Verbrechen Mahnwache für getötetes Mädchen in Großröhrsdorf

Der Tod des 16 Jahre alten Mädchens in Großröhrsdorf bewegt die Menschen. Um ihrem Mitgefühl Ausdruck zu verleihen, haben am Mittwochabend rund 100 Menschen eine Mahnwache abgehalten. Die Polizei sucht weiter nach dem Täter, verzichtet aber nach wie vor auf eine Personenbeschreibung.

In einem Garagenkomplex haben sich reichlich 100 Menschen versammelt. Sie stehen in einem Halbrund vor einem Gedenkort mit niedergelegten Blumen und Kerzen.
Rund 100 Personen beteiligten sich an der Mahnwache für das getötete Mädchen. Bildrechte: xcitepress

Eine Woche nachdem in Großröhrsdorf ein 16 Jahre altes Mädchen getötet wurde, haben Einwohner des Ortes am Mittwochabend eine Mahnwache abgehalten. Laut Reporterangaben versammelten sich rund 100 Menschen in dem Garagenkomplex, wo sich die Tat zugetragen haben soll. Man wolle damit seine Anteilnahme ausdrücken, so der Initiator auf Facebook. Er hat außerdem auf der Spendenplattform betterplace zu Spenden für die Familie des Mädchens aufgerufen. Mit dem Geld soll unter anderem ihre Beerdigung gezahlt werden. Die Ermittlungen der Polizei gehen unterdessen weiter. Am Dienstag haben Bereitschaftspolizisten das Umfeld des Tatortes mit Metalldetektoren abgesucht. Die Obduktion hatte ergeben, dass die 16-Jährige an Stichverletzungen gestorben ist.

Suche ohne genaue Täterbeschreibung

Bisher haben die Ermittler keine genaue Täterbeschreibung herausgegeben. "Eine solche Beschreibung hilft nur dann weiter, wenn sie geeignet ist, einen bestimmten Personenkreis einzugrenzen", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Görlitz am Mittwoch. Das sei hier nicht der Fall, weil nur Geschlecht und eine grobe Beschreibung der Kleidung vorhanden seien. Der Zeuge habe in der Nähe des Tatorts zwar einen männlichen Verdächtigen gesehen, sich aber in erster Linie um die Schwerverletzte gekümmert.

Warnung vor Selbstjustiz

Die Polizei sucht derzeit im Umfeld der Getöteten nach dem Täter und vernimmt Zeugen. Sie warnt vor Spekulationen über Hintergründe der Tat in den sozialen Medien. Solche Spekulationen hätten am Sonnabend bereits dazu geführt, dass sich in Großröhrsdorf ein Mann dazu berufen gefühlt habe, selbstständig gegen einen mutmaßlichen Täter vorzugehen. "Die Polizei konnte das aber noch vereiteln und hat mit den Parteien gesprochen", sagte der Sprecher. Wer Hinweise zu der Tat habe, solle auf keinen Fall auf eigene Faust ermitteln, sondern sich an die Polizei wenden.

Quelle: MDR/sth/Mina/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten | 22. September 2021 | 18:00 Uhr

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