Projekt Drohnen sollen bei Badeunfällen in der Lausitz schnelle Hilfe ermöglichen

Die Lausitzer Tagebauseen sind riesig und immer beliebtere Badegewässer. Drohnen sollen künftig dort für Sicherheit sorgen, die Gewässer überwachen, Schwimmhilfen in Notfällen abwerfen und den Einsatz der Rettungskräfte koordinieren. Noch ist das Zukunftsmusik, aber Forschende entwickeln unter Federführung der Björn-Steiger-Stiftung bereits entsprechende Projekte.

Drei Frauen sitzen auf Klappstühlen und beobachten das Geschehen am Partwitzer See
Der Partwitzer See ist eine Modellregion für Rettungsdrohnen. Bildrechte: IMAGO / Daniel Schäfer

Durch den Einsatz automatisch fliegender Drohnen soll in Zukunft am Geierswalder See und dem Partwitzer See die Sicherheit von Badegästen und Wassersportlern erhöht werden. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr mit etwa zwei Millionen Euro gefördert, wie die Björn-Steiger-Stiftung als Projektkoordinatorin mitteilte. Mit Rettungsdrohnen könnten Menschen in Not meist besser geortet werden als durch Boote oder Rettungsschwimmer, hieß es. Zudem könnten sie auch unbewachte Gewässer absuchen.

Drohnen sollen Schwimmhilfen abwerfen

Die automatisch agierenden Fluggeräte können den Angaben nach die Standortdaten von Verunglückten erfassen und in Echtzeit an die Einsatzstellen weiterleiten. Sie können dadurch Rettungskräfte schneller zu dem Betroffenen navigieren. Zudem kann dessen Überlebenschance durch den zielgenauen Abwurf von Hilfsmitteln wie selbstauslösenden Schwimmkörpern bis zum Eintreffen der Rettungskräfte verlängert werden.

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Segelboote Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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Sagenhaft So 29.08.2021 20:15Uhr 89:14 min

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Einsatz auch bei schlechter Sicht möglich

Zu weiteren Vorteilen der Geräte zählen, dass sie in der Beschaffung weitaus günstiger als Hubschrauber sind und eine schnellere Reaktionszeit bei gleichzeitig geringeren Einsatzkosten und reduziertem Personalbedarf gewährleisten. Wegen ihrer niedrigen Flughöhe können sie auch bei schlechten Sichtverhältnissen eingesetzt werden. Die Wasserrettung mittels Drohnenunterstützung ergänze die konventionelle Rettungskette.

Neue Notrufsäulen an Badegewässern

Die Björn-Steiger-Stiftung - bekannt für die Luftrettung per Hubschrauber - wird ihre Erfahrung im Bereich Notruftechnik in das Projekt einbringen. Mit der Installation moderner Notruftelefone an Uferabschnitten werde die Notfallprävention gestärkt.

Gemeinsam mit der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft hat die Stiftung bereits mehr als 250 neue Notrufsäulen an Gewässern installiert, weitere 200 sollen noch in diesem Jahr aufgestellt werden.

Eine Notrufsäule steht an einer unbewachten Badestelle des Grossensees.
Neue Notrufsäulen werden an den Ufern der weitläufigen Seen aufgestellt. Bildrechte: dpa

Forscher aus Chemnitz und Dresden am Projekt beteiligt

Zu den Kooperationspartnern in dem bis Ende 2023 angesetzen Forschungsprojekt gehören Experten aus den Bereichen Simulation und Bildanalyse von der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg und der TU Dresden. Sie sind für die Planung von Flugbahnen der Drohnen und das Einsatzkonzept zuständig. Wissenschaftler der TU Chemnitz tragen gemeinsam mit Unternehmen aus den Anwendungsbereichen Drohnenentwicklung und -steuerung mit der Entwicklung intelligenter Drohnengaragen zu dem Projekt bei.

An den beiden Lausitzer Seen sollen im Rahmen des Projekts Drohnengaragen errichtet werden, so ein Stiftungssprecher auf Anfrage von MDR SACHSEN. Für einen künftigen Regelbetrieb seien aber noch gesetzliche Änderungen erforderlich.

MDR (lam)/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Regionalnachrichten aus dem Studio Bautzen | 13. April 2022 | 16:30 Uhr

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