Interview Wie gehen Sachsens Schulen mit freiwilligen Impfangeboten für Schüler um?

Mitte August hat das RKI die Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche im Alter von zwölf bis 16 Jahren erteilt. Nun fragen sich viele Eltern: Soll ich mein Kind gegen das Corona-Virus impfen lassen oder nicht? Eine Entscheidung, die vielen nicht leicht fällt. Um es für manche einfacher zu machen, wurde seit Schulstart anonym und freiwillig die Impfbereitschaft an Sachsens Schulen abgefragt. Nächste Woche soll es Impfangebote an Schulen geben. MDR SACHSEN hat den Schulleiter der Kamenzer "Oberschule an der Elsteraue", Stefan Cyriax, gefragt, wie sich seine Schule darauf vorbereitet.

Ein Mädchen bekommt eine Corona-Impfung
Bildrechte: imago images/Sven Simon

Frage: Herr Cyriax, kommende Woche startet an Sachsens Schulen das freiwillige Impfangebot für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren. Wie bereitet sich Ihre Oberschule auf diese Impfaktion vor?

Stefan Cyriax: Wir erfassen eine Interessenbekundung, wer sich über das Angebot der Schule impfen lassen möchte. Das läuft so ab: Wir haben über die Homepage der Schule einen Aufruf gestartet und die Eltern können sich quasi anonym bei mir melden. Parallel dazu gibt es einen Schulleiterbrief. Auch da kann anonym bekundet werden: Ja, ich will mein Kind in der Schule impfen lassen.

Nun führen Impfkritiker oder auch -skeptiker als Argument gegen das Impfangebot an Schulen an, dass sozusagen eine Art Gruppenzwang unter den Kindern und Jugendlichen entsteht. Wie sehen Sie das?

Ich frage ja nicht in der Klasse sondern es ist eine anonyme Befragung. Deswegen melden sich die Eltern bei mir persönlich und bekunden ihre Impfbereitschaft. Das weiß kein Fachlehrer, kein Klassenlehrer. Und wenn die Impfbreitschaft da ist, bekommen die Eltern die Informationen, wie es weiter geht.

Benötigt werden ja Aufklärungsbogen und schriftliche Einwilligungserklärung. Und dann?

Es gibt zwei Impftermine. Mitte September und Mitte Oktober. Einmal im Impfzentrum in Kamenz und dann im Berufsschulzentrum in Kamenz. Wenn die Eltern ihre Bereitschaft bekundet haben, dann bekommen sie von uns die Unterlagen und wir organisieren als Schule den Gang zum Impfzentrum. Eltern müssen dann während des Impfvorganges dabei sein, also ein Elternteil muss das Kind ins Impfzentrum begleiten.

Eine Impfung des Kindes, egal ob zwölf Jahre oder 17 Jahre, erfolgt nur, wenn die Eltern ihre Einwilligung schriftlich erteilt haben, oder? Auch da gibt es ja Ängste bei Eltern, dass das Kind zu der Corona-Impfung gezwungen werden könnte...

Das kann ich entkräften. Die Eltern erhalten das Angebot. Sie können es, müssen es aber nicht nutzen.

Vielen Dank für das Gespräch.

Anmeldefrist abgelaufen? Obwohl die Anmeldefrist für die Impfaktion über die Schulen am Mittwoch abgelaufen ist, können sich Eltern noch kurzfristig für das Impfangebot entscheiden. Dazu sollen sie sich an der jeweiligen Bildungseinrichtung melden. Weitere Informationen zum Impfangebot an Schulen gibt es auch im Internet im Blog des Sächsisichen Kultusministeriums.

Quelle: Landesamt für Schule und Bildung Bautzen

Quelle: MDR/bb/jh

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalreport aus dem Studio Bautzen | 09. September 2021 | 16:30 Uhr

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