Klimawandel Dubringer Moor soll vor Austrocknung geschützt werden

Die extreme Trockenheit der vergangenen Jahre hat dem Dubringer Moor südwestlich von Hoyerswerda ziemlich zugesetzt. Jetzt will das Landesumweltamt das Moor besser vor dem Austrocknen schützen. Damit sollen Folgen für die Tier- und Pflanzenwelt abgewendet und ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden.

Ein grauer Frosch guckt mit seinen weit aufgerissen Augen aus dem rostbraunen Wasser des Moores heraus.
Ein Moorfrosch blickt mit großen Augen aus dem Wasser heraus. Bildrechte: Herbert Schnabel

Nach den feuchten Winterwochen stimmt der Wasserstand im Dubringer Moor südwestlich von Hoyerswerda wieder. Gräben und Tümpel sind voll. Ganz anders war das in den Sommern der vergangenen Jahre. Durch die extreme Trockenheit fehlte ein Meter Wasser. Das blieb nicht ohne Folgen. "Der Moorfrosch hatte früher ein extrem gutes Auskommen im Dubringer Moor. Die Bestände habe ich damals auf vielleicht 10.000 Exemplare geschätzt. Sie sind in den letzten drei extrem trockenen Jahren auf 20 Prozent zurückgegangen", sagt der ehrenamtliche Naturschutzbeauftragte Herbert Schnabel.

Ausgetrocknetes Moor hat Folgen für Tiere und Pflanzen

Allerdings war nicht nur der Moorfrosch betroffen. Durch das ausgetrocknete Moor hatten es Waschbären und Füchse auch leichter, die Nester von am Boden brütenden Vögeln wie Kranich, Kiebitz und Rotschenkel zu erreichen. Seltene Orchideenarten wie das Knabenkraut starben. Weitflächige Wollgraswiesen sind verschwunden. "Wenn das Moor austrocknet, werden Nährstoffe freigesetzt. Es wachsen zum Beispiel Schilf, Pfeifengras und Gehölze in das Moor hinein. Die Flächen verbuschen und der Aufwand, diese Pflanzenarten durch Pflegemaßnahmen zu erhalten, wird immer größer", erläutert Schnabel.

Blick auf ein in Blüte stehendes Wiesenmoor
Auch Wiesen sind Teile des Moores. Dieses Wiesenmoor steht gerade in voller Blüte. Bildrechte: Herbert Schnabel

Gräben sind Schlüssel zur Lösung des Problems

Damit es nicht erneut soweit kommt, soll jetzt etwas unternommen werden. Im Fokus stehen dabei die vielen Gräben im Moor, die der Mensch über Jahrhunderte zu dessen Entwässerung angelegt hat. "Wir können davon ausgehen, dass in den nächsten Jahren solche Trockenperioden immer wieder auftreten werden. Und wenn wir das Moor nicht aufgeben wollen, müssen wir unbedingt handeln", sagt Thomas Glaser vom Landesumweltamt.

Moor bindet CO₂ und trägt so zum Klimaschutz bei

Das Dubringer Moor sei ein geschütztes Flora-Fauna-Habitat. Verschlechtere sich dessen Zustand, könne der Freistaat zur Verantwortung gezogen werden. Es drohten hohe Geldstrafen durch die EU, sagt Glaser, der auch aus einem anderen Grund ein Eingreifen für geboten hält. "Wenn genügend Wasserüberschuss in einem Moor vorhanden ist, dann wächst ein Moor. Das heißt, es wird CO₂ gebunden. Und das sollte ja am Ende das Ziel sein, auch im Hinblick auf den Klimawandel. Noch dieses Jahr sollen deshalb in mehreren Gräben sogenannte Staue eingebaut werden. In einigen Abschnitten könnten auch Gräben ganz verfüllt werden, damit durch sie kein Wasser mehr aus dem Moor abfließt. Darüber will sich das Landesumweltamt demnächst mit den Flächeneigentümern verständigen.

Dubringer Moor Das Dubringer Moor ist mit etwa 1.600 Hektar das größte zusammenhängende Moor in Sachsen. Als ausgewiesenes Fauna-Flora-Habitat-Gebiet (FFH-Gebiet) und als Vogelschutzgebiet hat es eine überregionale, EU-weite Bedeutung. Quelle: Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Quelle: MDR/mk/sth

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 09.03.2021 | 16:30 Uhr im Regionalreport aus dem Studio Bautzen

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