-Krise weitgehend verschont geblieben, da wir unser Hobby an der freien Luft austragen." Über die gesamte Krise hinweg sei es immer möglich gewesen, ans Wasser zu gehen. "Das war ein Riesenvorteil." Steinert hat eine klare Botschaft an alle, die auch mal gerne angeln wollen.

Angeln besteht nicht nur daraus, Fische aus dem Wasser zu ziehen. Da geht es auch um das Erlebnis Natur. Wer also die Natur nicht achtet, der braucht bei uns gar nicht erst antreten.

Jürgen Steinert Vizepräsident des Anglerverbandes Elbflorenz

Prüfung mit fast 1.600 Fragen

Angel-Interessierte sollten wissen: Nichts geht ohne einen Angelschein. "Dazu gibt es einen Lehrgang, eine ordentliche Prüfung, die niemand auf die leichte Schulter nehmen sollte", sagt Thomas Rämsch und verweist darauf, dass der Test offiziell bei der Dekra abgenommen wird. 1.578 Fragen zu Dingen wie Anatomie des Fisches oder Gerätekunde müssen dabei beantwortet werden.

Mehr Informationen zu den Voraussetzungen fürs Angeln finden Sie hier.

Schwarzangler jagt der Staatsanwalt

Thomas Rämsch empfiehlt allen künftigen Petrijüngern, sich nach der bestandenen Prüfung unbedingt einem Anglerverein anzuschließen. Vor dem Schwarzangeln warnt er eindringlich. Derartige Taten würden von der Staatsanwaltschaft verfolgt, sagt er. Zudem drohten Bußgelder.

Quelle: MDR/jc

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Bautzen | 17. Juni 2021 | 09:30 Uhr

Mehr aus Bautzen, Hoyerswerda und Kamenz

Mehr aus Sachsen