Oberlausitz Bautzens Landrat Harig fordert Abschuss eines dreibeinigen Wolfs

Ein dreibeiniger Wolf ist in der Oberlausitz unterwegs und sorgt für Diskussionen. Manche befürchten, dass das Tier in Wald und Flur keine Beute machen kann und deshalb in der Nähe des Menschen nach Futter suchen wird. Bautzens Landrat Harig fordert den Abschuss des augenscheinlich leidenden Tieres. Die zuständige Fachstelle Wolf ordnet dagegen das Tier als vital und gesund ein.

Ein dreibeiniger Wolf läuft in der Nähe einer Straße über ein Feld.
In der Oberlausitz gibt es einen dreibeinigen Wolf. Bildrechte: Gerhards

Ein dreibeiniger Wolf ist in den Revieren des Rosenthaler Wolfsrudels im Dreieck Ralbitz-Rosenthal, Königswartha und Neschwitz gesichtet worden. Bilder eines Oberlausitzers zeigen, dass dem Tier ein großes Stück seines Vorderlaufs fehlt. Wölfe unterliegen einem strengen Artenschutz. In diesem Fall hat sich nun Bautzens Landrat Michael Harig (CDU) in einem öffentlichen Brief für den Abschuss des Tieres ausgesprochen.

Landrat Harig: Wolf erlösen

"Offensichtlich hungert das Tier. Mit drei Beinen kann sich das Tier weder unter seinen Artgenossen durchsetzen noch erfolgreich jagen", schrieb Harig, selbst Halter von Schafen, in einem Leserbrief in der Sächsischen Zeitung. Man solle den Wolf erlösen. Alles andere wäre Tierquälerei, so seine Forderung.

Für den AfD-Politiker Timo Schreyer beeinträchtigt der dreibeinige Wolf die öffentliche Sicherheit. Der Wolf sei stark abgemagert und leide unter starkem Stress und Schmerzen, erklärte der Landtagsabgeordnete in einer Pressemitteilung. Schreyer sieht hier eine "hochbrisante, tödliche Gefahr" für Mensch und Haustier - einen Problemwolf.

Ein Wolf befindet sich auf einem Feld in der Nähe einer Straße.
Laut Fachstelle Wolf geht von dem dreibeinigen Tier keine Gefahr aus. Bildrechte: Gerhards

Fachstelle Wolf: Es ist kein Problemtier

Den Mitarbeitern der Fachstelle Wolf im Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) ist der dreibeinige Wolf bekannt. Er sei zuerst am 31. März gesichtet worden, später am 30. April und 6. Mai. "In allen Fällen machte der Wolf einen vitalen und gesunden Eindruck", erklärt Karin Bernhardt, Sprecherin des Landesamtes, auf Anfrage von MDR SACHSEN. Das Tier könne sich selbstständig bewegen und ernähren. Auch gehe von ihm keine Gefahr aus: "Bei unserer Fachstelle Wolf sind keinerlei Hinweise eingegangen, dass sich das Tier auffällig gegenüber Menschen verhält", berichtet Bernhardt.

25 Rudel in Sachsen

Nach Angaben der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf gibt es in Sachsen aktuell 25 Rudel. Auch wenn die Art streng geschützt ist, ist es durchaus möglich, schwer verletzte oder kranke Tiere zu töten. Das LfULG verweist hier auf den Paragraphen 11 der sächsischen Wolfsmanagementverordnung, die im Juni 2019 in Kraft getreten ist. Danach darf ein Wolf getötet werden, wenn dieser so schwer verletzt oder erkrankt aufgefunden wird, dass er nach der Einschätzung eines Veterinärs erhebliche Schmerzen erleidet und aus eigener Kraft nicht mehr gesunden wird.

Sichtungen von Wölfen oder ein auffälliges Verhalten der Tiere können jederzeit an die Fachstelle Wolf des LfULG in Sachsen gemeldet werden.

Quelle: MDR/ma

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | im Regionalreport aus dem Studio Bautzen | 06. Juli 2021 | 14:30 Uhr

11 Kommentare

odins krieger vor 10 Wochen

Wehrter herr harig
Seid wann greift man einen gesunden wolf an (abschuss frei gabe) so lange dieser wolf aus freien stücken sich selbst ernähren kann und er nicht angreift ist keine gefahr von ihn aus zu gehn oder töten sie auch hunde die nur drei beine haben und etwas dürr sind,der wolf ist ein heiliges tier und der urvater unseres hundes und es gibt viele die ihren hund vergöttern warum nicht auch dem wolf, wir bürger greifen auch nicht zur waffe nur weil diese regierung unfähig ist zu regieren und das volk von hinten bis vorne bescheißt.

Schenkendorf vor 10 Wochen

Ich sehe hier auch kein Problem. Wölfe sind sozialer eingestellt, als viele unserer egoistischen Politiker. Im Rudel werden alte und kranke Tieren auch mit Futter versorgt. Ansonsten regelt es eben die Natur.

Anni22 vor 10 Wochen

Da der sich aber bislang durchgekämpft hat, würde ich ihn lassen. Eine echte Kämpfernatur. Ansonsten regelt sich das von selber. Also solange der nicht auffällig ist oder sichtlich abmagert, einfach in Ruhe lassen.

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