Jugendkriminalität Drittes sächsisches Haus des Jugendrechts in Bautzen eröffnet

Am Sonnabend ist in Bautzen das "Haus des Jugendrechts" eröffnet worden. Es ist das dritte Projekt dieser Art in Sachsen. Polizei, Justiz und Jugendgerichtshilfe arbeiten dabei unter einem Dach zusammen, um jugendliche Kriminelle schneller zu stoppen. Es soll außerdem als Anlaufstelle für Jugendliche dienen, die Hilfe benötigen.

Polizeischild an einem Gebäude. Das Foto entstand vor dem Polizeirevier in Dessau-Roßlau
Die Polizei ist einer von drei Partnern, die im "Haus des Jugendrechts" zusammenarbeiten. Auch Staatsanwaltschaft und Jugendgerichtshilfe sind mit im Boot. (Symbolbild) Bildrechte: MDR/Luca Deutschländer

Im neuen Bautzener "Haus des Jugendrechts" werden alle Verfahren bearbeitet, die sich gegen Kinder, Jugendliche und Heranwachsende aus dem Stadtgebiet richten. Dafür arbeiten 13 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Staatsanwaltschaft, Polizei und Jugendgerichtshilfe zusammen. Ziel der Einrichtung sei es, frühzeitig und schneller auf das Verhalten von straffälligen Jugendlichen und Heranwachsenden zu reagieren, teilte das sächsische Justizministerium mit. Außerdem soll es auch als Anlaufstelle für Jugendliche dienen, wenn diese Hilfe benötigen.

Besondere Verantwortung der Behörden

Mit der Einrichtung in Bautzen hat Sachsen nun drei "Häuser des Jugendrechts". In Leipzig wurde es bereits 2015 eröffnet, in Görlitz arbeitet es seit Herbst vergangenen Jahres. Justizministerin Katja Meier betonte anlässlich der Eröffnung des Hauses in Bautzen, dass gerade im Bereich der Jugendkriminalität die Strafe kein Selbstzweck sein sollte. Schließlich könne sie mitunter auch kriminelle Karrieren befördern und nicht verhindern. Jugendhilfe, Justiz und Polizei trügen deshalb in diesem Bereich eine besondere Verantwortung.

Innenminister Roland Wöller erhofft sich außerdem, durch die enge Zusammenarbeit der Behörden die Verfahrensdauer zu verkürzen. Dies sei wichtig, um nachhaltig etwas bei den Jugendlichen und Heranwachsenden zu bewirken.

Haus des Jugendrechts Das Haus des Jugendrechts wurde als Reaktion auf die ansteigende Jugendkriminalität Mitte der 1990er Jahre in Baden-Württemberg konzipiert und erstmals 1999 in Stuttgart eröffnet. In Sachsen ist das Projekt 2015 in Leipzig gestartet. Dort dient das "Haus des Jugendrechts" vor allem zur Bearbeitung von Verfahren von jugendlichen Intensivstraftätern. In Görlitz wurde es im Herbst 2021 eröffnet. Dort werden, wie auch in Bautzen, vor allem jugendliche Ersttäter begleitet.

Quelle: MDR/vis/mk

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Bautzen | 17. Januar 2022 | 05:30 Uhr

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