Ideenwettbewerb Hochschulen wollen in der Lausitz Forschungszentren etablieren

Spätestens 2038 will Deutschland aus der Kohle ausgestiegen sein. 40 Milliarden Euro sind für den Strukturwandel in den Kohleregionen vorgesehen. Die sächsischen Universitäten haben Ideen für ein Großforschungszentrum in der Lausitzer Region.

Einer der weltweit gröߟten Schaufelradbagger SRs 6300 im Vorschnitt vom Braunkohletagebau Welzow-Süd, dahinter das Kraftwerk Schwarze Pumpe.
Während in der Lausitz die Kohleförderung noch läuft, soll dort bereits an Zukunftstechnologien geforscht werden. Bildrechte: imago images/Rainer Weisflog

Mehrere sächsische Universitäten beteiligen sich am Wettbewerb von Bund und Land für neue Großforschungszentren in den vom Kohleausstieg betroffenen Regionen. Im Rahmen des Wettbewerbs "Wissen schafft Perspektiven für die Region!" des Bundesministeriums für Forschung und Bildung sollen Ideen für diese Einrichtungen gesammelt werden.

Freiberg sieht sich in besonderer Verantwortung

Die Technische Universität Bergakademie Freiberg beteiligt sich mit drei Beiträgen an dem Wettbewerb. Die Hochschule sehe sich wegen ihrer engen Verbindungen zur Rohstoff- und Energieregion im mitteldeutschen Revier in besonderer Verantwortung für den regionalen Strukturwandel, teilte sie mit. "Die drei Beiträge betreffen demnach wichtige gesellschaftliche Herausforderungen, wie den Klimaschutz und die nachhaltige Ressourcennutzung, und greifen regionale Stärken und Besonderheiten auf", sagte Rektor Klaus-Dieter Barbknecht.

Zukunftsenergien, Ernährung und Raumfahrttechnologien sollen in der Lausitz erforscht werden

Unter Federführung der TU Chemnitz schlagen die Technischen Universitäten in Chemnitz, Dresden und Freiberg im Verbund ein "Großforschungszentrum für Zukunftsenergien - GFZ ZE" in der Energieregion Lausitz vor. In dem Forschungszentrum sollen neue Ansätze für die Energiegewinnung, -speicherung und -nutzung untersucht werden. Die Ergebnisse der Forschung sollen in Zukunft dazu beitragen, die Energieversorgung in der Region nachhaltig zu verändern. 

Ein weiteres Forschungsprojekt soll sich mit der Entwicklung nachhaltiger Technologien für die umwelt- und klimagerechte Versorgung mit Wasser, Energie und Nahrungsmitteln befassen. In der von Trockenheit geplagten Lausitz soll dabei die regionale Kreislaufnutzung von Wasser und neue Methoden des Pflanzenanbaus erforscht werden.

Bodenständige Weltraumforschung in der Lausitz

Weiterhin wollen die Freiberger Forscher ein "Europäisches Forschungszentrum für Weltraumressourcen" in der Lausitz etablieren. Dort könnten mit Partnern aus der Raumfahrt die Voraussetzungen für die Errichtung bemannter Raumstationen auf dem Mond und dem Mars entwickelt werden. Mit den Forschungsergebnissen ließen sich nach Ansicht der Freiberger Wissenschaftler auch Lösungen für gegenwärtige Herausforderungen auf der Erde finden, heißt es in einer Mitteilung der Bergakademie. Sie erwarten Erkenntnisse für die ressourcenschonende Versorgung der Menschen und neuartige Produktionssysteme.

TU Dresden bewirbt sich mit Technologiezentrum

Die TU Dresden (TUD) geht bei dem Wettbewerb gemeinsam mit einem Verbund von außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Unternehmen mit dem Konzept eines "Saxonian Institute of Technology" ins Rennen. In dem Technologiezentrum soll in den Bereichen Gesundheitsversorgung, Ernährung, Mobilität und Energie geforscht werden. Um die Entwicklungen digitaler Systeme nachhaltig und vertrauenswürdig zu gestalten, sollen dazu Experten und Expertinnen aus den Bereichen der Sozial-, Kultur- und Bildungswissenschaften beteiligt werden.

Bis zu 3.000 Arbeitsplätze sollen entstehen

Wasserdampf steigt aus den Kühltürmen des Braunkohlekraftwerks Jänschwalde
Die Tage der Braunkohle sind in der Lausitz gezählt. Mit Bundes- und Landesmitteln sollen dort andere Arbeitsplätze geschaffen werden. Bildrechte: dpa

In den beiden geplanten sächsischen Großforschungszentren in der Lausitz und der Region Leipzig sollen bis 2023 sollen insgesamt bis zu 3.000 neue Jobs entstehen. Nach Angaben der Technischen Universität Dresden entscheidet das Bundeswissenschaftsministerium im zweiten Quartal 2022, welche Projekte in Sachsen umgesetzt werden. Bund und Freistaat Sachsen wollen die Finanzierung mit jährlich bis zu 170 Millionen Euro übernehmen.

Quelle: MDR/tfr/dpa

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